mini|Kreuzerhöhungskirche mini|Das Herzogtum Münsterberg, 1736. Frankenstein (Frankistein) liegt im westlichen Teil des Herzogtums Münsterberg an der Glatzer Neiße mini|Prospekt der Stadt Frankenstein um 1730. Die Dominikanerkirche hat die Nr. 10. Aus Friedrich Bernhard Werner: Scenographia Urbium Silesiae. Tab. 7 von 1738 mini|Reliquiar aus der Dominikanerzeit Das Dominikanerkloster Frankenstein war ein Kloster des Prediger- oder Dominikanerordens (, Ordenskürzel: OP) in Frankenstein in Schlesien im damaligen Herzogtum Schweidnitz bzw. ab 1321 Herzogtum Münsterberg in Schlesien, seit 1945 Ząbkowice Śląskie in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es ist nach 1287 entstanden. Es hatte ein Vorgängerkloster im benachbarten Frankenberg, das 1285/87 zu Gunsten des neuen Klosters in Frankenstein aufgegeben wurde. In der Reformationszeit verließen immer mehr Ordensbrüder das Kloster in Frankenstein. 1542 wurde es von den damals regierenden Herzögen Johann, Heinrich, Joachim und Georg II. eingezogen und der Stadt Frankenstein übergeben. Die letzten zwei Mönche durften bis an ihr Lebensende in Kloster wohnen. 1548 starb der letzte Dominikanerbruder, und danach stand die Klosterkirche leer; 1576 wurde sie durch den Frankensteiner Stadtrat an die protestantische Gemeinde übergeben. Nachdem die Dominikaner 1629 zurückkehren durften, mussten ihnen die Klostergebäude und die Klosterkirche wieder übergeben werden. 1810 wurde das Kloster säkularisiert und 1819 erneut der evangelischen Gemeinde übergeben. Nach der Vertreibung der deutschen Einwohner infolge des Zweiten Weltkriegs 1945/46 wurden Kloster und Kirche von den polnischen Franziskanern übernommen. Heute befindet sich in den Gebäuden ein Kloster der Klarissen von der Ewigen Anbetung.

Lage Die ehemalige Klosterkirche liegt im Norden des Stadtkerns an der ul. Grunwaldzka. Sie ist der Kreuzerhöhung gewidmet (Kościół Podwyższenia Krzyża Świętego) und wird als katholisches Gotteshaus genutzt. Die Klosterkirche hatte ursprünglich das Patrozinium zum Heiligen Kreuz.

Geschichte Die Dominikaner waren ein Bettelorden, der 1215 als Predigergemeinschaft auf Grundlage der Augustinusregel zugelassen wurde. Durch das Armutsprinzip und ihre Predigten in Landessprache waren sie besonders in den unteren Bevölkerungsschichten sehr beliebt. Schon 1228 entstand in Breslau das erste Dominikanerkloster in Schlesien. Wann die Dominikaner nun nach Frankenberg kamen und das Vorgängerkloster in Frankenberg gründeten, ist nicht genau bekannt. Aufgrund der im folgenden Kapitel geschilderten Ereignisse muss die Gründung allerdings deutlich vor 1284 liegen.

Das Vorgängerkloster Frankenberg Das Dominikanerkloster in Frankenberg an der Glatzer Neiße wurde erstmals 1284 urkundlich erwähnt. Seine Lage innerhalb von Frankenberg ist völlig ungewiss. Nach Eduard Mühle soll der Stifter des Klosters eben jener Herzog Heinrich IV. gewesen sein, der die Dominikaner 1285 aus seinem Herzogtum Breslau vertrieb. Heinrich IV. (Herzog im Herzogtum Schlesien von 1270 bis 1290) führte von 1274 bis 1287 einen zeitweise sogar gewaltsam ausgetragenen Konflikt mit dem Breslauer Bischof Thomas II. um die Zehntzahlungen der ohne herzoglichen Konsent von Bischof Thomas II. neu angelegten, deutschsprachigen Dörfer im damaligen Herzogtum Breslau. 1282 kam es zu einem Schiedsspruch, dem jedoch Bischof und Herzog nicht zustimmten. Der Herzog appellierte deshalb an den Heiligen Stuhl. Der Schiedsspruch bestimmte, dass der Herzog, wenn er sich nicht an den Schiedsspruch halte, wieder dem Kirchenbann verfalle. 1284 erklärte Bischof Thomas II. einseitig, dass dieser Fall eingetreten sei. Die Geistlichkeit des Bistums widersprach zwar und forderte den Bischof auf, den Streit auf friedlichem Weg beizulegen. Jedoch wurden sie vom Bischof ermahnt, der Herzog sei dem Kirchenbann verfallen, und sie hätten sich auf seine Seite zu stellen. Ein Breslauer Dominikanermönch wagte es nun, trotzdem öffentlich zu predigen. Daraufhin beantragte der Offizial beim Breslauer Dominikanerkonvent und bei Provinzial und Visitator der polnischen Ordensprovinz Bruder Vinzenz im Kloster Frankenberg die Bestrafung des Mönches. In Rom wirkten in dieser Zeit auch mehrere Kardinäle, großenteils Dominikaner auf Seiten von Bischof Thomas II. und brachten offenbar auch die Dominikanerkonvente im Herzogtum Breslau auf ihre Seite. Im Gegensatz dazu blieben die Franziskaner auf der Seite des Herzogs und missachteten das Interdikt. Herzog Heinrich IV. vertrieb daraufhin die Dominikaner 1285 aus ihren Klöstern in Breslau, Frankenberg, Löwen und Crossen (Croschna).Nach Colmar Grünhagen ist dieses Croschna aber nicht Crossen, das ihm zu weit abseits der anderen genannten Klöster lag. Crossen gehörte damals auch nicht zum Herrschaftsbereich von Herzog Heinrich IV., sondern war zwischen 1277 und 1314 an die Markgrafen von Brandenburg verpfändet. Auch Eduard Mühle bietet in seiner Abbildung auf S. 35 Klöster und Bettelorden im piastischen Polen des 13. Jahrhunderts keine Lokalität für dieses Croschna an. Dagegen wird es von Klaus-Bernward Springer, Christian Gahlbeck und Felix Escher ohne weitere Diskussion mit Crossen (Krosno Odrzańskie) identifiziert. Die Urkunde über die Vertreibung der Dominikaner aus ihren Klöstern datiert Gustav Stenzel auf den 2. Dezember 1285. Mit der Aussöhnung der beiden Kontrahenten 1287 konnten die Dominikaner wieder in ihre Klöster Breslau, Löwen und Crossen zurückkehren. Sie kehrten aber nicht nach Frankenberg zurück bzw. gaben ihr dortiges Kloster bald danach auf, das Kloster wird nach 1285 nicht mehr urkundlich erwähnt. Die Dominikaner von Frankenberg siedelten sich wohl in Frankenstein an; 1302 ist das neue Kloster in Frankenstein erstmals urkundlich belegt. Werner sieht den Grund in der Verlegung darin, dass Frankenstein Frankenberg in seiner Entwicklung zur Stadt überflügelt hatte.

Wenn das Kloster Frankenberg bereits 1284 Sitz des Provinzials der polnischen Ordensprovinz der Dominikaner war, und damit ein bedeutendes Kloster, muss es demnach deutlich vor 1284 gegründet worden sein.

Die Klostergründung in Frankenstein Der erste urkundliche Nachweis des Klosters in Frankenstein stammt vom 14. Oktober 1302. Damals bestätigte der Pfarrer Christen, dass der verstorbene Hermann, Erbvogt von Frankenstein, ihm und seinen Nachfolgern einen jährlichen Zins von einem Vierdung (oder ¼ Mark) vermacht habe. Dessen Sohn Arnold, der jetzige Erbvogt von Frankenstein setzte fest, dass davon 2 Skot jährlichen Zins aus einer Schuhbank kommen solle. Er stiftete außerdem zum Seelenheil seiner verstorbenen Mutter Catharina einen halben Vierdung zu Anniversarien für seine Eltern. Dafür schenkte Erbvogt Arnold die Schuhbank dem Pfarrer Christen und seinen Nachfolgern. Allerdings sollten davon auch noch 2 Skot Zins an die Dominikaner und 2 Skot an die Baukasse der Pfarrkirche gehen.

1376 kam es zum Streit zwischen dem Prior der Dominikaner Jacobus Pores und dem Stadtpfarrer Petrus Kunzendorf, der sich durch die kirchlichen Amtshandlungen der Dominikaner finanziell und auch amtlich geschädigt fühlte. Der Pfarrer beleidigte den Prior des Dominikanerkloster mündlich und schriftlich. Der Dominikanerprior beschuldigte hingegen den Pfarrer Schriftstücke gefälscht zu haben. Am 22. April 1376 kam es in Breslau durch Dirslaus von Schwenkfeld zu einem Vergleich. Der Pfarrer entschuldigte sich für die Beleidigungen und der Prior nahm seine Beschuldigungen wieder zurück. Der Pfarrer musste sich auch verpflichten, wieder alle Personen, die etwa bei den Dominikanern gebeichtet hatten, in der Pfarrkirche zu den Sakramenten zuzulassen.

1397 erhielten die Dominikaner von den Altaristen des neu fundierten Hedwigs- oder Fronleichnamsaltars in der Pfarrkirche, den Brüdern Hermann und Ambrosius einen jährlichen Zins von einer halben Mark für Kerzen zur Beleuchtung der Klosterkirche.

Stadtpfarrer Jacob Mönch schenkte den Dominikaner 1399 einen jährlichen Zins von 2 Mark zum Kauf von einer Tonne Heringe, da die Dominikaner ja kein Fleisch essen (durften). Sollten sie dieses Ordensgebot nicht einhalten, sollte ihnen der Zins allerdings wieder entzogen werden. Auch ein weiterer Frankensteiner Bürger, Peter Ilgner, überwies der Stadt einen jährlichen Zins, damit die Stadt den Dominikanern Heringe kaufen konnte (ohne Jahr).

1411 erlaubte der Troppauer Herzog Johann II., der zugleich Landeshauptmann von Glatz war, den Dominikanern in einem bereits im Böhmischen gelegenen Wald freien Holzeinschlag (wohl in der Nähe von Böhmischwald bei Gabersdorf). Als Gegenleistung sollten die Dominikaner das Anniversarium nach dem Tod des Spenders begehen.

1419 erhielten die Dominikaner vom Rat der Stadt Frankenstein jährlich auf Allerheiligen zwei weiße Tücher und eine Tonne Heringe. Für diese Gabe sollten sie ein doppeltes Anniversarium mit Vigilien und Totenmesse halten.

Aus dem Frankensteiner Konvent ging Johann Melzer (Braxatoris/Braxiatoris/Brasiotoris) hervor, der 1394 an der Universität Leipzig promovierte und später im Orden eine herausragende Stellung erreichte. Er war zeitweise Generalvikar des Ordensmeisters, dann Provinzial der polnischen Ordensprovinz der Dominikaner und wirkte bei der Reform der Dominikanerklöster Breslau, Brieg und Frankenstein mit. Er starb 1446 in Pirna und ist in der dortigen Dominkanerklosterkirche begraben.

Die Zerstörung des Klosters in der Hussitenzeit und Wiederaufbau Über den Fortschritt des Baues von Kloster und Kirche verlautet in den Urkunden nichts. 1428 muss die Klosterkirche aber fertig gebaut gewesen sein, denn sie wurde in diesem Jahr durch den Einfall der Hussiten zerstört oder zumindest schwer beschädigt. Der Subprior Nikolaus Carpentarius predigte gegen die Hussiten und tadelte sie wegen ihrer Gräueltaten. Er wurde vor der Kirche auf einem Scheiterhaufen mit aus den Kirchen der Stadt zusammengetragenen Heiligenbildern verbrannt. Ein weiterer Bruder, der Prediger Johannes Buda, wurde in Stücke gehauen, und den Diakon Andreas Kantor töteten sie mit Pfeilen, nachdem sie ihn an den Torflügel des Breslauer Tores aufgehängt hatten. Die drei Getöteten wurden später auf dem Klosterfriedhof beigesetzt, später exhumiert und in einem Reliquiar in der Kirche untergebracht. Hoffmann sah 1820 noch an einem Pfeiler der Kirche die Inschrift: „Anno DMNI MCCCCXXVIII ipse .. in passione crematus est frater Nicolaus Car... subprior hujus Conventus hunc sanctissime vitae in introitu Coemiterii ab Hussitis, eo quod aperte praedicavit contra sectam ipsorum. Eodem die occiderunt Fratrem Joannem Budani eadem de causa concidentes in Frusta: Et alium Fratrem Andream Cantor. Diaconum occiderunt per sagittam Foris valvam Wratislav. Tunc enim devastarunt multas Civitates et Villas et pro majori Parte totam Sleziam.“

Die Dominikaner machten sich in den Folgejahren an den Wiederaufbau. Dazu mussten sie auch zu Verkäufen schreiten. 1442 verkaufte der Prior des Dominikanerklosters Frankenstein, Heinrich Keller, seine innegehabte Scholtisei und das Gericht mit seinen Einnahmen im Dorf Kunzendorf dem Matthes Hartmann und dessen Erben. Von der Klosterkirche wurde vermutlich nur der Chor wieder hergestellt. 1452 erhielt das Kloster für eine Messstiftung einen Garten vor dem Münsterberger Tor von Martin Zimmermann. Dafür mussten die Dominikaner 30 Messen für die Familie des Schenkers lesen.

1455 nahm König Ladislaus von Ungarn und Böhmen Kloster und Kirche in Frankenstein in seinen besonderen Schutz, besonders den Turm. Mit diesem Turm war ein Rundturm gemeint, dessen Überreste in den 1930er Jahren noch im Mauerwerk zwischen Altarraum und Kirchenschiff und Klostergebäuden vorhanden waren. Möglicherweise diente dieser Turm damals noch Verteidigungszwecken. Werner schließt aus der Lage des Turms, dass damals die Kirche nur aus dem Chorraum bestand und das Schiff später angebaut wurde.