Matthias Ulrich (* 7. Februar 1950 in Braunschweig; † 25. Oktober 2024 in Stuttgart) war ein deutscher Schriftsteller. Er schrieb Erzählungen, Romane, Reisefeuilletons und Essays.

Leben

Matthias Ulrich wurde als Sohn des evangelischen Theologen und Pfarrers Heinrich-Hermann Ulrich und dessen Ehefrau Brigitte Ulrich, geborene Heiss, in Braunschweig geboren. Seine Mutter stammte aus Österreich. Die Familie zog 1957 nach Stuttgart, wo sein Vater in der Hauptgeschäftsstelle des Werkes Innere Mission und Hilfswerk eine Stelle als Direktor antrat.

Nach dem Abitur in Stuttgart studierte Ulrich in Freiburg im Breisgau und in Paris Germanistik, Kunstgeschichte und Geographie. Einige Anregung für sein Studium erhielt er von seiner Tante aus der DDR, der Sprachwissenschaftlerin Gertrud Pätsch.Matthias Ulrich: Die Professorin. In: Sinn und Form, 6/2021. Von 1980 an war er bis zu seiner Pensionierung beruflich als Lehrer am Lise-Meitner-Gymnasium Remseck am Neckar tätig. Seit 1990 war er im Remsecker Stadttteil Aldingen wohnhaft. Zudem hatte er einen weiteren Wohnsitz in St. Stefan ob Stainz in der Steiermark.

Ulrich starb 2024 im Alter von 74 Jahren und wurde auf dem Ostfilderfriedhof in Stuttgart-Sillenbuch beigesetzt. Werk

1985 erschien sein Erstlingswerk "Der Friseur" in der von 1980 bis 1995 erschienenen Zeitschrift Flugasche, die er seit 1984 auch als Mitherausgeber betreute. Es folgte im selben Jahr der Erzählband "Der Belgier" in der Edition Walfisch des Flugasche Verlags sowie 1989 der Roman "Die Verzögerung" ebenfalls in der Edition Walfisch. Neben weiteren Romanen veröffentlichte er zahlreiche Erzählungen in Zeitschriften, wie Flugasche, Sinn und Form, Die Zeit, die horen, Neue Deutsche Literatur, Literatur und Kritik, Stuttgarter Zeitung und Eßlinger Zeitung. Er verfasste Essays, unter anderem über Peter Hamm, Oskar Loerke, Alain Fournier, Roberto Juarroz, Peter Handke und Michail Bulgakow. Ulrich veröffentlichte zudem unter dem Pseudonym Nicolas Hoeld. Des Weiteren war er Herausgeber von N-O-X-I-A-N-A (Zeitschrift für Literatur und Zeichnung).

Im Rahmen seiner Autorentätigkeit erhielt Ulrich mehrere Preise und Stipendien, darunter 1998 den Wiener Werkstattpreis.

Sein Buch "Feuerreiter", ein Kriminalroman, dessen Handlungsort an den Remsecker Stadtteil Pattonville angelehnt ist, sorgte 2006 für Aufsehen. Nach einer Lesung im Bürgersaal in Pattonvile rief der dortige Bürgerverin zum Boykott gegen das Buch auf. Eine bereits geplante Lesung in der städtischen Bücherrei in Remseck-Aldingen wurde aufgrund des Widerstandes des Pattonviller Bürgervereins durch den Remsecker Bürgermeister abgesagt. Diese Absage wurde durch den Schriftstellerverband Baden-Württemberg und den Kreisverband Ludwigsburg des Deutschen Journalisten-Verbandes DJV kritisiert.

Auszeichnungen 1998 Wiener Werkstattpreis

Veröffentlichungen Der Belgier. Erzählungen, Edition Walfisch, Flugasche, Stuttgart 1985. Die Verzögerung. Roman, Edition Walfisch, Flugasche, Stuttgart 1989. Patagonien-Passage: auf Bruce Chatwins Spuren. Edition Walfisch; 23, 1995. neckarBlue. Erzählungen, Brouwer, Stuttgart 2001. Feuerreiter. Brendow Verlag, 2006. Der Himmel über Chiloé. Roman, Edition 8, 2013. Der unsichtbare Pfad: Ein junger Mann in dunkler Zeit. Books on Demand, 2020.

Hörspiele 2001: Meine kleine Fluchtmusik, SWR Dschungel

Herausgeber Brouwer, Reiner / Ulrich, Matthias (Hg.): Anthologie Stuttgart -märchenhaft. Erzählungen. Edition Walfisch. Flugasche-Verlag, Stuttgart, 1986.

Weblinks

Matthias Ulrich auf dem Portal Autorinnen und Autoren in Baden-Württemberg Autorenprofil beim Verlag edition 8

Einzelnachweise

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