mini|Hl. Michael-Altar in der Stiftskirche Klosterneuburg, Planskizze des Bildhauers Johann Peter Spaz von 1690 Giovanni Pietro Spazio (auch Johann Peter Spatz, Johann Peter Spaz. * in Lanzo d’Intelvi, LombardeiListe von Persönlichkeiten aus Lanzo d’Intelvi; † 1695 in Linz) war ein oberösterreichischer Stuckateur und Bildhauer des Barock.

Leben Familie Der Historiker Harry Kühnel hat 1968 das archivalische Material über die Künstlerfamilie Spaz (Spazio) zusammengestellt, er zählt diesen Johann Peter als II., dies ist die Grundlage dieser Arbeit,Harry Kühnel: Beiträge zur Geschichte der Künstlerfamilie Spazio. In: Arte lombarda. Band 13/2, 1968, S. 85–102 (Eintrag bei regesta-imperii.de). Linzer Bürger 1660 erwarb Johann Peter Spaz das Haus Hebenstreit-Haus (heute Altstadt 14). 1685 erfolgte ein Hauskauf um 3.000 fl in die Altstadt 1.Walter Luger: Barocker Stuck in Oberösterreich. In: Oberösterreich. Landschaft, Kultur. Jahrgang 24, 1974, Heft 1, S. 14 (steyr.dahoam.net).

Werke (Auswahl) mini|hochkant|Schlosskapelle Mitterberg Altar u. Statuen Frühwerk des Stuckateurs und Bildhauers mini|hochkant|Schloss Feyregg in Pfarrkirchen bei Bad Hall mini|hochkant|Gnadenkapelle ‚Maria am Anger‘, Berchtesgaden mini|hochkant|Alter Dom Linz Stuckdecke mini|hochkant|1677 Hochaltar Karmeliterkirche Regensburg, 1814 Pfarrkirche Schärding mini|Stift Klosterneuburg, Blick in die Seitenkapellen Oberösterreich Schlosskapelle Mitterberg Schloss Mitterberg wurde 1969 abgetragen, nur die Schlosskapelle blieb stehen. Durch die Restaurierung der qualitätsvollen Stuck- und Bildhauerarbeiten an Gewölbe, Altar und Figuren zeigten sich Frühwerke von Johann Peter Spaz.

Schloss Feyregg im Bez. Steyr-Land 1629 erwarb das Stift Spital am Pyhrn Schloss Feyregg und bauten es zur Sommerresidenz ihrer Pröpste aus. Die Repräsentationsräume wurden 1657 mit Stuckdecken von Johann Peter Spatz ausgestattet. Zwischen 1717 und 1733 wurde dieser Bau vom Linzer Baumeister Johann Michael Prunner umgestaltet.Schloss Feyregg Stift Kremsmünster 1669 hat er im Stift Kremsmünster das Marmorportal am Brückenturm geschaffen und mit Statuen geschmückt. / 1674 Stuckaturen in der Schatzkammer und beiden Sakristeien. / 1676 Marienkapelle mit Giovanni Battista Mazza.Gioia Schmid-Schmidsfelden: Die Stuckausstattung der Stiftskirche Kremsmünster. Diplomarbeit 2013 (4. Johann Peter Spaz, Die zweite barocke Bauphase unter Abt Erenbert Schrevogl).

Epitaph für Abt Placidus Buechauer († 1669)Schloss Alt– und Neupernstein, Johann Peter Spaz 1676 bekamen beide Künstler, Spaz und Mazza im Stift Kremsmünster für die ausgezeichneten Stuckverzierungen (Zitat) in der Schatzkammer des Stiftes 350 fl im selben Jahr folgten noch einige Zimmer und die Prälatenkapelle 1677 stuckierte Spaz die von Carlo Antonio Carlone neu erbaute Marienkapelle im Stift. Alter Dom St. Ignatius Linz Im Alten Dom wurde für die Stuckierung von Chor und Seitenkapellen, von Gewölben und Emporen Meister Johann Peter Spaz mit seiner Werkstätte 1676–1678 beauftragt.Alter Dom Linz

Linzer Landhaus 1672 hat er auch am Linzer Landhaus gearbeitet. Die künstlerische Ausgestaltung des Steinernen Saales, in dem jetzt die Landtagssitzungen abgehalten werden, erfolgte 1672/73.

Florianer Stiftshaus in Linz Propst Leopold vom Stift St. Florian ließ 1615 bis 1618 von Baumeister Mark Martin Spaz das neue Florianer Stiftshaus in Linz errichten. Im Tafelzimmer (Erkerzimmer) ist eine Stuckdecke von 1675 erhalten.Dehio Linz 2009

Kremsmünster Stiftshaus in Linz Das Stift Kremsmünster ließ ihr Stiftshaus in der Linzer Innenstadt im Renaissancestil neu errichten, Baumeister war Marc Martin Spaz. Für die Stuckierungen erhielt Johann Peter Spaz im Jahre 1677 550 fl.Dehio Linz 2009

Ehem. Stiftskirche Garsten Für die Pfarrkirche Garsten, der ehemaligen Benediktiner-Abtei in Garsten gestaltete er 1682 zwei Säulen aus Salzburger Marmor, die den Musikchor tragen sollen. Bezahlung 100 fl.Stiftskirche Garsten

Salzburg Hofstallkaserne Salzburg 1664 Portal der ehemaligen Hofstallkaserne, heutiges Salzburger Festspielhaus mit Wappen des Erzbischofs Guidobald Thun und Inschrift auf den Erbauer, Linzer Bildhauer Spatz.Hofmarstall Portal und Wappen

1668 wurde er berufen, um einige Zimmer in der Abtei St. Peter mit Stuck zu dekorieren.

Lange Galerie der Erzabtei St. Peter in Salzburg Der Galeriegang gehörte bis 1810 zur fürsterzbischöflichen Residenz. Das Kreuzgratgewölbe wurde mit Stuckaturen von Spaz geschmückt.Stuckarbeiten des Stuckateurs Johann Peter II.

Bayern Franziskanerkirche Berchtesgaden Gnadenkapelle 1668/69 erfolgte an der Ostseite der Kirche in Berchtesgaden der Bau einer Gnadenkapelle. Der Bau, die Stuckierung und der Marmoraltar durch Meister Peter Johann Spaz aus Linz.Gnadenkapelle Unsere liebe Frau am Anger Schloss Neuburg am Inn, Landkreis Passau, Barockgarten Für den Barockgarten von Schloss Neuburg am Inn schuf er 1675 Doppel Ecce Homo und Eva-Figur.

Karmeliterkloster in Regensburg Von 1677 stammt der Hochaltar der Stadtpfarrkirche Schärding, der allerdings erst 1814 aus dem Karmeliterkloster in Regensburg hierher übertragen wurde.

Niederösterreich Stift Klosterneuburg Das Stift Klosterneuburg gab ab 1690 bei Johann Baptist und Johann Peter Spaz, Bildhauer und Brüder (?) in Linz acht Marmoraltäre in Auftrag. 1692 wurden dem kaiserlichen Kammermaler Peter Strudel die Altarblätter bezahlt.Georg Wacha: Michael Krapf, Triumph der Phantasie. Barocke Modelle von Hildebrandt bis Mollinarolo. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 143/1, Linz 1998, S. 407 (Buchbesprechung, ). Der eigenhändige, von Johann Peter Spaz (Spazio) signierte Altarentwurf ist im Stiftsarchiv erhalten.Wilhelm Georg Rizzi: Ansicht mit Grundriss des Seitenaltares (hl. Michael) Stift Klosterneuburg 1690. In: Michael Krapf: Triumph der Phantasie. Hrsg. von Österreichische Galerie Belvedere, 1998, S. 105 f.

Literatur

Max Pfister, Bernard Anderes: Spazzi/Spaz/Spazio Giovan Pietro. In: Repertorium Tessiner Künstler. Der vergessene größte Kulturbeitrag der Schweiz an Europa. Band 2. (alphabetisch) 1994. Spaz Johann Peter. In: Dehio Linz 2009 Untersberger Marmor, Stiftskirche Klosterneuburg. In: Alois Kieslinger: Die nutzbaren Gesteine Salzburgs, Salzburg/Stuttgart 1964, S. 308 (zum Untersberger Marmor in der Stiftskirche).

Weblinks Spazzo, Giovanni Pietro. In: Artisti Italiani in Austria, Universität Innsbruck 2008.

Spaz, Johann Peter II. Landesbibliothek Steiermark.

Einzelnachweise

Kategorie:Stuckateur Kategorie:Bildhauer (Österreich) Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Geboren im 16. oder 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1695 Kategorie:Mann