Die Zeche Vereinigte Helene & Amalie ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk mit Schachtanlagen in den Essener Stadtteilen Altendorf und Altenessen. Das Bergwerk war auch unter den Namen Zeche Vereinigte Helena & Amalie, Zeche Vereinigte Helene & Amalia und Zeche Vereinigte Helene Amalie bekannt. Die Zeche Helene & Amalie war eine der ersten Mergelzechen im Ruhrgebiet und zählte später zu den Gründungsmitgliedern des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikats (1893) und des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund (). Die Zeche Vereinigte Helene & Amalie war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eines der bedeutendsten Bergwerke im zur preußischen Rheinprovinz gehörenden westlichen Teil des Ruhrgebiets.

Geschichte Die Anfänge Am 4. September 1839 beantragte Georg Friedrich Wülbern beim Bergamt Essen-Werden einen Schürfschein für den Bereich zwischen dem Grubenfeld der Zeche Friederika und dem rechten Ufer des Herbrügger Mühlenbaches. Wülbern wollte in dem angegebenen Bereich nach Kohle schürfen. Am 7. September desselben Jahres wurde der Schürfschein erstellt. Am 10. November desselben Jahres wurde die 1. Mutungsbohrung in der Nähe der Stollenrösche der Zeche Schölerpad niedergebracht. Bereits diese 1. Mutungsbohrung war erfolgreich, denn bei einer Teufe von 17 Lachtern wurde ein Steinkohlenflöz mit einer Mächtigkeit von 40 Zoll aufgeschlossen. Bereits am darauffolgenden Tag wurde die Mutung für das Geviertfeld Vereinigte Helena & Amalia eingelegt. Als Muter trat der Gewerke Georg Friedrich Wülbern auf. Am 8. Mai 1840 wurde ein weiterer Schürfschein ausgestellt und anschließend eine 2. Mutungsbohrung niedergebracht. Diese 2. Bohrung wurde westlich von Segeroth niedergebracht und erbohrte hiermit bei einer Teufe von 35 7/8 Lachter ein Flöz mit einer Mächtigkeit von 72 Zoll. Auf dieses Flöz wurde im Anschluss an die Bohrung ebenfalls eine Mutung eingelegt. Noch im selben Jahr wurde mit den Teufarbeiten für den Schacht Amalia begonnen. Der Schacht wurde in Altendorf an der Zollstraße auf dem 2. Bohrloch angesetzt und hatte einen rechteckigen Querschnitt von 140 Zoll × 76 Zoll. Da im Bereich des Schachtansatzpunktes Fließsand vorhanden war, wurde der Schacht in einer Senkmauerung abgeteuft. Der Schacht wurde später mit dem Namen Alte Zeche Helene & Amalie belegt. Im Jahr 1842 erreichte der Schacht bei einer Teufe von 75 Metern das Karbon. Es wurde das Fundflöz aufgeschlossen und im Flöz horizontal eine Strecke aufgefahren. Außerdem wurde in diesem Jahr bei einer Teufe von 96 Metern ein Querschlag nach Süden angesetzt. Im selben Jahr wurde eine Fördermaschine mit einer Leistung von 40 PS installiert. Die Maschine wurde noch im selben Jahr ohne bergbehördliche Genehmigung in Betrieb genommen. Am 20. Oktober desselben Jahres wurde die Maschine auf Anordnung der Bergbehörde vorübergehend stillgelegt. Am 28. Februar des Jahres 1843 erfolgte die Inaugenscheinnahme des Bergwerks. Im selben Jahr wurde bei einer Teufe von 117 Metern (−59 m NN) die 1. Sohle und bei einer Teufe von 159 Metern (−101 m NN) die 2. Sohle angesetzt. Im Juli desselben Jahres wurde mit der Förderung begonnen. Noch im selben Jahr wurden die Grubenfelder Vereinigte Helene & Amalie Aline an G. F. Wülbern verliehen. Es wurde mit dem Bau einer Kokerei begonnen. Gegen Ende des Jahres erfolgte dann noch die Verleihung des Feldes Catharina II an Wilhelm Eigen.

Die ersten Betriebsjahre Am 22. April des Jahres 1844 konsolidierten die Geviertfelder Vereinigte Helene & Amalia, Aline und Catharina II zu Vereinigte Helene & Amalie. Am 26. Juli desselben Jahres befuhr Graf von Beust das Bergwerk. Von Beust war von der Hochdruckfördermaschine des Bergwerks, die mit einer Etagen-Korbförderung ausgestattet war und zwei acht 8 Scheffel Fördergefäße mit einem Mal fördern konnte, beeindruckt. Auch über die gute Qualität des erzeugten Kokses, der genügend groß und haltbar war, war von Beust erfreut. Am 30. November desselben Jahres wurde eine Änderung bei der Leitung der Gewerken geplant. Im Jahr darauf wurde die Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Vereinigte Helene und Amalie gegründet. Repräsentant der Gewerkschaft wurde Friedrich Wilhelm Waldthausen. Gegen Ende des Jahres 1846 wurde das Geviertfeld Heiterkeit an Wilhelm Waldthausen verliehen. Im Jahr 1850 wurde mit den Teufarbeiten für einen zweiten Schacht begonnen. Der Schacht wurde etwa 300 Meter südlich vom alten Schacht an der Ecke Helenenstraße/Pferdebahnstraße angesetzt. Dieser Schacht wurde Neue Zeche Helene & Amalie genannt. Noch im selben Jahr erreichte der Schacht bei einer Teufe von 59 Metern das Karbon. Im Jahr 1852 wurde im neuen Schacht bei einer Teufe von 90 Metern (−31 m NN) die 1. Sohle und im Laufe des Jahres bei einer Teufe von 159 Metern (−100 m NN) die 2. Sohle angesetzt.angesetzt. Im darauffolgenden Jahr erhielt der zweite Schacht ein Anschlussgleis zur Köln-Mindener Eisenbahn. Das Bergwerk gehörte zu dieser Zeit zum Bergamtsbezirk Essen. Im Jahr 1854 wurde der neue Schacht zum Förderschacht und der alte Schacht zum Wetterschacht. Im darauffolgenden Jahr wurde am neuen Schacht eine Wasserhaltungsmaschine installiert. Die Maschine hatte einen Zylinderdurchmesser von 86 Zoll. Im Jahr 1856 wurde im neuen Schacht bei einer Teufe von 225 Metern (−167 m NN) die 3. Sohle angesetzt. Noch im selben Jahr wurde am neuen Schacht mit dem Bau einer neuen Fördermaschine begonnen. Der Bau der Fundamente war gegen Ende desselben Jahres abgeschlossen. Auf der zweiten Tiefbausohle wurden die Querschläge nach Süden und nach Norden um mehrere Lachter aufgefahren. Dabei kam es nur zu wenig Zulauf von Grubenwasser. Nachdem über Tage die Fundamente für die neue Fördermaschine fertiggestellt worden waren, konnte mit der Montage der neuen Fördermaschine begonnen werden. Zuvor musste noch die alte Maschine demontiert werden.

Die neue dampfgetriebene Fördermaschine wurde im Jahr 1857 installiert. Sie befand sich in einem separaten Gebäude und hatte eine Leistung von 250 PS. Als Seilträger wurden zwei Trommeln verwendet, zwischen denen eine Schwungscheibe angeordnet war. Die Maschine wurde noch im selben Jahr in Betrieb genommen. Außerdem wurde in diesem Jahr das Geviertfeld Ceres verliehen. Auf der 3. Sohle wurden über den Querschlag nach Süden und den Querschlag nach Norden bereits die bedeutendsten Flöze aufgeschlossen. Im Jahr 1858 wurde das Geviertfeld Pluto verliehen, dadurch umfasste die Berechtsame mittlerweile 5½ Felder. Im selben Jahr wurden im neuen Schacht die Schachtpumpen eingebaut. Unter Tage wurden die Ausrichtungsarbeiten weiter zügig vorangetrieben. Im Jahr 1859 wurden die Felder Pluto und Ceres mit dem Feld Vereinigte Helene und Amalie konsolidiert. Im Jahr 1861 wurde auf der ersten Tiefbausohle mit dem südlichen Querschlag das Flöz Dreckherrenbank angefahren. Der Abbau erfolgte auf der ersten und der zweiten Tiefbausohle. Das Bergwerk gehörte zu diesem Zeitpunkt zum Bergrevier Frohnhausen. Im selben Jahr wurde ein Feldertausch mit der Zeche Neuschölerpad durchgeführt. Im Jahr 1862 wurden auf der zweiten Tiefbausohle mit dem Querschlag nach Norden die Flöze Wiehagen, Rieckenbank und Nettelkönig durchfahren. Der Querschlag nach Süden wurde um 23 Lachter weiter aufgefahren. Die Vorrichtungsarbeiten auf der zweiten Tiefbausohle wurden weiter zügig fortgeführt. Die Grundstrecken sowohl auf der ersten als auch auf der zweiten Tiefbausohle wurden weiter betrieben. Es fand weiterhin Abbau auf beiden Tiefbausohlen statt. Im Jahr darauf wurde auf der zweiten Sohle ein östlich des Hauptquerschlags angesetzter Querschlag 72 Lachter in südlicher Richtung aufgefahren. Ein weiterer Querschlag wurde nach Norden und Süden aufgefahren. Im Jahr 1865 wurde im Niveau des Flözes Rieckenbank eine Hauptwetterstrecke aufgefahren. Die Strecke hatte einen Streckenquerschnitt von 30 Quadratfuß und wurde noch im selben Jahr mit dem alten Schacht durchschlägig. Über Tage wurde der direkte Anschluss an die am 1. September 1866 in Betrieb genommene Teilstrecke Osterrath–Essen RhE der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft hergestellt; im gleichen Jahr wurde die altrechtliche Gewerkschaft Vereinigte Helene und Amalie in eine Gewerkschaft neuen Rechts mit 1000 Kuxen umgewandelt.

Die weiteren Betriebsjahre Im Jahr 1867 wurde begonnen, die maschinelle Streckenförderung einzurichten. Der Einbau erstreckte sich jedoch nur auf der 3. Sohle. Im selben Jahr wurde ein Feldertausch mit dem Kölner Bergwerks-Verein vorgenommen. Nach diesem Austausch von Feldesteilen umfasste die Berechtsame nun eine Fläche von 5,37 km². Im Jahr 1868 wurde die Arbeit an der maschinellen Streckenförderung weiter fortgeführt. Im Jahr darauf kam es zu einem Materialbruch an der Wasserhaltungsmaschine. Bedingt durch diesen Defekt soffen die Grubenbaue ab und mussten gesümpft werden. Dies führte zu erheblichen Störungen bei der Förderung. Über Tage wurde noch im selben Jahr mit dem Bau einer Kokerei auf dem Werksgelände am Schacht Amalie begonnen. Im Jahr 1870 wurde mit den Teufarbeiten für einen dritten Schacht begonnen. Der Schacht wurde im östlichen Feldesteil südlich von Altenessen, westlich der Twentmannstraße angesetzt. Der Schacht erhielt den Namen Schacht Helene. Der Schacht wurde erfolgreich durch die oberen Schichten geteuft. Die Teufarbeiten mussten aber 1870 wegen Arbeitermangels – bedingt durch den Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs – unterbrochen werden. Über Tage wurde am Schacht Amalie eine Kohlenwäsche vom Typ Rexroth mit vier Setzkästen gebaut. Außerdem wurde am Schacht eine Zwillingsfördermaschine mit Spiraltrommeln installiert. Im Jahr darauf erreichte der Schacht Helene bei einer Teufe von 97 Metern das Karbon. Im selben Jahr wurde die Kokerei am neuen Schacht Amalie in Betrieb genommen und in den Folgejahren weiter ausgebaut. Im Jahr 1872 wurde im Schacht Helene bei einer Teufe von 150 Metern (−91 m NN) die 1. Sohle angesetzt. Die 2. Sohle wurde nicht angesetzt, jedoch wurde im Jahr 1873 bei einer Teufe von 215 Metern (−156 m NN) die 3. Sohle angesetzt. Im selben Jahr wurde über dem Schacht Helene ein Malakow-Turm errichtet. Noch im selben Jahr konnte der Schacht Helene die Förderung aufnehmen. Im Jahr 1875 wurde im Schacht Helene bei einer Teufe von 280 Metern (−221 m NN) die 4. Sohle angesetzt. Im Schacht Amalie wurden im selben Jahr bei einer Teufe von 324 Metern (−265 m NN) die 4. Sohle angesetzt. Über Tage wurde auf dem Werksgelände von Schacht Helene mit den Bauarbeiten für eine Kokerei begonnen. Beim Ausheben der Fundamente wurden Reste einer Grabstätte aus der fränkischen Zeit freigelegt. Im Jahr darauf kam es im Baufeld Amalie zu einem Wasserdurchbruch, bei dem die 4. Sohle zeitweise absoff. Das Wasser stammte aus Grubenbauen der bereits stillgelegten Zeche Neuschölerpad. Außerdem wurde in diesem Jahr die Kokerei an Schacht Helene errichtet. Im Jahr 1878 wurde ein Durchschlag zwischen den Baufeldern Helene und Amalie erstellt. Im Jahr 1879 wurde im Schacht Amalie bei einer Teufe von 410 Metern (−352 m NN) die 5. Sohle angesetzt.