Heinz Melkuszentriert|200px zur Person Nation Geburtstag 20. April 1928 Geburtsort Dresden Sterbedatum 5. September 2005 Sterbeort Dresden Beruf Kfz-Meister Teams 1951–1954 BSG Motor Niedersedlitz 1955–1957 BSG Post Dresden 1958–1980 MC Post Dresden Karriere wichtigste Erfolge 1954 Bester Privatfahrer der DDR 1958 DDR-Meister Formel 3 bis 500 cm³ 1960 DDR-Meister Formel Junior bis 1000 cm³ 1963 Sieger Pokal für Frieden und Freundschaft der sozialistischen Länder 1965 Sieger Pokal für Frieden und Freundschaft der sozialistischen Länder 1966 Sieger Pokal für Frieden und Freundschaft der sozialistischen Länder 1967, 1968 DDR-Meister Formel 3 bis 1300 cm³ 1967 Sieger Pokal für Frieden und Freundschaft der sozialistischen Länder 1972 DDR-Meister Formel C9 1972 Sieger Pokal für Frieden und Freundschaft der sozialistischen Länder Signatur zentriert|200px Karl Heinz Melkus (* 20. April 1928 in Dresden; † 5. September 2005 ebenda) war ein deutscher Automobilrennfahrer und Konstrukteur von Rennwagen.

Die ersten Wettbewerbe bestritt Melkus 1951 mit Rennwagen auf VW- und Veritas-Basis. Später konstruierte er seine Monopostos selbst. Hierzu zählt insbesondere der Melkus 64, der fast ein Jahrzehnt das Rennsportgeschehen in der DDR beherrschte. In den 1970er-Jahren war Melkus Mitkonstrukteur der Spider-Rennwagen PT 73 und SRG MT 77. Nach eigenen Angaben nahm er an 289 Rennen teil und erzielte 80 Siege. Von 1958 bis 1972 war Melkus fünfmal DDR-Meister.

Nach dem Mauerfall wurde er Monate vor der deutschen Wiedervereinigung erster BMW-Vertragshändler in der DDR.

Leben Kindheit, Jugend und Familie Heinz Melkus wurde am 20. April 1928 als Sohn des Ehepaares Karl und Erna Melkus, geborene Flutschka, in Dresden geboren. Die aus dem Sudetenland stammende Familie wohnte in einem Mehrfamilienhaus in der Ackermannstraße unweit des Dresdner Hauptbahnhofs. Vom Vater, der Direktor der Dresdner Bier-Vertretungsgesellschaft war, erhielt Melkus die österreichische Staatsbürgerschaft, die er 1955 in eine deutsche umwandeln ließ. Heinz Melkus wurde 1934 eingeschult. In den Jahren 1936/1937 besuchte er die Volksschule an der Neudorfer Konkordienstraße und ab 1938 das Realgymnasium der Dreikönigschule. In seiner Schulzeit sammelte er Rennfahrerbilder wie das seines Vorbilds Bernd Rosemeyer.Melenk S. 2. Im nationalsozialistischen Deutschen Jungvolk brachte es Melkus bis zum Jungzugführer.Melenk/Jordan S. 6. 1942 wechselte er in die Hitlerjugend. Bei der Flieger-HJ erhielt er am Triebenberg bei Schönfeld eine Segelflugausbildung. Zudem hielt er Vorträge über den Bau und die Wartung von Segelflugzeugen und absolvierte mehrere Reparaturlehrgänge. Ab 1943 diente Melkus als Flakhelfer bei der Flak-Batterie 207 in Rochwitz. Nach der mittleren Reife 1944 bewarb er sich als Reserveoffizieranwärter beim Jagdgeschwader 1.Melenk/Jordan S. 7. Bis Anfang 1945 erwarb Melkus den internationalen Luftfahrtschein für Segelflugzeugführer und beendete die Ausbildung zum Werkstatt- und Ausbildungsleiter für Segelflugzeugbau. Die im Februar 1945 folgenden Luftangriffe auf Dresden überstand die Familie körperlich unbeschadet, wenngleich eine Fliegerbombe die Melkus’sche Wohnung zerstörte. Die Familie kam daraufhin bei den Großeltern in Bühlau unter. In den letzten Kriegstagen floh Melkus zusammen mit seiner Mutter in das Erzgebirge.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs rettete Melkus vom Betriebsfuhrpark des Vaters einen Lastkraftwagen, setzte ihn instand und erwarb nach einer Kurzprüfung im Alter von 17 Jahren die Fahrerlaubnis.Melenk/Jordan S. 8. Mit dem Lkw betätigte er sich als Transportfahrer für Lebensmittel und Brennstoff. Später arbeitete er als Fahrer für die Autotransportgemeinschaft (ATG)Melenk/Jordan S. 9. und danach für die Wernesgrüner Brauerei, die zwischenzeitlich den väterlichen Biervertrieb übernommen hatte.Melenk/Jordan S. 10. Neben seinem Beruf bildete sich Melkus an der Volkshochschule zum Verkehrskaufmann weiter und baute in seiner Freizeit aus verschiedenen Fahrzeugwracks Kraftfahrzeuge zusammen. 1950 stieg Melkus bei der Wernesgrüner Brauerei zum Fuhrparkleiter und Expedienten auf und betreute die Neueinrichtung der Brauereiniederlassungen in Leipzig und Berlin.Melenk/Jordan S. 11.

Heinz Melkus war seit 1949 mit der Lehrerin Johanna (Hanni) Lemke verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Ulli Melkus, geboren 1950, wurde wie sein Vater Rennfahrer. Er starb 1990 bei einem Verkehrsunfall. Der 1954 geborene Peter Melkus, der ebenfalls in seiner Jugend als Fahrer in den Rennsport einstieg, wurde Teamchef eines Tourenwagenteams. Auch die Enkelsöhne Ronny (* 1974) und Sepp Melkus (* 1983) wuchsen, wie ihre Väter, mit dem Rennsport auf und sind seit ihrer Jugend als Fahrer aktiv.

Karriere 1951 bis 1954: Formel 2 und Sportwagen Bevor Melkus zum professionellen Motorsport fand, fuhr er bereits seit Ende der 1940er-Jahre eine IFA RT 125, später eine AWO bei verschiedenen Motorradclubveranstaltungen. Im Jahr 1950 stieg er auf Personenkraftwagen um. Die ersten Leistungsprüfungsfahrten, so die damalige Bezeichnung für Straßenrennen, fuhr er auf einem von ihm umgebauten Wehrmachts-Kübelwagen mit der aufgesetzten Karosserie eines Steyr 50. Noch im gleichen Jahr tauschte er diesen Wagen bei Rudolf Krause gegen einen BMW 321 ein, mit dem er bis 1952 weitere Leistungsprüfungsfahrten bestritt.Melenk/Jordan S. 12. Zwischenzeitlich hatte sich Melkus der Sektion Motorrennsport in der Betriebssportgemeinschaft Motor Niedersedlitz angeschlossen, deren Vorsitzender er 1953 wurde.Melenk/Jordan S. 13.

Seine Entscheidung, sich ernsthaft dem Motorsport zu widmen, traf Melkus eher zufällig, als er Mitte Juni 1951 bei einem Rennen auf der Autobahnspinne in Dresden-Hellerau für den Getränkestand seiner Brauerei Nachschub lieferte und wegen des dichten Gedränges den Veranstaltungsort nicht mehr verlassen konnte und daher zwangsläufig das Wettkampfgeschehen mit ansehen musste. Enttäuscht von den geringen Geschwindigkeiten der Fahrzeuge beschloss Melkus, einen eigenen Rennwagen zu konstruieren, den er für das nächste Rennen auf dem Sachsenring anmeldete. Es war ein modifizierter VW-Schwimmwagen, der die Kriterien der Klasse G für Fahrzeuge bis 1100 cm³ erfüllte.Melenk/Jordan S. 14–16. Die Höchstgeschwindigkeit des zweisitzigen Roadsters lag bei ca. 140 km/h.Melenk S. 3. Nach technischen Schwierigkeiten im Training qualifizierte sich Melkus für den letzten StartplatzMelenk/Jordan S. 17. und fiel im Rennen aus. Andere Quellen hingegen nennen den 13. Platz.

mini|Heinz Melkus mit seinem Veritas beim 6. Leipziger Stadtparkrennen im Mai 1954. Dieser Veritas ist im DEFA-Film Rivalen am Steuer von 1956 zu sehen, in dem Melkus eine Nebenrolle als Rennfahrer spielte.Ihling S. 141. Für die Saison 1952 verkaufte Melkus seinen Volkswagen und erwarb von Theo Fitzau dessen Veritas mit Alfa-Romeo-Motor, der vorher Arthur Rosenhammer gehört hatte. Der Veritas entsprach sowohl dem Reglement der Klasse E für Rennwagen bis 2000 cm³ als auch dem der Formel 2.Melenk/Jordan S. 20. In der Klasse E erreichte Melkus auf Anhieb die DDR-Vizemeisterschaft und in der Formel 2 bis 2000 cm³ den sechsten Rang der Meisterschaftswertung.Melenk/Jordan S. 126. Paul Greifzu bezeichnete Melkus in diesem Jahr als einen der besten Nachwuchsfahrer und lobte seine ruhige und ausgeglichene Fahrweise.

Melkus trat 1953 – mittlerweile war er beruflich mit der Leitung der Brauerei-Niederlassung Dresden beauftragt worden – mit dem gleichen Wagen nur noch in der Formel 2 an und erreichte den sechsten Platz in der Meisterschaftswertung. Im Verlauf des IX. Internationalen Avusrennens am 12. Juli 1953 fiel Melkus durch einen Pleuelabriss vorzeitig aus, wobei der Alfa-Romeo-Motor seines Wagens irreparabel beschädigt wurde. Als Ersatz baute er einen 80 PS leistenden französischen Flugmotor ein – einen Zweizylinder-Boxermotor –, der ihm in der 1954er-Saison zu drei Siegen in Folge und zum zweiten Platz der DDR-Bestenermittlung in der Klasse F bis 1500 cm³ verhalf. Einen DDR-Meistertitel gab es in diesem Jahr nicht, weil bei fast allen Rennen zu wenig DDR-Fahrer an den Start gegangen waren.Ihling S. 120. Zugleich errang Melkus in diesem Jahr den Titel „Bester Privatfahrer der DDR“ sowie punktgleich mit Paul Thiel den sechsten Platz in der Meisterschaftswertung für Rennwagen bis 2000 cm³ in der Formel 2. Beim vierten und letzten Rennen der Saison am 26. September auf der Bernauer Schleife fiel Melkus aus. Beim internationalen Avusrennen wurde Melkus Zwölfter. Doch der hohe Reparaturaufwand an seinem Veritas-Eigenbau zwang Melkus, sich nach der Saison von diesem Wagen zu trennen.Melenk/Jordan S. 21–24. Neben den Sportwagenrennen bestritt Melkus von 1954 bis 1958 einige Rennen auf einem Rennmotorboot.Melenk/Jordan S. 17.

1955 bis 1958: Formel 3 mini|Die Villa Leipziger Straße 27 diente als Fahrschul-, später auch als Autohaus bis zum Neubau in Bühlau. 1955 wechselte Melkus zur Betriebssportgemeinschaft Post Dresden, wo er einen in Bau befindlichen Formel-3-Monoposto vollendete. Der Wagen mit der Bezeichnung Eigenbau Post, den ein J.A.P.-Speedway-Motor antrieb, markierte den Beginn des Konstrukteurs Heinz Melkus.Melenk/Jordan S. 25/26. Er trat in der Klasse bis 500 cm³ an. Der Cooper-Nachbau galt als Zweitschnellster seiner Klasse, war aber unzuverlässigMelenk/Rönicke S. 33., sodass Melkus in dieser Saison lediglich den vierten Rang in der DDR-Meisterschaft einfuhr. Neben der Formel 3 bestritt Melkus in diesem Jahr mit einem BMW 321 die über 850 km gehende Zweischleifenfahrt der Rallye Wartburg. Ebenfalls 1955 bestand Melkus die Fahrlehrerprüfung und wurde damit jüngster Fahrlehrer der DDR. Als solcher gründete er im selben Jahr eine eigene Fahrschule, ab 1960 dann in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft mit dem Staat als Kommanditist, die er über die Wiedervereinigung hinaus bis 1992 betrieb.Melenk/Jordan S. 28–32.

In der Meisterschaft 1956 trat Melkus erneut mit dem Eigenbau Post an, doch erwies sich der Wagen weiterhin als störanfällig. Höhepunkt der Saison war sein Sieg beim nicht zur Meisterschaft zählenden Rennen auf dem Bautzener Autobahnring. Obwohl der Wagen ihm zu guten Ergebnissen verhalf, dachte Melkus zeitweise daran aufzugeben. Zu groß waren seiner Meinung nach die Kosten für die Renneinsätze und Ersatzteile, die er größtenteils selbst finanzieren musste.Melenk/Rönicke S. 34. Da der Verkauf des Wagens nach der Saison scheiterte, fuhr Melkus auch 1957 mit dem Eigenbau Post und erreichte den dritten Platz in der DDR-Meisterschaftswertung. Ende 1957 wurde der Wagen in seine Einzelteile zerlegt, die dann zum Bau eines neuen Formel-3-Rennwagens, des Melkus Formel III, verwendet wurden.Melenk/Jordan S. 27. Im Jahr 1957 wirkte Melkus bei der Gründung des Allgemeinen Deutschen Motorsport Verbandes (ADMV) mit.Melenk S. 25. In dieser Zeit entwickelten sich aus vielen Motorrennsport-Sektionen, die Betriebssportgemeinschaften (BSG) angehörten, eigenständige Motorsportclubs (MC), so auch der MC Post Dresden aus der Sektion Motorrennsport der BSG Post Dresden.

Für 1958 konstruierte Melkus den Melkus Formel III, einen neuen Formel-3-Wagen bis 500 cm³, ebenfalls mit J.A.P-Motor. Am Ende der Saison, in der Melkus keinen Meisterschaftslauf gewinnen konnte, war er punktgleich mit Willy Lehmann auf seinem Scampalo, wurde aber aufgrund seiner besseren Gesamtplatzierungen in den Läufen zum DDR-Meister erklärt.Melenk/Rönicke S. 41. Inzwischen hatte der ADMV gemäß den Vorgaben der FIA beschlossen, die bisherige Formel 3 mit Jahresende auslaufen zu lassen und stattdessen 1959 die Formel Junior einzuführen.

1959 bis 1963: Formel Junior mini|Eine 1959er-„Plättglocke“ beim Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring 1978 mini|Melkus über sein „Blechauto“ #81 gebeugt im April 1961 bei der Vorbereitung zum Rennen auf der Halle-Saale-Schleife mini|Start zum Formel-Junior-Rennen 1963 auf dem Sachsenring.