Das Critérium du Dauphiné 2024 war die 76. Austragung des französischen Etappenrennens. Das Radrennen fand vom 2. bis 9. Juni im Rahmen von acht Etappen statt und war Teil der UCI WorldTour 2024.

Die Rundfahrt überschnitt sich mit der Tour de Suisse 2024, die ebenfalls als wichtiges Vorbereitungsrennen für die Tour de France gilt.

Den Gesamtsieg sicherte sich der Primož Roglič (Bora-hansgrohe) der sich acht Sekunden vor Matteo Jorgenson (Team Visma-Lease a Bike) und 36 Sekunden vor Derek Gee (Israel-Premier Tech) durchsetzte. Neben zwei Etappensiegen gewann der Slowene auch die Punktewertung, verteidigte am letzten Etappentag die Gesamtführung jedoch knapp vor Matteo Jorgenson, der die Nachwuchswertung für sich entschied. In der Bergwertung setzte sich Lorenzo Fortunato (Astana Qazaqstan Team) durch, während sich das Team Bora-hansgrohe in der Mannschaftswertung durchsetzte.

Streckenführung Insgesamt legten die Fahrer in den acht Etappen 1187,6 Kilometer zurück. Es stehen drei hügelige Etappen, vier Bergankünfte und ein flaches Einzelzeitfahren auf dem Programm. Die Rundfahrt begann im Département Allier mit einem hügeligen Rundkurs um Saint-Pourçain-sur-Sioule. Bereits am zweiten Etappentag fand die erste Bergankunft in den Monts du Forez auf dem 1255 Meter hohen Col de la Loge statt. Auch am dritten Tag blieben die Fahrer im Zentralmassiv und fuhren von Celles-sur-Durolle nach Les Estables, wo sich das Ziel am Ende einer kurzen, flachen Steigung befand. Im Anschluss folgte das 34,4 Kilometer lange Einzelzeitfahren, ehe es tags drauf in Richtung Osten ging. Die Strecke führte über die Rhone, ehe das Ziel in Saint-Priest im Süden von Lyon erreicht wurde. Die letzten drei Etappen endeten mit Bergankünften in den Alpen. Diese fanden in Le Collet d’Allevard, Samoëns 1600, und auf dem Plateau des Glières statt. Den höchsten Punkt der Rundfahrt stellte der Col des Saisies (1661 m) dar, der auf der 7. Etappe überquert wurde. Etappe Datum Strecke Typ km1So, 2. Juni 2024Saint-Pourçain-sur-Sioule – Saint-Pourçain-sur-SiouleMittelgebirgsetappe172,52Mo, 3. Juni 2024Gannat – Col de la LogeHochgebirgsetappe1423Di, 4. Juni 2024Celles-sur-Durolle – Les EstablesMittelgebirgsetappe181,74Mi, 5. Juni 2024Saint-Germain-Laval – NeuliseEinzelzeitfahren34,45Do, 6. Juni 2024Amplepuis – Saint-PriestMittelgebirgsetappe1676Fr, 7. Juni 2024Hauterives – Le Collet d'AllevardHochgebirgsetappe174,17Sa, 8. Juni 2024Albertville – Samoëns 1600Hochgebirgsetappe155,38So, 9. Juni 2024Thônes – Plateau des GlièresHochgebirgsetappe160,6Gesamtdistanz:1187,6

Reglement Im Rahmen der 76. Auflage wurden Trikots für die Gesamtwertung (gelb), Punktewertung (grün), Bergwertung (blau mit weißen Punkten) und Nachwuchswertung (weiß) vergeben. Für die Teamwertung wurden die Zeiten der drei besten Fahrer pro Etappe zusammengezählt. Während der Etappen gab es die Möglichkeit, Zeitbonifikationen zu gewinnen, um sich in der Gesamtwertung zu verbessern. Die genaue Vergabe der Punkte für die Punkte- und Bergwertung wird in der folgenden Tabelle erklärt: 1.2.3.4.5.6.7.8.9.10.PlatzPunktewertungZielankunft252220181614121086PunkteZwischensprint1064BergwertungHC-Kategorie15121086543211. Kategorie10864212. Kategorie53213. Kategorie214. Kategorie1BonussekundenZielankunft1064SekundenZwischensprint321

Teilnehmende Mannschaften und Fahrer Neben den 18 UCI WorldTeams starten auch 4 UCI ProTeams bei der Rundfahrt. Für jedes Team waren sieben Fahrer startberechtigt.

Als Top-Favoriten galten Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) und Primož Roglič (Bora-hansgrohe), die beide nach ihren Stürzen bei der Baskenland-Rundfahrt ins Fahrerfeld zurückkehrten. Beide konnten mit Mikel Landa und Ilan Van Wilder (beide Soudal Quick-Step) bzw. Jai Hindley und Alexander Wlassow (beide Bora-hansgrohe) auf starke Helfer bauen, die gegebenenfalls selbst eine Top-Platzierung im Gesamtklassement einfahren konnten. Als weitere Mitfavoriten galten: Juan Ayuso (UAE Team Emirates), Sepp Kuss, Matteo Jorgenson (beide Visma-Lease a Bike), Carlos Rodríguez (Ineos Grenadiers), David Gaudu (Groupama-FDJ), Tao Geoghegan Hart, Giulio Ciccone (beide Lidl-Trek), Santiago Buitrago, Antonio Tiberi (beide Bahrain Victorious), Chris Harper (Team Jayco AlUla), Lorenzo Fortunato (Astana Qazaqstan Team) und Guillaume Martin (Cofidis).

Aufgrund des hügeligen Terrains starteten mit Mads Pedersen (Lidl-Trek), Sam Bennett (Decathlon AG2R La Mondiale), Hugo Page (Intermarché-Wanty), Iván García Cortina (Movistar Team) und Clément Venturini (Arkéa-B&B Hotels) nur wenige endschnelle Fahrer bei der 76. Austragung.

Im Einzelzeitfahren galt neben Remco Evenepoel und Primož Roglič auch Joshua Tarling (Ineos Greandiers) als Favorit. UCI WorldTeamsUCI ProTeamsADCEFEDFPIPTARKGFCJAYLDTASTIGDTVLQ36TBVIWAUADUXMBOHLTKCOFMOVDATSOQ

Rennverlauf und Ergebnisse Die erste Etappe endete in einem Massensprint, den Mads Pedersen (Lidl-Trek) vor Sam Bennett (Decathlon AG2R La Mondiale) und Hugo Page (Intermarché-Wanty) gewann. Der Däne schlüpfte zudem als erster Fahrer ins Gelbe Trikot.

Auf der zweiten Etappe wurde mit Bruno Armirail (Decathlon AG2R La Mondiale) der letzte Ausreißer erst wenige Meter vor dem Ziel eingeholt. Im Sprint des stark dezimierten Hauptfelds setzte sich Magnus Cort Nielsen (Uno-X Mobility) auf dem Col de la Loge (1255 m) vor Primož Roglič (Bora-hansgrohe) und Matteo Jorgenson (Visma-Lease a Bike) durch. Der Däne übernahm zudem die Gesamtführung von seinem Landsmann Mads Pedersen, der im oberen Teil des Schlussanstiegs zurückfiel. Zu den Verlierern des Tages zählten auch Jai Hindley (Bora-hansgrohe), der 54 Sekunden einbüßte, und Antonio Tiberi (Bahrain Victorious), der rund eine Woche nach dem Giro d’Italia 2024 bereits früh zurückfiel.

Auch die dritte Etappe wurde im Sprint aus einem dezimierten Hauptfeld entschieden. Auf den letzten Metern fuhren Derek Gee (Israel-Premier Tech) und Romain Grégoire (Groupama-FDJ) einen kleinen Vorsprung von drei Sekunden heraus, wobei Ersterer die Etappe gewann und die Gesamtführung übernahm. Der dritte Platz ging an Lukas Nerurkar (EF Education-EasyPost). Primož Roglič kam in der frühen Rennphase zu Sturz, konnte das Rennen jedoch fortsetzen.

Das Einzelzeitfahren der vierten Etappe gewann der Belgier Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step), der zugleich die Gesamtführung nahm. Der Zeitfahrweltmeister setzte sich 17 Sekunden vor Joshua Tarling (Ineos Grenadiers) und 39 Sekunden vor Primož Roglič durch. Alle weiteren Fahrer, wie auch der vierte Matteo Jorgenson verloren mehr als eine Minute. Juan Ayuso (UAE Team Emirates) und Tao Geoghegan Hart (Lidl-Trek) fuhren ebenfalls in die Top 10 und wiesen wie der elftplatzierte Carlos Rodríguez (Ineos Grenadiers) einen Rückstand von rund eineinhalb Minuten auf. Die beiden Bora-hansgrohe-Fahrer Alexander Wlassow und Jai Hindley, sowie Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) verloren rund zwei Minuten. Auch das Soudal Quick-Step-Duo Mikel Landa und Ilan Van Wilder lagen mit rund zweieinhalb Minuten bereits weit zurück. Zu den Verlierern des Tages zählten Giulio Ciccone (Lidl-Trek) und Sepp Kuss (Visma-Lease a Bike), die mehr als drei Minuten verloren, und David Gaudu (Groupama-FDJ), der das Ziel mit einem Rückstand von mehr als vier Minuten erreichte. In der Gesamtwertung liegt Remco Evenepoel nun 33 Sekunden vor Primož Roglič und eine Minute und vier Sekunden vor Matteo Jorgenson. Derek Gee rutschte auf den vierten Gesamtrang ab.

Die fünfte Etappe wurde von einem Massensturz überschattet, der sich in der Abfahrt der Côte de Bel-Air rund 20 Kilometer vor dem Ziel ereignete. Neben Remco Evenepoel, Primož Roglič und Juan Ayuso kamen mehrere weitere Fahrer zu Sturz. Mit Steven Kruijswijk und Dylan van Baarle (beide Visma-Lease a Bike) mussten zwei bekannte Fahrer das Rennen aufgrund der Sturzfolgen aufgeben. Nach einer längeren Neutralisation fuhr das Fahrerfeld geschlossen ins Ziel. Es gab keinen Etappensieger und die Zeiten flossen nicht ins Gesamtklassement ein.

Die Bergankunft der sechsten Etappe auf dem Le Collet d'Allevard gewann Primož Roglič, der zugleich die Gesamtführung übernahm. Der Slowene setzte sich in einem langen Sprint vor Giulio Ciccone und seinem Teamkollegen Alexander Wlassow durch. Dahinter folgten Derek Gee, Matteo Jorgenson, Laurens De Plus und Carlos Rodríguez (beide Ineos Grenadiers) mit weniger als 30 Sekunden Rückstand. Remco Evenepoel erreichte das Ziel als Achter mit einem Rückstand von 42 Sekunden. In der Gesamtwertung lag Primož Roglič nun 19 Sekunden vor Remco Evenepoel. Matteo Jorgenson verteidigte seinen dritten Gesamtrang und wies einen Rückstand von 58 Sekunden auf. Mit Juan Ayuso ging nach seinem Sturz am Vortag nicht an den Start der sechsten Etappe.

Primož Roglič gewann auch die Bergankunft der siebten Etappe, wobei er sich diesmal im Sprint zeitgleich vor Matteo Jorgenson durchsetzte. Mit einem Rückstand von zwei Sekunden folgten Giulio Ciccone, Oier Lazkano (Movistar) und Derek Gee, ehe Carlos Rodríguez das Ziel als Sechster mit einem Rückstand von acht Sekunden erreichte. In der Gesamtwertung baute Primož Roglič seinen Vorsprung auf eine Minute und zwei Sekunden aus. Remco Evenepoel büßte mehr als eineinhalb Minuten ein und fiel auf den sechsten Gesamtrang zurück. Auf Platz zwei rückte der junge US-Amerikaner Matteo Jorgenson vor, der vor der letzten Etappe elf Sekunden vor Derek Gee lag.

Auf der achten und letzten Etappe konnte Primož Roglič im Schlussanstieg aufs Plateau des Glières dem Angriff von Carlos Rodríguez und Matteo Jorgenson nicht folgen. Die beiden fuhren im Anschluss einen größeren Vorsprung auf den Slowenen heraus, der schlussendlich als Sechster 48 Sekunden verlor und die Gesamtführung nur knapp verteidigte. Carlos Rodríguez gewann die Etappe zeitgleich vor Matteo Jorgenson, ehe Derek Gee das Ziel mit einem Rückstand von 15 Sekunden erreichte. Primož Roglič gewann die 76. Austragung des Critérium du Dauphiné, wobei sein Vorsprung schlussendlich nur acht Sekunden auf Matteo Jorgenson betrug. Derek Gee belegte den dritten Gesamtrang mit einem Rückstand von 36 Sekunden.

Etappe 1: Saint-Pourçain-sur-Sioule – Saint-Pourçain-sur-Sioule (172,5 km) Die erste Etappe startete und endete in Saint-Pourçain-sur-Sioule. Die Strecke führte zunächst in Richtung Süden nach Gannat, wobei zuvor bei Kilometer 17,5 mit der Côte de Jenzat (395 m) eine Bergwertung der 4. Kategorie abgenommen wurde. Im Anschluss drehte die Fahrtrichtung gen Westen und die Fahrer nahmen die Côte de Gannat (518 m) in Angriff, die nach 26,9 Kilometern überquert wurde und als Anstieg der 3. Kategorie klassifiziert worden war. Über Ébreuil ging es nun weiter nach Échassières, wo bei Kilometer 44,4 mit der Côte de Chouvigny (518 m) eine weitere Bergwertung der 3. Kategorie folgte. Nun drehte die Strecke gen Osten und die Fahrer passierten Charroux, ehe im nördlichen Chantelle nach 77,3 Kilometern der einzige Zwischensprint erfolgte. Die Bergwertungen gingen an Mark Donovan (Q36.5), während sich Mathis Le Berre (Arkéa-B&B Hotels) beim Zwischensprint die meisten Punkte sicherte. Die weiteren Zeitbonifikationen gingen an seinen Fluchtgefährten Mark Donovan und Casper Pedersen (dsm-firmenich PostNL), der sich im Hauptfeld durchsetzte. Über Le Theil ging es zurück zum Startort Saint-Pourçain-sur-Sioule. Hier erfolgte nach 113,7 Kilometern die erste Zieldurchfahrt. Die Fahrer gelangten nun auf einen 29,4 Kilometer langen Rundkurs, der im Finale zweimal befahren werden musste. Dieser verlief auf großteils flachen Straßen im Südwesten von Saint-Pourçain-sur-Sioule, wobei beim Château de Chareil-Cintrat eine kurze, nicht-kategorisierte Steigung befahren werden musste. Nachdem die beiden Ausreißer 16 Kilometer vor dem Ziel eingeholt worden waren, kam es auf der Route de Montmarault zu einem Massensprint. Ergebnis 1. Etappe