mini|Hartmut Bartmuß (2023) Kurt Paul Hartmut Bartmuß (* 1944 in Zwickau) ist ein deutscher Pfarrer der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche im Ruhestand und Autor.Biografie Hartmut Bartmuß auf zeitzeugenbuero.de, abgerufen am 26. Mai 2024 Er lebt in Bielefeld.Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (Hg.), Anschriftenverzeichnis 2024, S. 24
Leben Hartmut Bartmuß wuchs in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR auf und war seit 1958 Vollwaise. Er machte von 1959 bis 1962 eine Lehre als Hochseefischer und wurde dann Soldat auf einem Raketenschnellboot der Volksmarine. Er ließ sich 1966 in Uniform in der Paulus-Kapelle Dranske konfirmieren. Seine intensiver werdenden Kontakte zur Evangelischen Kirche brachten ihm Konflikte mit staatlichen Stellen ein. Er erhielt ein Parteiverfahren und wurde von der Mitgliederliste der SED gestrichen.
Pfarrer in der DDR Von 1967 bis 1972 studierte er Evangelische Theologie an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Hier war er für die freitäglichen Andachten an der Universitätskirche St. Pauli verantwortlich. 1968 wurde diese auf Betreiben der SED-geführten Universität und Stadtverwaltung gesprengt. Kurz vor der Sprengung wurden Bartmuß der Schlüssel zur Kirche abgenommen. Der Theologiestudent stand damals bereits unter Beobachtung der Staatssicherheit.
Nach dem Examen arbeitete er als landeskirchlicher Pfarrer, zuerst in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens als Pfarrer in Burkersdorf (Erzgebirge), ab 1979 in der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg als Pfarrer in Hennigsdorf (bei Berlin). Er nahm am 26. August 1976 im Talar an der Beisetzung von Oskar Brüsewitz in Rippicha teil, der sich aus Protest gegen Bildungs- und Kirchenpolitik der DDR selbst verbrannt hatte. Später betreute Bartmuß Ausreisewillige und geriet zunehmend in Konflikt mit dem SED-Staat.
Pfarrer in der Bundesrepublik Am 6. Oktober 1982 konnte er in die Bundesrepublik ausreisen und wurde 1983 Pfarrer der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), zunächst in Bielefeld, eher er 1993 an die Große Kreuzkirchengemeinde in Hermannsburg berufen wurde, wo er bis 2003 verblieb. Während seiner Zeit in Hermannsburg engagierte er sich in der Notfallseelsorge. Später wurde er Pfarrer in Wernigerode.
Ehrenamtlich arbeitete er über viele Jahre als Redaktionsmitglied der SELK-Kirchenzeitung Lutherische Kirche und als Autor für den SELK-Nachrichtendienst SELK INFORMATIONEN (SELK.Info) mit; aus der Mitarbeit in den SELK.Info ist das Buch „50 Jahre – 50 Köpfe“ entstanden. Er vertrat die SELK in der Leitungsarbeit der kirchlichen Präsenz auf der Weltausstellung Expo 2000 und arbeitete langjährig mit Mandat aus dem Bereich der SELK in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Niedersachsen mit. Bartmuß engagierte sich ehrenamtlich auf dem Segelschulschiff GREIF.
Bartmuß war Alter Herr der Hannoverschen Burschenschaft Ghibellinia-Leipzig in der Deutschen Burschenschaft.Hartmut Bartmuß: Nicht alte Fehler wiederholen - Leserbrief zu Hans-Helmuth Knütter: "Heraus aus den Häusern" BBL 3/1997, in: Burschenschaftliche Blätter, 112. Jg. (1997), H. 4, S. 214. 2008 trat er aus der Burschenschaft aus.Deutsche Burschenschaft: Nachrichtenblatt 305 vom 12. Februar 2009, S. 11.
Er wirkte auf verschiedene Weise zusammen mit anderen an Positionierungen gegen rechtsextreme Politik und Lebensäußerungen.Hinweis in Biografie bei Thalia: https://www.thalia.de/autor/hartmut+bartmuss-9616812/ Sein Engagement gegen das von Jürgen Rieger betriebene Zentrum Hetendorf 13 brachte ihm unter Rechtsextremen den Spottnamen Hetzpfaffe ein. Im Verlag Hentrich & Hentrich (Leipzig), einem Verlag für jüdische Kultur und Zeitgeschichte, veröffentlichte er mehrere Lebensbilder bedeutender jüdischer Männer.
Veröffentlichungen Hugo Hirsch: Wer wird denn weinen …, Jüdische Miniaturen 122, Leipzig 2012, ISBN 978-3-942271-54-7 Bernhard Dernburg: Kolonialpolitiker der Kaiserzeit, Jüdische Miniaturen 148, Leipzig 2014, ISBN 978-3-95565-034-6 Joseph Bendix: Regierungsbaumeister, Ingenieur und Offizier in Deutsch-Südwestafrika, Jüdische Miniaturen 168, Leipzig 2015, ISBN 978-3-95565-094-0 Alexander Lion: Arzt, Sanitätsoffizier, Pfadfinder, Jüdische Miniaturen 219, Leipzig 2017, ISBN 978-3-95565-233-3 Emin Pascha: Schlesier, Mediziner, Forscher, Beamter auf drei Kontinenten, Leipzig 2022, ISBN 978-3-95565-449-8 50 Jahre – 50 Köpfe. Porträtskizzen aus dem Leben selbständiger evangelisch-lutherischer Kirchen, Oberurseler Hefte 59, Oberursel 2023, ISBN 978-3-921613-60-3 Joseph Bendix. Briefe und Feldpostkarten aus Deutsch-Südwestafrika Oktober 1903 bis März 1904. Journal of Namibian Studies, 19 (2016): 109 - 122. Protest gegen Kirchensprengung – 423 Jahre nach Luthers letzter Predigt in Leipzig. In: Christen drüben. 1/1988, S. 13–17. . Zur Paulinerkirche (Leipzig) "So nimm denn meine Hände …" Pfarrer Brüsewitz und der schwere Entschluß aus dem Leben zu scheiden. In: Christen drüben. 3/1986, S. 13–15.
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Autorenprofil bei Hartmut Bartmuß – Hugo Hirsch
Hartmut Bartmuß beim Zeitzeugenbüro Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche Kategorie:Zeitzeuge der SED-Diktatur Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Biografie Kategorie:Betroffener eines Parteiausschlussverfahrens (SED) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Mann