mini|320px|Relief- und Lagedaten um den Ebertsgraben und seiner drei unterschiedlichen geografischen Bereiche mini|hochkant|Der eingegrabene Bachbereich des Ebertsgrabens Der Ebertsgraben (früher auch Ebert-Grabe(n) genannt) ist eine steil und tief in das Gelände eingeschnittene kleine Waldschlucht in Bad König im südhessischen Odenwaldkreis.
Lage Die kleine schmale Schlucht verläuft von Ost nach West aus der Höhe (etwa 330 m Normalhöhennull) der Sandsteinplatte des Momart (naturräumliche Teileinheit Nr. 144.64 Sellplatte) hinunter ins Mümlingtal (ca. 180 m NHN) und direkt südlich der Siedlungsgrenze von Bad König auslaufend. Die grabenartige Schlucht liegt im Siedlungsdreieck von Bad König (nördlich), dem Stadtteil Momart (östlich) und Zell im Odenwald (südlich), Bad Königs größtem Stadtteil und markiert gleichzeitig deren Gemarkungsgrenze.
Geschichtliches Der Name Ebert(s)graben ist spätestens mit dem Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit bekannt und war über viele Jahrhunderte Grenzlinie zwischen der Grafschaft Erbach und der Herrschaft Breuberg.Rhein-Mainische Forschungen (Heft 35), Geografisches Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main: Kurt Kinkel: Gewerbeleben: Struktur und Gestalt der Siedlungen des Mümlingtales Odenwald, Vlg. Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1952, S. 56. Noch 1733 befand sich hier am Schluchtausgang ins Mümlingtal das Obere Tor des Bannzaunes der Cent König etwa im Bereich der damaligen Landstraße, heute die Königer Straße, der alte Verbindungsweg zwischen König und Zell.Adolf Strack (Hrsg.): Hessische Blätter für Volkskunde (Band II), Verlag Teubner, Leipzig 1903. Darin: Ludwig Dietrich: Mitteilungen aus Königer Gültbüchern, Heberegistern und Bürgermeisterrechnungen, S. 25
Beschreibung Der bis zum Auslaufen ins Mümlingtal etwa 1,5 kmVermessen mit den hessischen Reliefdaten. lange Ebertsgraben beginnt auf dem Hochplateau des Bad Königer Stadtteils Momart am nordöstlichen Rand der Ortslage als nur schmale Rinne ins Momarter Plateau einzuschneiden. Erst etwa 650 m weiter westlich, und unmittelbar neben der Straße nach Bad König, fällt der Graben als enge Schlucht weitere 850 m in den Osthang einkerbend zum hier noch nach Norden verlaufenden Mümlingtal ab. Im auslaufenden unteren Teil des Ebertsgrabens entwässert ein kleiner und etwa 350 m langer Bach gleichen Namens die Schlucht noch weiter in die Mümling. Der wasserführende Ebertsgraben führt oberflächlich heute nicht mehr ganzjährig Wasser.
Der schluchtartige Abschnitt des Ebertsgrabens durchzieht dabei vollständig das Waldgebiet zwischen Momart und der Bad Königer Kernstadt und endet talwärts am Waldrand am südlichen Ende des Wohngebiets am „Südring“. Er liegt wie große Teile des Odenwaldes im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald.
Am unteren Ende des Ebertsgrabens befindet sich eine kleine Freizeitanlage, bestehend aus zwei nebeneinander stehenden Schutzhütten und im Volksmund bekannt als „Leuersruh“. Ein schmaler und nicht abgesicherter Pfad führt zwischen Momart und Bad König am nördlichen Rand des Ebertsgrabens entlang. Der Grund der Schlucht ist aufgrund zahlreicher Blockaden durch umgestürzte Bäume, und stellenweise auch größerer Felsblöcke und nassen, rutschigen Untergrundes nur sehr schwer passierbar. Ab dem mittleren Schluchtbereich hat sich der Bach bis auf das Sandstein-Grundgestein eingegraben, das in Blöcken und Geröll im Bachgrund freiliegt. Der Bachgrund hat sich dabei bis 20 m in den Schluchthang eingegraben.
Ein nicht einfacher Mountainbike-Trail führt nördlich durch Teile der Schlucht.Ebertsgraben. Wander-Highlight auf komoot.com; abgerufen am 23. Mai 2024
Die ehemalige breite Holzbrücke, die das Talende einst überquerte, bestand bis zum Ausbau der Umgehungsstraße Mitte der 1960er Jahre. Ein Foto davon wurde als Postkarte 1941 veröffentlicht.Am Ebertsgraben im einstigen König im Odenwald - die historische Holzbrücke, Webseite des Heimat- und Geschichtsvereins Bad König e.V. vom 15. Juni 2021; abgerufen am 23. Mai 2023
Literatur Albrecht Kessler, Friedhelm Meier, Götz Voppel, Hansjörg Dongus, Hermann Schottmüller: Studien zur jüngeren Talgeschichte am Main und an der Mümling und über jüngere Formenentwicklung im hinteren Buntsandstein-Odenwald, Arbeiten aus dem Geographischen Institut der Universität Heidelberg (Bände 130–134), Bundesanstalt für Landeskunde und Raumforschung, 1961, S. 26 f., S. 64 ff.
Weblinks
Am Ebertsgraben im einstigen König im Odenwald - die historische Holzbrücke, Webseite des Heimat- und Geschichtsvereins Bad König e.V.
Einzelnachweise
Kategorie:Schlucht Kategorie:Geographie (Bad König)