mini|hochkant|Bettina M. Pause, 2022 Bettina Maxi Pause (* 27. Mai 1962 in Eutin, Ostholstein) ist eine deutsche Psychologin und Geruchsforscherin.

Leben Bettina Maxi Pause wuchs in Eutin bei ihren Eltern mit zwei Geschwistern auf. 1973 wurde sie vom Gymnasium der Stadt Eutin, der Carl-Maria-von-Weber-Schule, wegen mangelnder Denkfähigkeit verwiesen. Die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erlangte sie 1982 auf dem 2. Bildungsweg am Fachgymnasium Eutin. Danach begann sie eine Ausbildung zur Biologielaborantin am Institut für Virusforschung und experimentelle Medizin bei Andreas Lembke in Eutin-Sielbeck. Ab 1983 arbeitete sie in diesem Institut als wissenschaftliche Hilfskraft und publizierte mit Lembke ihre ersten Arbeiten zur Mikrobiologie der Zahnkaries. Von 1990 bis 1992 führte sie als wissenschaftliche Assistentin eigene Versuchsreihen zum Einfluss von Ernährung auf Zahnkaries durch.

1983 bis 1990 studierte Pause am Institut für Psychologie der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel das Hauptfach Psychologie, mit den Nebenfächern Anthropologie, Philosophie, Physiologie und Psychopathologie. In ihrer Studienzeit hat sie sich u. a. beim Frauennotruf Kiel dafür engagiert, dass das Thema Gewalt gegen Frauen in den Medien und im Stadtrat fokussiert wurde. Im Anschluss an ihr Studium promovierte sie in Kiel in den Fächern Psychologie, Toxikologie und Zellbiologie. Ihre Dissertation schrieb sie bei Roman Ferstl über die zentralnervöse Geruchsverarbeitung beim Menschen. In dieser ersten Forschungsphase betonte sie die Subjektivität und Emotionalität von Geruchsverarbeitung, die sie mit Hilfe von elektroenzephalografischen Methoden herausarbeitete.

Die Faszination über die enge Verzahnung von geruchlicher und emotionaler Verarbeitung mündete in einer Reihe von Studien über Auffälligkeiten der Geruchswahrnehmung bei Patienten mit Störungen der Affektverarbeitung. Pause hat in dieser zweiten Forschungsphase, im Rahmen ihrer Habilitation, u. a. ein Erklärungsmodell für den Zusammenhang von Depression und Geruch erstellt, und damit eine umfassende Forschungsbewegung zu diesem Thema begründet.

2005 wurde Pause als Professorin für Biologische und Sozialpsychologie an das Institut für Experimentelle Psychologie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf berufen. Dort begann ihre dritte Forschungsphase mit Schwerpunkt auf sozialen Emotionen. Sie entwickelte den Forschungsschwerpunkt „Chemische Emotionsübertragung beim Menschen“, der in Folge von internationalen Forschergruppen aufgenommen wurde. Soziale Verbindungen und deren Verlust im Kontext von Einsamkeit sind bis heute ihre zentralen Forschungsthemen. In diesem Zusammenhang kritisiert sie auch die Maßnahmen zur sozialen Isolation im Rahmen der Corona-Politik.

Laut ResearchGate gehört Pause zu den Top 5 % aller Wissenschaftler, über alle Disziplinen hinweg. Ihre etwa 100 wissenschaftlichen Originalarbeiten wurden von anderen Forschenden mehrere tausendmal zitiert.

Pause lebt mit ihrer Ehefrau Gudrun Pause in Glückstadt an der Elbe.

Mitgliedschaften, Funktionen und Auszeichnungen Pause war von 2010 bis 2025 Vorstandsmitglied der DHV (Deutscher Hochschulverband) -Gruppe Düsseldorf und ist bis heute Mitglied des DHV Landeskonvents NRW. Sie hat sich u. a. gemeinsam mit dem DHV dafür starkgemacht, dass die Professorenbesoldung (W-Besoldung) nicht unterhalb der Besoldung von wissenschaftlichen Assistenten liegen sollte. Die W-Besoldung wurde 2002 unter Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeführt, 2013 reformiert, und wird auch heute noch kontrovers diskutiert.

Seit 2020 ist Pause Vorsitzende der Ethikkommission für non-invasive Forschung am Menschen der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Für ihre Arbeiten zur chemosensorischen Kommunikation von Angstzuständen wurde sie 2009 von der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit dem auf 12.500 Euro dotierten Reinhard-Heynen- und Emmi-Heynen-Preis ausgezeichnet. 2009 gelang Pause erstmalig der Nachweis, dass Angst zwischen Menschen chemosensorisch vermittelt werden kann. Vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland wurde die Studie am 15. Juli 2009 als Top-Meldung des Tages an die internationale Presse weitergeleitet.

Werke (Auswahl)

mit Shirley M. Seul: mit Shirley M. Seul:

Weblinks

Arbeitsgruppe für Biologische Psychologie und Sozialpsychologie (HHUD) Uwe Jäger: Interview mit der Psychologin Bettina M. Pause über unseren Geruchssinn Podcast „Aus dem Leben“, SR 3, 09.03.2021 Marius Ochs: Gerüche kann man nicht verfälschen, Interview, taz am Wochenende, 19.06.2021 Boris Halva: Der Geruch ist eine ehrliche Information, Interview, Frankfurter Rundschau, 17.01.2022

Einzelnachweise

Kategorie:Hochschullehrer (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) Kategorie:Biopsychologe Kategorie:Sozialpsychologe Kategorie:Sachbuchautor (Pädagogik und Psychologie) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Deutschland) Kategorie:Absolvent der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1962 Kategorie:Frau