Bruno Rothardt (* 21. August 1891 als Bruno Karl Hermann Czerwinski in Danzig; † 28. April 1980 in Niefern-Öschelbronn) war ein deutscher Offizier, zuletzt SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS.
Leben Rothardt wurde als viertes Kind des Regierungsamtsrates Max Czerwinski und der Elise, geb. Möller, geboren. Er bestand 1910 die Abiturprüfung in Danzig und studierte daraufhin Medizin an den Universitäten von Jena und Heidelberg.Bundesarchiv: R 9361-III/551333, R 9361-III/167893 Zu Beginn des ersten Weltkriegs meldete Rothardt sich am 02. August 1914 freiwillig zum Grenadier-Regiment 5 und diente in der Folge als Sanitäter, u. a. bei den Reserve-Infanterie-Regimentern Nr. 227 und Nr. 232. Parallel setzte er sein Medizinstudium fort. Am 02. August 1916 erhielt Roth die ärztliche Approbation. Im Jahr 1917 wurde er in Heidelberg nach Vorlage der Schrift Beziehungen des Hohlfusses zur statischen Mechanik zum Doktor der Medizin promoviert. Am Ende des Weltkriegs war er Stabsarzt der Reserve und wurde mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes sowie dem schwarzen Verwundetenabzeichen ausgezeichnet.
Nach dem Krieg arbeitete Rothardt kurzzeitig im städtischen Krankenhaus von Offenburg und der Hebammen-Lehranstalt in Danzig-Langfuhr, bevor er sich in Podejuch als praktischer Arzt niederließ.
Weiterhin trat er einer SA-Sanitätsabteilung und zum 1. Januar 1931 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 430.880).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/25750993 Später wechselte er zur SS (SS-Nummer 276.754). Mit Wirkung zum 2. Juni 1936 änderte er den Namen Czerwinski in Rothardt.
Im Oktober 1939 wechselte Rothardt als SS-Obersturmbannführer vom medizinischen Personal der SS-Verfügungstruppe zu den SS-Totenkopfverbänden. Dort leitete er als SS-Standartenführer gemeinsam mit SS-Standartenführer Karl Genzken die SS-Totenkopf-Sanitätsdienste. Bis Januar 1941 arbeitete er dort als Arzt. Ab dem 23. November 1942 war er der medizinischen Abteilung der Sicherheitspolizei zugeteilt, in der er bis zum 15. August 1943 arbeitete.
Danach wechselte er im Herbst 1943 als Divisionsarzt und SS-Oberführer zur 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ der Waffen-SS. Am 9. November 1944 wurde Rothardt zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS befördert. Im April 1945 kam Rothardt als Korpsarzt zum IV. SS-Panzerkorps, mit dem er die Kapitulation miterlebte. Nach dem Krieg war er vom 28. Mai 1945 bis zum 3. Mai 1948 im Lager Staumühle interniert, verurteilt wurde er am 29. Dezember 1948 vom Spruchgericht Hiddesen zu zehn Monaten Gefängnis wegen seiner Zugehörigkeit zur SS.
Archivalische Überlieferung Im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde hat sich in den SS-Führerpersonal-Akten die Personalakte über Rothardt erhalten (R 9361-III/551333). Außerdem existiert im Landesarchiv Baden-Württemberg eine Karteikarte der Internierungskartei über ihn.
Einzelnachweise
Kategorie:SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:SS-Arzt Kategorie:NSDÄB-Mitglied Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1891 Kategorie:Gestorben 1980 Kategorie:Mann