mini|hochkant|Alfred David Bamberger, Juni 1915 Alfred David Bamberger (geboren am 18. August 1890 in Lichtenfels, Oberfranken, Königreich Bayern, Deutsches Reich; gestorben am 22. März 1956 in Irvington, Essex County, New Jersey, Vereinigte Staaten) war ein deutsch-US-amerikanischer Unternehmer und Firmengründer.Alfred Bamberger (Nachruf). In: The Jewish News, Vol. XIV, No. 13, 30. März 1956, S. 25.Dr. Herbert Loebl OBE: The Holocaust – 1800 Years in the Making. Exemplified since ca. 1030 by the Experience of the Jewish Community of Bamberg in Franconia. A course of 9 lectures. Department of Religious Studies, University of Newcastle upon Tyne, Winter Term 1989. Selbstverlag, Newcastle upon Tyne 1989, . Darin nicht enthalten: Chapter IV – The Bamberger Families of Burgkunstadt and Mitwitz, unvollendet, unveröffentlicht, S. 66–68.

Familie mini|hochkant|Grabstein der ersten Tochter Alfred D. Bambergers auf dem Jüdischen Friedhof in Coburg mini|hochkant|Gruppenfoto der Bamberger-Cousins und -Cousinen mit Alfred Bambergers Kindern Rudolf „Rudi“ Walter (ganz links stehend) und Gertrude „Traudl“ (ganz rechts auf der Bank sitzend), Sommer 1937 Alfred David Bamberger war das einzige Kind des oberfränkischen Korbwarenfabrikanten Friedrich „Fritz“ Bamberger (geboren am 15. Dezember 1862 in Mitwitz, Oberfranken, Königreich Bayern; gestorben am 29. Juni 1942 im Ghetto Theresienstadt, Protektorat Böhmen und Mähren)Fritz Bamberger. In: Yad Vashem – The World Holocaust Remembrance Center, auf: yadvashem.orgBamberger, Fritz. In: Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, auf: bundesarchiv.deFritz Bamberger. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.org und dessen Ehefrau Emilie „Milli“ Ida Kaumheimer (geboren am 12. März 1870 in Burgkunstadt, Oberfranken; ermordet nach dem 19. September 1942 im Vernichtungslager Treblinka, Generalgouvernement),Emilie (Milly) Bamberger, geb. Kaumheimer. In: Gedenkbuch München, auf: muenchen.deEmilie Ida Bamberger. In: Yad Vashem – The World Holocaust Remembrance Center, auf: yadvashem.orgBamberger, Emilie Ida. In: Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, auf: bundesarchiv.deEmilie Bamberger. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.org die am 8. Juli 1889 in Lichtenfels geheiratet hatten.Fritz Bamberger. In: Gedenkbuch München, auf: muenchen.de Er wuchs in der Bamberger Straße 45 (seit etwa Mitte 1937 geänderte Hausnummerierung: Bamberger Straße 21) in Lichtenfels auf.

Sein zweiter Vorname nimmt Bezug auf seinen Großvater David Bamberger (geboren am 24. Dezember 1811 in Mitwitz, Mainkreis; gestorben am 23. Juni 1890 in Lichtenfels, Oberfranken), der etwa 1837 das Familienunternehmen D. Bamberger gegründet hatte, das nach ihm durch zwei seiner Söhne (Philipp und Fritz) und drei seiner Enkel (Otto, Ludwig und Alfred) über insgesamt ein Jahrhundert bis zur „Arisierung“ durch die Nationalsozialisten geführt wurde.Hans Kühnlein: Die ehemalige Korbfirma D. Bamberger. Maschinenschriftliches Manuskript. Stadtarchiv Lichtenfels, Lichtenfels 1990.

Alfred David Bamberger heiratete Regina „Regi“ Schwarzhaupt (geboren am 13. April 1898 in Straubing, Niederbayern; gestorben am 23. März 1950 in Newark, New Jersey),Mrs. Bamberger Succumbs at 51 (Nachruf). In: The Jewish News, Vol. VIII, No. 13, Newark, New Jersey, 31. März 1950, S. 16. eine Tochter des bayerischen Unternehmers Carl Schwarzhaupt (geboren am 30. April 1866 in Regensburg, Oberpfalz, Königreich Bayern; ermordet am 20. Januar 1943 im Ghetto Theresienstadt, Protektorat Böhmen und Mähren)Schwarzhaupt, Karl Carl. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, Bundesarchiv, auf: bundesarchiv.deCarl (auch: Karl) Schwarzhaupt. In: Gedenkbuch München, auf: muenchen.deCarl Schwarzhaupt. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgKarl Schwarzhaupt. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.org und dessen Ehefrau Emma Mandelbaum (geboren am 2. Februar 1875 in München, Königreich Bayern; ermordet am 8. März 1944 im Ghetto Theresienstadt, Protektorat Böhmen und Mähren).Schwarzhaupt, Emma. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945, Bundesarchiv, auf: bundesarchiv.deEmma Schwarzhaupt, geb. Mandelbaum. In: Gedenkbuch München, auf: muenchen.deEmma Schwarzhaupt. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgEmma Schwarzhaupt. In: Yad Vashem – Internationale Holocaust-Gedenkstätte, auf: yadvashem.org

Carl Schwarzhaupt war neben seinen Brüdern Mitinhaber einer in Franken und Bayern bestehenden Kette von Einzelhandelsgeschäften, die beispielsweise in Nürnberg, Regensburg, Straubing und München renommierte Bekleidungshäuser unter den Namen Vereinigtes Kaufhaus Aktiengesellschaft bzw. Damenkonfektion Emanuel Schwarzhaupt betrieb.Emanuel Schwarzhaupt (geboren am 19. Juni 1832 in Forth; gestorben am 3. März 1905 in Regensburg) war mit Babette Springer (geboren am 24. März 1840 in Hüttenbach; gestorben am 5. April 1905 in Regensburg) verheiratet. Er war der Gründer des Unternehmens Vereinigtes Kaufhaus Aktiengesellschaft, das bis zu der von den Nationalsozialisten betriebenen „Arisierung“ bzw. „Entjudung“ in Familienbesitz blieb. Nach Emanuel Schwarzhaupts Tod führten seine sechs Söhne die Bekleidungsgeschäfte unter dem Namen ihres Vaters weiter. – Zitiert nach: Margarete Wagner-Braun: Jüdische Unternehmer. Religiöse Minderheit, aber wirtschaftliche Elite im Regensburg des 19. Jahrhunderts. In: Markus A. Denzel, Matthias Asche, Matthias Stickler (Hrsg.): Religiöse und konfessionelle Minderheiten als wirtschaftliche und geistige Eliten (16. bis frühes 20. Jahrhundert). Scripta Mercaturae Verlag, St. Katharinen 2009 (= Büdinger Forschungen zur Sozialgeschichte), ISBN 978-3-89590-177-5, S. 371–409.Klaus Hofmann: Die Verdrängung der Juden aus öffentlichem Dienst und selbständigen Berufen in Regensburg 1933–1939. Peter Lang Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-631-45547-X, S. 193.Suzanne Loebl: At the Mercy of Strangers – Growing up on the Edge of the Holocaust. Pacifica Press, Pacifica, CA, USA, 1997, ISBN 0-935553-23-1, S. 5–15.Emanuel Schwarzhaupt, Damenkonfektion, Regensburg, Posthorngäßchen, Watmarkt 1. – Zitiert nach: Siegfried Wittmer: Regensburger Juden – Jüdisches Leben von 1519 bis 1990. (= Regensburger Studien und Quellen zur Kulturgeschichte, Band 6) Universitätsverlag Regensburg, Regensburg 1996, ISBN 3-930480-10-7, S. 192, 225, 239.

Aus der Ehe von Alfred David und Regina „Regi“ Bamberger gingen drei Kinder hervor, Rudolf „Rudi“ Walter (geboren am 24. Januar 1923 in Coburg, Oberfranken; gestorben als Rudolph W. Bamberger am 17. Februar 1984 in Summit, Union County, New Jersey, Vereinigte Staaten),Rudolph Bamberger (Nachruf). In: The Jewish News, Vol. XXVIII, No. 9, 1. März 1984, S. 57. Gerda Inge (geboren am 5. Juni 1925 in Coburg; gestorben am 2. Dezember 1925 ebenda) und Gertrude „Traudl“ (geboren am 30. November 1926 in Coburg; gestorben als Gertrude Katz am 28. Juni 1979 in Memphis, Shelby County, Tennessee, USA).Gerda Inge Bamberger verstarb als Kleinkind im Alter von knapp 6 Monaten und wurde in der Kinderabteilung des Jüdischen Friedhofs auf dem Glockenberg in Coburg beigesetzt.Claude P. Bamberger: History of a Family – The Bambergers of Mitwitz and Lichtenfels 1770–1993. Selbstverlag, Tenafly, NJ, USA, 1993, , S. 56.

Nach dem frühen Tod seiner Ehefrau Regina „Regi“ im März 1950 heiratete Alfred D. Bamberger am 15. April 1951 Selma Noymer,Bamberger Selm Levite, married April 15th 1951, #5893426, Petition #380254. In: US National Archives, auf: archives.gov geboren als Selma Levite (* ca. 1898 in Nürnberg, Mittelfranken),Name change from Selma Levite Neumetzger to Selma Levite Noymer, 4. April 1944. In: US National Archives, auf: archives.gov die in erster Ehe mit dem Kaufmann Siegfried Neumetzger (* ca. 1894 in Bopfingen) verheiratet gewesen war und bis zu ihrer NS-bedingten Emigration im Oktober 1937 in Nürnberg gewohnt hatte.List or Manifest of Alien Passengers for the United States Immigrant Inspector at Port of Arrival, List 5 Quota and Non-Quota. S.S. Statendam, Passengers Sailing from Rotterdam, October 9, 1937. Arriving at Port of New York, N.Y., October 16th, 1937. Pos. 20 Neumetzger, Siegfried, Age 43 Yrs. Merchant, Place of Birth: Bopfingen; Pos. 21 Neumetzger, Selma, Age 39 Yrs. Wife [of Pos. 20], Housewife, Place of Birth: Nuremberg. Pos. 22 Neumetzger, Ernst, Age 16 Yrs.; Pos. 23 Neumetzger, Hilde, Age 12 Yrs.

Die zweite Ehe von Alfred D. Bamberger blieb kinderlos; seine zweite Ehefrau brachte jedoch zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe, Ernst August Anton Neumetzger (geboren am 30. Juni 1921 in Nürnberg; gestorben als Ernest Noymer am 4. Juli 2007 in Floral Park, Nassau County, New York) und Hilde Ursula Neumetzger (* 1925 in Nürnberg; gestorben als Hilda U. Forchheimer im August 2018 in Westchester, New York, USA), mit.Ernest Noymer, Interview Code 37979. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgHilde Neumetzgers neuer Familienname nach Emigration lautete ebenfalls Noymer, später verheiratete Forchheimer. Ihr Rufname veränderte sich durch sprachliche Anpassung an den anglophonen Sprachraum zu Hilda. Sie war mit Rudolph Forchheimer (geboren am 5. Juni 1918 in Nürnberg) verheiratet, der lt. Deutschem Reichsanzeiger Nr. 242 v. 15. Oktober 1940 zusammen mit weiteren Familienangehörigen expatriiert wurde.Rudolf Forchheimer. In: United States Holocaust Memorial Museum, auf: ushmm.orgRudolph Forchheimer, auf: prabook.com

Schule und Ausbildung Alfred David Bamberger besuchte die römisch-katholisch geprägte Volksschule (heute: Dr.-Roßbach-Grundschule) in Lichtenfels. Über seine weitere Schulbildung und Ausbildung ist nichts bekannt. Bei seiner Emigration gab er gegenüber der US-Einwanderungsbehörde an, Deutsch, Englisch und Französisch lesen und schreiben zu können.List or Manifest of Alien Passengers for the United States Immigrant Inspector at Port of Arrival, List 17, S.S. Veendam, Passengers Sailing from Southampton, 12th December 1939. Arriving Port of New York N.Y. December 22nd, 1939. No. 16 Bamberger, Alfred, Age 49 Yrs. Married. Calling or occupation: Merchant. Able to read and write: Eng, Ger, Fr. Nationality: German. Race or people: German. Place of Birth: Germany, Lichtenfels, Bay. Immigration Visa: QIV 12797. Issued London, 10-Nov-1939. Last permanent residence: Coburg. Nearest relative or friend: Parents: Fritz & Emilie Bamberger, 23 Bambergerstrasse, Lichtenfels, Bayern, Germany. Final destination: Ohio, Cleveland. Whether going to join a relative or friend: Uncle Gustave Bamberger, 1490 East 106th St. Cleveland, Ohio. Length of time alien intends to remain in the United States: Always. Dies und seine Rolle als Nachfolger seines Vaters im Familienbetrieb legt eine kaufmännisch ausgerichtete Ausbildung und internationale Geschäftskontakte nahe.

Erster Weltkrieg