Die Liste rechtsextremistisch und fremdenfeindlich motivierter Tathandlungen in Österreich zählt rechtsextremistisch und fremdenfeindlich motivierte Straftaten seit dem Jahr 1991 auf. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Angaben beziehen sich in erster Linie auf Angaben der Sicherheitsberichte, die im Auftrag der Österreichischen Bundesregierung verfasst wurden.
Erst seit dem Sicherheitsbericht von 1992 werden rechtsextremistisch und fremdenfeindlich motivierte Tathandlungen in Österreich systematisch erfasst.
1991 OrtBundeslandDatumBeschreibungLinzOberösterreichBrandanschlag unter Verwendung eines Molotowcocktails auf eine Moschee. Die Täter, die in rechtsextremen Kreisen vermutet werden, hatten weiters die Außenmauern der Moschee mit ausländerfeindlichen und antisemitischen Parolen besprüht. Es liegt keine Bekennung vor.WienWienDas Islamische Zentrum wird durch zwei versuchte Brandanschläge und Beschmierungen mit NS- und ausländerfeindlichen Parolen stark beschädigt. Die drei ausgeforschten Täter gehören einer rechtsgerichteten Gruppierung mit der Bezeichnung „Kameradschaftsfront“ an. 1992 OrtBundeslandDatumBeschreibungTraunkirchenOberösterreichBrandanschlag mit Molotowcocktail gegen die Flüchtlingsunterkunft Ettingen. Vier Täter, Anhänger von Gottfried Küssels VAPO, werden ausgeforscht.St. Margarethen an der RaabSteiermarkBrandanschlag auf den PKW eines afrikanischen Asylwerbers, Beschädigung weiterer PKWs vor der Flüchtlingspension Fuchs Proneg. Täter ausgeforscht.St. FlorianOberösterreichAttacke auf einen rumänischen Staatsangehörigen mit Tränengas-Spraydose. Rassistische Bedrohung einer Person mit Gasrevolver.DonawitzSteiermarkGeplanter Brandanschlag gegen ein Ausländerlokal durch sechs Personen. Vorbereitungshandlungen, keine Tatausführung.WienWienBrandanschlag auf eine Videothek in Wien-Ottakring durch Unbekannte. Anschlag wird mit den in der Auslage befindlichen Plakaten „Gegen Ausländerfeindlichkeit und Neonazis“ in Verbindung gebracht.KleinvolderbergTirolBrandanschlag und Schmieraktion mit Naziparolen an der Asylbewerberunterkunft Kleinvolderberg durch unbekannte Täter.WienWienDrei Schüsse aus einer Faustfeuerwaffe auf ein Pfarrheim, in dem bosnische Flüchtlinge untergebracht sind. Unbekannter Täter.WienWienBrandanschlag auf ein Flüchtlingslager durch unbekannte Täter.GutensteinNiederösterreichBrandanschlag auf ein Asylwerberheim durch unbekannte Täter.LinzOberösterreichBrandanschlag auf ein Gastarbeiterwohnheim mit einem Molotowcocktail.KapfenbergSteiermarkInbrandsetzung einer Anschlagtafel mit Kundmachungen im Asylwerberheim Ramsauer.GrinzensTirolZwei betrunkene Jugendliche überfallen eine Gastarbeiterunterkunft und verletzen drei Angehörige einer jugoslawischen Familie.
1993 OrtBundeslandDatumBeschreibungWienWienSchusswaffenattentat auf eine Flüchtlingsunterkunft. Unbekannter Täter.KapfenbergSteiermarkBombendrohung gegen das Asylwerberheim Ramsauer (siehe 23. September 1992). Täter ausgeforscht.WienWienVersuchter Brandanschlag auf das Pfarrheim St. Paul-Raho durch unbekannte Täter.WienWienBrandanschlag mit Molotowcocktails auf die Fassade eines von einem Staatsangehörigen aus dem ehemaligen Jugoslawien bewohnten Hauses. Täter ausgeforscht.BludenzVorarlbergIn einem leerstehenden Gebäude in Bludenz, das zu einer Moschee umgebaut werden soll, bricht drei Mal in kurzer Zeit hintereinander Feuer aus. Sicherheitsdirektor Elmar Marent geht von Brandstiftung aus: „Ob es allerdings rechtsextreme, religiöse Hintergründe hatte, oder ob nachbarschaftliehe Animositäten im Spiel waren, ist ungewiß.“ Das an die Außenwand gesprühte Hakenkreuz, das als Symbol der Skinheads bekannte „Keltenkreuz“ und die SS-Runen weisen jedoch auf rechtsextreme Hintergründe hin.HartbergSteiermarkDer Pfarrer August Janisch wird durch eine Briefbombe an der linken Hand und im Gesicht schwer verletzt.WienWienDie Moderatorin der ORF-Minderheitenredaktion Silvana Meixner wird durch eine Briefbombe an den Händen und im Gesicht schwer verletzt.WienWienIn der Caritas-Zentrale in Wien wird eine Briefbombe entdeckt, adressiert an den Präsidenten der Caritas Österreich, Helmut Schüller. Die Briefbombe wird abgefangen und entschärft.Bad RadkersburgSteiermarkDie Briefbombe, die an Wolfgang Gombocz, den Obmann des slowenischen Kulturvereins Artikel-VII, adressiert ist, wird abgefangen und entschärft. „Neben den angeführten Tathandlungen kam es […] zu zahlreichen anonymen Drohanrufen und Drohschreiben rechtsextremistischen, ausländerfeindlichen Inhaltes gegen Asylanten- und Flüchtlingsunterkünfte bzw. gegen einzelne ausländische Staatsangehörige.“
1994 OrtBundeslandDatumBeschreibungHainburgNiederösterreichAnonyme Drohschreiben an türkische Staatsangehörige. In diesen Briefen wurden sie aufgefordert „in ihr Heimatland zurückzukehren, ansonsten könnte es zu Anschlägen wie in Deutschland kommen“.
1995 OrtBundeslandDatumBeschreibungOberwartBurgenlandSprengstoffanschlag gegen Angehörige der ethnischen Minderheit der Roma in OberwartlBurgenland. Vier männliche Angehörige wurden bei dem Versuch, einen als Hinweistafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“ getarnten Sprengkörper zu entfernen, getötet.StinatzBurgenlandDetonation einer Rohrbombe. In der überwiegend von der kroatischen Volksgruppe bewohnten Ortschaft detonierte eine, in einer präparierten Spraydose applizierte Rohrbombe, welche im Bereich eines öffentlichen Altstoffsammelzentrums hinterlegt worden war. Die Explosion wurde durch einen Mitarbeiter des Umweltdienstes ausgelöst, der beim Versuch, den getarnten Sprengkörper zu entfernen, schwer verletzt wurde.Bad KleinkirchheimKärntenSachbeschädigung an den Autoreifen von insgesamt 9 PKWs mit ausländischer Zulassung.
Einzelnachweise
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