Beetlejuice Beetlejuice ist eine US-amerikanische Fantasy-Horrorkomödie von Tim Burton aus dem Jahr 2024. Es handelt sich um die Fortsetzung des Films Beetlejuice aus dem Jahr 1988, in der Michael Keaton erneut den titelgebenden Poltergeist spielt. Ebenso sind wieder Winona Ryder und Catherine O’Hara neben Jenna Ortega in einer neuen Rolle zu sehen.
Handlung 36 Jahre nach der verhinderten Hochzeit mit dem Bio-Exorzisten Beetlejuice wird die inzwischen erwachsene Lydia Deetz noch immer von Visionen geplagt und sieht ihn unter anderem im Publikum, als sie eine neue Episode ihrer Fernsehsendung Ghost House aufzeichnet.
Kurz darauf wird sie von ihrer Stiefmutter Delia Deetz kontaktiert und erfährt vom Tod ihres Vaters Charles, der nach einem Flugzeugabsturz von einem Hai getötet wurde. Beide organisieren die Beerdigung von Charles in Winter River, wobei auch Lydias Manager Rory und ihre rebellische Tochter Astrid anwesend sind. Letztere hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter, da ihr Vater Richard vor zwei Jahren im Amazonasgebiet verschwand und sie ihr vorwirft, ihn nicht geliebt zu haben. Während der Beerdigung macht Rory Lydia einen Heiratsantrag, den diese widerwillig annimmt. Astrid ergreift daraufhin auf einem Fahrrad die Flucht und fährt durch Winter River, durchbricht jedoch infolge einer Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr den Zaun eines fremden Grundstücks, wo sie bei einem Baumhaus den etwa gleichaltrigen Teenager Jeremy Frazier kennenlernt.
Derweil hat Beetlejuice im Jenseits mit eigenen Problemen zu kämpfen: Seine Exfrau Delores, die er zu Lebzeiten heiratete und dann mit einer Axt zerstückelte, nachdem sie ihn vergiftet hatte, setzt sich wieder zusammen und sinnt auf Rache. Ihrer Suche fallen ein Hausmeister, ein Wäschereibesitzer und Bob, ein Mitarbeiter Beetlejuices, zum Opfer. Diese Morde rufen den Polizisten Wolf Jackson auf den Plan, der sich bei Beetlejuice nach ihr erkundigt. Dieser behauptet jedoch, sie nicht zu kennen. Als Beetlejuice durch einen Zeitungsbericht von Lydias Anwesenheit in Winter River erfährt, sieht er seine Chance gekommen.
Über Halloween verbringt Astrid Zeit mit Jeremy, der sich als Geist herausstellt und ihr anbietet, ihren Vater im Jenseits wiederzusehen. Unter Verwendung einer Beschwörung aus dem Handbuch für kürzlich Verstorbene betreten die beiden das Reich der Toten. Lydia erfährt zeitgleich durch die Maklerin Jane Butterfield Jr., dass Jeremy vor 23 Jahren seine Eltern brutal ermordete und beim Versuch der Polizei ihn festzunehmen vom Baumhaus stürzte und sich das Genick brach. Da Lydia zu spät erscheint, ruft sie widerwillig Beetlejuice zur Hilfe und akzeptiert im Gegenzug, ihn zu heiraten. Die Hochzeit würde ihm die Flucht aus dem Jenseits und somit vor Delores ermöglichen sowie ihn wieder zum Menschen machen.
Delia hält zeitgleich beim Grab ihres Ehemannes eine Zeremonie mit nicht mehr giftigen Schlangen ab, wird wider Erwarten doch von ihnen gebissen, dadurch getötet und kommt ebenfalls ins Jenseits. Astrid soll wiederum den Soul Train nehmen, der sie ins Wahre Paradies bringt. Dadurch würde Jeremy wieder zum Menschen werden und sein Leben zurückbekommen, denn durch die Beschwörung haben sie die Plätze getauscht. Am Zugschalter erkennt Astrid ihren Vater wieder, der sie und Lydia, die sie zwischenzeitlich gefunden hat, vor einem Sandwurm rettet. Bevor Jeremy wieder zum Menschen werden kann, interveniert Beetlejuice und befördert ihn durch eine Falltür in die Hölle. Da nun auch Beetlejuice von Wolf gesucht wird, weil er Lydia illegal ins Jenseits brachte, geht er auf Delias Forderung ein, ihr zu helfen, Charles zu finden, wenn sie ihm hilft, Lydia zu finden.
Durch Richard erreichen Lydia und Astrid wieder das Diesseits und begeben sich in die Kirche, wo sie Rory heiraten soll. Beetlejuice und Delia kommen letztlich ebenfalls in die Kirche. Dort verabreicht er Rory ein Wahrheitsserum, wodurch dieser gesteht, Lydia nur wegen des Geldes heiraten zu wollen. Daraufhin beginnt die Hochzeitszeremonie von Beetlejuice und Lydia, allerdings wird diese sowohl von Delores als auch von Wolf und dessen Helfern unterbrochen.
Astrid gelingt es parallel mithilfe des Handbuchs, einen Sandwurm zu entfesseln, der Delores und Rory verschlingt, während Beetlejuice Wolf samt Helfern einfriert. Dadurch, dass Beetlejuice Lydia illegal ins Jenseits schleuste und somit eine Regel verletzte, wird die Hochzeit jedoch nichtig und Lydia schließt mit dem Bio-Exorzisten ab, indem sie ihn wieder ins Jenseits schickt. Lydia und Astrid verabschieden sich auch von Delia, die von Wolf zurück ins Jenseits geleitet wird und beim Soul Train mit Charles wieder vereint wird.
Später verkündet Lydia das Ende ihrer Fernsehsendung, um so mehr Zeit mit Astrid und somit den Lebenden zu verbringen. Dennoch erlebt Lydia einen weiteren Albtraum, in welchem Astrid ein Beetlejuice-Baby zur Welt bringt. Nachdem sie aus diesem Traum erwacht, sieht sie in einem weiteren Albtraum Beetlejuice neben sich liegen. Als sie auch daraus erwacht, muss sie feststellen, dass er noch immer nicht aufgegeben hat, sie heimzusuchen.
Produktion Vorgeschichte mini|hochkant|Regisseur und Produzent Tim Burton (2024) Nach mehreren frühen Anläufen beauftragte Warner Bros. 2011 den Drehbuchautoren Seth Grahame-Smith, der schon in Dark Shadows als Drehbuchautor arbeitete, eine Fortsetzung zu schreiben und zu produzieren. Michael Keaton erklärte, er „würde gerne ein weiteres Mal den Lottergeist spielen“, bestand jedoch „auf der Anwesenheit von Tim Burton“ am Filmprojekt., moviepilot.com, abgerufen am 24. August 2014. Nach mehreren erfolglosen Versuchen verlautete Warner Bros. im Jahr 2019 die Einstellung des Projekts. 2022 wurde jedoch die Wiederaufnahme des Projekts bekannt, nun produziert von Brad Pitts Produktionsfirma Plan B Entertainment sowie Warner Bros.
Tim Burton und Michael Keaton kehrten schließlich jeweils als Regisseur und Hauptdarsteller zurück und versuchten den Film möglichst handgemacht und ohne exzessiven Gebrauch von technischen Hilfsmitteln anzugehen. Laut Burton bleibt sich Beetlejuice in seiner Art treu und man hatte nie geplant, daran etwas zu ändern; zudem erachtete Keaton es als wichtig, dass Beetlejuice wie im Vorgänger nur begrenzt im Film zu sehen ist.
Als Drehbuchautoren kamen schließlich Alfred Gough und Miles Millar an Bord, welche mit Burton bereits die Fernsehserie Wednesday (seit 2022) verantwortet hatten; für die Musik ist erneut Danny Elfman verantwortlich. Für die Kostüme zeichnet die mehrfach ausgezeichnete Colleen Atwood verantwortlich.
Besetzung
Neben Keaton kehrten auch Winona Ryder und Catherine O’Hara in ihren Rollen als Lydia Deetz und Delia Deetz zurück. Jeffrey Jones als Charles Deetz, Alec Baldwin als Adam Maitland und Geena Davis als Barbara Maitland wurden indes nicht für die Fortsetzung verpflichtet, wenngleich die Autoren mit dem Gedanken gespielt hatten, die Maitlands in den Film einzubauen. Das Fehlen von Jeffrey Jones wurde nicht offiziell kommentiert, ein Zusammenhang mit seiner zwischenzeitlichen Verurteilung als Sexualstraftäter gilt aber als wahrscheinlich. Trotzdem ist die Figur des Charles Deetz im Verlauf des Films durch verschiedene Formen zu sehen, so als kopfloser Geist, wobei dessen Schauspieler und Sprecher ungenannt bleiben, in Archivbildern und Gemälden sowie in einer animierten Sequenz, die den Tod der Figur zeigt; die Inspiration für den Tod der Figur war Burton selbst, der in einem Albtraum seinen Tod in dieser Art und Weise erlebte.
Neuzugänge umfassen Jenna Ortega als Astrid Deetz, Justin Theroux als Rory, Monica Bellucci als Delores und Willem Dafoe als Wolf Jackson. In weiteren Rollen sind Burn Gorman als Pater Damien, Arthur Conti als Jeremy Frazier, Amy Nuttall als Jane Butterfield Jr., Filipe Cates als Vlad und Santiago Cabrera als Richard zu sehen, zudem spielt Danny DeVito einen namenlosen Hausmeister. Auch Regisseur Burton selbst ist im Film zu hören, er lieh in zwei Szenen Baby Betelgeuse seine Stimme.
Dreharbeiten und Postproduktion Die Dreharbeiten mit Kameramann Haris Zambarloukos begannen im Mai 2023 und wurden durch Verzögerungen des SAG-AFTRA-Streiks erst im November 2023 abgeschlossen. Als Filmeditor fungiert Jay Prychidny. Gedreht wurde unter anderem in England im Dorf Preston in Hertfordshire, in den USA in Corinth und Melrose.
Im März 2024 erklärte Keaton, eine komplette Rohfassung des Filmes gesehen zu haben.
Filmmusik und Soundtrack-Album Wie schon im ersten Teil steuerte Elfman die Filmmusik bei, wobei der Soundtrack zudem lizenzierte Songs aus dem Film enthielt. Auch wurde der Banana Boat Song verwendet, hier gecovert vom Alfie Davis and the Sylvia Young Theatre School Choir; die Veröffentlichung erfolgte am 23. Mai 2024. Das aus 11 Musikstücken bestehende Soundtrack-Album wurde am 30. August durch WaterTower Music veröffentlicht, eine Vinyl Edition soll durch Waxwork Records erscheinen.
Marketing und Veröffentlichung Im Februar 2024 wurde mit Beetlejuice Beetlejuice der Titel des Films bekannt. Am 23. Mai 2024 erschien ein längerer Trailer.
Die Premiere des Films fand am 28. August 2024 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig statt, wo Beetlejuice Beetlejuice als Eröffnungsfilm gezeigt wurde.Lea Morgenstern: „Beetlejuice Beetlejuice“ eröffnet die diesjährigen Filmfestspiele von Venedig. In: Blickpunkt:Film, 2. Juli 2024.
Die Kinostart des Films erfolgt am 6. September 2024 in den USA, in Deutschland am 12. September.
Die VoD-Veröffentlichung erfolgte am 8. Oktober 2024, die Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray Disc am 19. November. Ab dem 6. Dezember wurde der Film ins Programm des Streaminganbieters Max aufgenommen. Ein Tag später erfolgte die TV-Premiere durch HBO.
Eine weitere potentielle Fortsetzung schloss Burton vorerst aus.
Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Björn Schalla bei FFS Film- & Fernseh-Synchron in Berlin. Rolle Schauspieler Synchronsprecher Betelgeuse Michael Keaton Joachim Tennstedt Lydia Deetz Winona Ryder Katrin Decker Delia Deetz Catherine O’Hara Sabine Jaeger Astrid Deetz Jenna Ortega Magdalena Montasser Rory Justin Theroux Marcus Off Delores Monica Bellucci Christin Marquitan Jeremy Frazier Arthur Conti Julian Tennstedt Wolf Jackson Willem Dafoe Reiner Schöne Pater Damien Burn Gorman Björn Schalla Jane Butterfield Jr. Amy Nuttall Dorette Hugo Richard Santiago Cabrera Frank Schaff Hausmeister Danny DeVito Axel Lutter Charles Deetz Charlie Hopkinson (Stimme) Tobias Meister
Rezeption Einspielergebnis Ersten Prognosen zufolge wurde am ersten Wochenende ein Einspielergebnis zwischen 60 und 80 Millionen US-Dollar erwartet, weitere gingen von einem Ergebnis zwischen 100 und 110 Millionen US-Dollar aus. Durch erste Previews konnte der Film vor dem regulären Start bereits 13 Millionen US-Dollar einspielen, am ersten Tag erreichte er 42 Millionen US-Dollar.
Am ersten Wochenende konnte Beetlejuice Beetlejuice 111 Millionen US-Dollar einspielen, womit er das zweithöchste Eröffnungswochenende im September nach Es, das zweithöchste Eröffnungswochenende eines Films von Burton nach Alice im Wunderland (beide 2017) und das dritthöchste Eröffnungswochenende des Jahres 2024 nach Deadpool & Wolverine und Alles steht Kopf 2 erzielte. Auch in den Folgewochen hielt sich der Film weiterhin an der Spitze und setzte sich gegen die Konkurrenten Speak No Evil und Transformers One durch, wurde in seiner vierten Woche letztlich von Der wilde Roboter abgelöst.