Der Geleitzug JW 66 war ein aus 26 Frachtschiffen, einem Rettungsschiff und 25 Sicherungsschiffen bestehender alliierter Nordmeergeleitzug während des Zweiten Weltkrieges, der im April 1945 im schottischen Firth of Clyde zusammengestellt wurde und kriegswichtige Güter in das sowjetische Murmansk brachte. Der Konvoi erreichte am 26. April 1945 sein Ziel ohne Verluste.
Zusammensetzung und Sicherung mini|Der britische Geleitträger Vindex (November 1943). mini|Der norwegische Zerstörer Stord (Bild aus dem Jahr 1943). Der Geleitzug JW 66 bestand aus 26 Frachtschiffen, dem britischen Rettungsschiff Copeland und 25 Geleitfahrzeugen, darunter zwei Geleitflugzeugträger. Der Geleitzug verließ am 16. April 1945 den Firth of Clyde () in Richtung Murmansk (). Die Sicherung des Geleitzuges bestand aus den beiden Geleitträgern Vindex und Premier, dem Flugabwehrkreuzer Bellona, den britischen Zerstörern Offa, Zealous, Zephyr, Zest und Zodiac, den kanadischen Zerstörern Haida, Huron and Iroquois sowie dem norwegischen Zerstörer Stord. Hinzu kamen noch die Sloop Cygnet, die Korvetten Alnwick Castle, Bamborough Castle, Farnham Castle, Honeysuckle, Rhododendron, Oxlip und Lotus (alle zur 7th Escort Group gehörend) sowie die 19th Escort Group, die aus Island auslief und ab dem 18. April 1945 zum Konvoi hinzustieß, mit den Fregatten Loch Insh, Loch Shin, Anguilla, Goodall und Cotton. In der Endphase der Reise, ab dem 25. April 1945, wurde die Sicherung des Geleitzuges zudem noch durch sieben sowjetische Zerstörer verstärkt.
Name Typ Flagge Vermessung in BRT Anmerkung Keith Palmer Frachter 7244 Woodbridge N. Ferris Frachter 7200 Renald Fernald Frachter 7176 Stevenson Taylor Frachter 7176 Park Benjamin Frachter 7176 Linn Boyd Frachter 7176 Empire Garrick Tanker 8128 John Gibbon Frachter 7247 British Respect Tanker 8479 August Bellmont Frachter 7240 Albert C. Ritchie Frachter 7176 Samaritan Frachter 7219 Führungsschiff des Geleitzuges Black Ranger Tanker 3417 RFA-Tanker David B. Johnson Frachter 7198 William Tyler Page Frachter 7176 Joshua Thomas Frachter 7176 Laurelwood Frachter 7347 RFA-Tanker William D. Byron Frachter 7210 Benjamin H. Hill Frachter 7198 Nelson W. Aldrich Frachter 7176 Cecil N. Bean Frachter 7176 Owen Wister Frachter 7240 Lord Delaware Frachter 7200 Blue Ranger Tanker 3417 RFA-Tanker Kronprinsen Frachter 7073 Kong Haakon VII Frachter 7073 Copeland Frachter 1526 Rettungsschiff
Verlauf Zwar konnte die deutsche Funkbeobachtung das Auslaufen des Geleitzuges erfassen, doch gelang der deutschen Luftaufklärung infolge schlechten Wetters erst am 21. April 1945 die direkte Entdeckung der Schiffe. Von deutscher Seite war zwar am 17. April 1945 die U-Boot-Gruppe „Faust“ mit den U-Booten U 286, U 295, U 307, U 313, U 363 und U 481 sowie (ab dem 21. April 1945) U 278, U 294, U 312, U 427, U 711, U 716, U 968 und U 997 auf den Geleitzug angesetzt worden, doch konnten die U-Boote, die zu weit westlich und nahe der Bäreninsel aufgestellt worden waren, den Konvoi nicht mehr abfangen. Lediglich U 711 konnte kurzfristig Sichtkontakt zum Geleitzug herstellen, ein Torpedoangriff bei schlechter Sicht auf Ziele in der Kola-Bucht erbrachte jedoch keinen Erfolg. Von alliierter Seite wurden während der Operation insgesamt rund 400 Wasserbomben gegen angenommene Unterwasserkontakte geworfen, Schäden an U-Booten sind jedoch keine entstanden. Alle Schiffe des Geleitzuges erreichten am 26. April 1945 sicher den Hafen von Murmansk. Einziger Verlust auf alliierter Seite war eine Fairey Swordfish des Geleitträgers Vindex, die in den Abendstunden des 22. April 1945 infolge eines technischen Defektes notwassern musste. Die Besatzung konnte von Sicherungsschiffen gerettet werden.
Einzelnachweise
Kategorie:Geleitzug (Zweiter Weltkrieg) JW 66 Kategorie:Unternehmen (Kriegsmarine) Kategorie:Konflikt 1945 Kategorie:Britische Militärgeschichte (Zweiter Weltkrieg) Kategorie:Militärgeschichte der Vereinigten Staaten (Zweiter Weltkrieg) Kategorie:Marinegeschichte (Atlantischer Ozean) JW 65 Kategorie:U-Boot-Krieg im Zweiten Weltkrieg