mini|Prinz Alfred von und zu Liechtenstein, 1910 Prinz Alfred von und zu Liechtenstein (Alfred Roman; * 6. April 1875 in Wien; † 25. Oktober 1930 auf Schloss Waldstein bei Deutschfeistritz, Steiermark) war ein k.u.k. Rittmeister und vom 24. Juni bis 6. August 1928 interimistischer Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein.
Biografie Liechtenstein war der vierte Sohn des Prinzen Alfred von und zu Liechtenstein (1842–1907) und dessen Gattin Henriette, geborene Prinzessin von und zu Liechtenstein (1843–1931). Seine Kindheit verbrachte er in der Steiermark. Im Alter von einem Jahr wurde er 1876 als Justizritter in den Souveränen Malteser-Ritter-Orden aufgenommen. Als Privatist kam er 1885 an das Schottengymnasium in Wien und legte 1893 die Maturitätsprüfung ab. Anschließend trat er als Einjährig-Freiwilliger in das k.u.k. Dragonerregiment Nr. 5 ein. Nach der 1894 bestandenen Offiziersprüfung in Marburg an der Drau wurde er 1895 zum Leutnant in der Reserve ernannt und zum Ulanenregiment Nr. 12 transferiert.Schematismus für das k.u.k. Heer und für die k.u.k. Kriegsmarine für 1896. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1895. Ferner legte er 1894 das einfache Gelübde beim Malteser-Ritter-Orden ab. 1896 setzte er in den aktiven Dienst über. Mit seinem Regiment war er in Budapest, Stuhlweißenburg und Tulln an der Donau stationiert. 1901 erfolgte seine Beförderung zum Oberleutnant.Schematismus für das k.u.k. Heer und für die k.u.k. Kriegsmarine für 1902. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1901. Von 1905 bis 1908 diente er als Zugskommandant bei der k.u.k. LeibgardereitereskadronSchematismus für das k.u.k. Heer und für die k.u.k. Kriegsmarine für 1906. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905. und kehrte danach in das Ulanenregiment zurück. Nach einer zeitweiligen Beurlaubung setzte er 1910 schließlich in die Reserve über.
Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Liechtenstein 1914 zum Rittmeister in der Reserve befördert.Ranglisten des k.u.k. Heeres 1916. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1916. Bereits in den ersten Kriegsmonaten erlitt er bei einem Sturz mit seinem Pferd einen Splitterbruch seines Unterschenkels und musste sich daraufhin in einem Wiener Sanatorium einer Operation unterziehen.Das fürstliche Haus Liechtenstein und der Krieg. In: Liechtensteiner Volksblatt. 20. Februar 1915, S. 1. Für die Front untauglich, machte er in einem Spitalzug des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens Dienst. 1916 kehrte er an die Front zurück. Nach Kriegsende widmete er sich der Verwaltung seines Familiensitzes in der Steiermark.
Nach der Demission der liechtensteinischen Regierung unter Gustav Schädler infolge eines Sparkassenskandals führte Liechtenstein seit dem 24. Juni 1928 interimistisch die Regierungsgeschäfte in Vaduz. Am 6. August 1928 übergab er das Amt an seinen Nachfolger Josef Hoop.Regierung des Fürstentums Liechtenstein: Rechenschafts-Bericht der fürstlichen Regierung an den hohen Landtag für 1928. Vaduz 1928. Die letzten Lebensjahre verbrachte er auf Schloss Waldstein, wo er am 25. Oktober 1930 unerwartet verstarb. Sein Leichnam wurde nach Wranau überführt und in der Familiengruft bestattet.
Familie Am 19. Februar 1912 heiratete Liechtenstein in München Prinzessin Therese Maria zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Wallerstein (1887–1971), einzige Tochter des Prinzen Moritz zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Wallerstein (1838–1910) und dessen Gattin Maria, geborene Gräfin Waldbott von Bassenheim (1861–1913). Seine Ehefrau brachte Schloss Waldstein, das sie von ihrem Vater geerbt hatte, als Besitz mit in die Ehe. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor:
Maria Benedikta (* 21. März 1913; † 10. Januar 1992), unverheiratet Hans Moritz (* 6. August 1914; † 3. Februar 2004), ⚭ 1944 Clotilde Prinzessin von Thurn und Taxis (1922–2009) Heinrich (* 5. August 1916; † 17. April 1991), ⚭ 1949 Elisabeth Erzherzogin von Österreich (1922–1993) Eleonore (* 28. Mai 1920; † 30. Mai 2008), unverheiratet
Auszeichnungen 1898: Bronzene Jubiläums-Erinnerungsmedaille für die bewaffnete MachtSchematismus für das k.u.k. Heer und für die k.u.k. Kriegsmarine für 1900. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1899. 1908: Militär-Jubiläumskreuz und Bronzene Militär-Verdienstmedaille am roten BandeSchematismus für das k.u.k. Heer und für die k.u.k. Kriegsmarine für 1909. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1909. 1916: Militärverdienstkreuz III. KlasseRanglisten des k.u.k. Heeres 1917. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1917. und Karl-TruppenkreuzRanglisten des k.u.k. Heeres 1918. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1918.
Siehe auch Stammliste des Hauses Liechtenstein
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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