Jeewi Lee ( / 이지븨; * 1987 in Seoul, Korea) ist eine südkoreanische Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Seoul.
Leben und künstlerische Entwicklung Jeewi Lee wuchs in einer Künstlerfamilie auf und verbrachte ihre Kindheit an verschiedenen Orten in Deutschland und Korea. Bereits ab dem Alter von fünf Jahren zog ihre Familie häufig um, was einen starken Einfluss auf die Künstlerin hatte und sich in ihrer Kunst widerspiegelt. Jeewi Lee studierte Malerei an der Universität der Künste Berlin in der Klasse Robert Lucander sowie an der Hunter College University in New York City und schloss 2014 als Meisterschülerin ihr Studium in Bildender Kunst an der Universität der Künste Berlin (UDK) ab. 2018 erhielt sie ebenso an der UDK für den Postgraduierten Studiengang Art in Context ihr MFA bei Jörg Heiser. Sie erhielt zahlreiche Förderungen und Stipendien, u. a. den Kunstpreis der Villa Romana Florenz, Kunstpreis junger westen von der Kunsthalle Recklinghausen und mehrere Stipendien des Stiftung Kunstfonds.
Lee wurde zu Künstlerresidenzen, wie der Josef & Anni Albers Foundation im Senegal (2020) und in die USA (2023) eingeladen. Ihre Kunstwerke wurden in zahlreichen Galerien und Institutionen ausgestellt, unter anderem beim „Festival of Future Nows“ in der Neuen Nationalgalerie (2014), im Museum Hamburger Bahnhof (2017), „Wände/Walls“ im Kunstmuseum Stuttgart (2020) und „Ruhr Ding: Klima“ von Urbane Künste Ruhr (2021). Weitere institutionelle Gruppenausstellungen sind „Scratching the Surface“ im Hamburger Bahnhof Museum in Berlin (2021), „Checkpoint. Border Views from Korea“ im Kunstmuseum Wolfsburg (2022), „Indigo Waves and Other Stories“ im Martin-Gropius-Bau (2023) sowie „Into the Woods – Klima Biennale Wien“ im Kunst Haus Wien (2024). 2021 gründete die Künstlerin mit Künstlerkollegen aus Dakar und Berlin das transkulturelle Projekt-Kollektiv „Dry Ocean“.
Jeewi Lee ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die sich in Installationen, Bilderserien, Skulpturen und Videos mit Erinnerung, Zeit und Verfall auseinandersetzt. Ihre Arbeit konzentriert sich auf „die Spur“, die Vergangenheit, Präsenz und Abwesenheit repräsentiert. Lees Kunst fordert die visuelle Wahrnehmung heraus, indem sie die unbemerkten Aspekte des täglichen Lebens hervorhebt. Spuren sind zwar abstrakt und minimalistisch in ihrer Form, tragen aber narrative Elemente und Indexikalität in sich und dienen als Zeugen und Überreste vergangener Leben – eine visuelle Allegorie für gelebte Erfahrungen, Geschichte und Erinnerung. Besonders interessiert sich Lee für Materialien, in denen sich Zeit und Erinnerungen eingeschrieben haben und betreibt intensive Materialforschung, indem sie Materialien für poetische Erkundungen umwandelt und neu kombiniert. Oft setzt sie sich mit den Gegebenheiten ihrer Umgebung, den lokalen Besonderheiten ihrer Residenz oder Ausstellungsräume auseinander und kreiert ortsspezifische Installationen. Ihre Kunst reflektiert die Koexistenz von Anwesenheit und Abwesenheit und erforscht die Überschneidung von Vergangenheit und Gegenwart.
Einzelausstellungen
Gruppenausstellungen (Auswahl)
Auszeichnungen 2026: Gasag-Kunstpreis (in Kooperation mit der Berlinischen Galerie), Berlin 2024: Künstlerresidenz Goethe-Institut mit dem Dry Ocean Projekt Kollektiv, Madrid 2023: Künstlerresidenz Bethany – Anni & Joseph Albers Stiftung, Connecticut 2023: Seed, öffentliche Skulptur, Universität Heidelberg (upcoming 2025) 2022: Künstlerresidenz Blank 100, Alentejo 2022: Stiftung Kunstfond Neu Start Kultur, Bonn 2021: Kunstpreis junger westen, Kunsthalle Recklinghausen 2021: Fördermittel für Katalog, Stiftung Kunstfonds, Bonn 2020: Förderung Stiftung Kunstfonds, Bonn 2020: Künstlerresidenz – Josef & Anni Albers Stiftung, Sinthian 2020: Stipendium CAA Berlin 2020: Künstlerresidenz Al Ma’mal Stiftung, Jerusalem (verschoben) 2018: Villa Romana Kunstpreis, Florenz 2015: Kwanjeong Lee, Chonghwan Stiftung, Seoul 2012: Dorothea-Konwiarz-Stipendium, Berlin 2011: Jungart Preis für Malerei, Berlin
Messen 2025: Art Basel HK, Art Basel, Frieze Seoul, Art Cologne 2024: Art Düsseldorf 2024: Art Brüssel 2023: Art Cologne 2023: Art Düsseldorf 2022: Art Düsseldorf 2021: Artissima 2019: Art Berlin 2019: Art Brüssel 2018: Art Rotterdam
Literatur (Auswahl) Lukas Feireiss, Sybille Krämer, Lydia Korndörfer, Index, 2023, ISBN 978-3-7757-5612-9.
Weblinks
WDR 3 (Westdeutscher Rundfunk) Kulturfeature vom 18. Mai 2025: Aus Sand gebaut. Die Skulpturen der Künstlerin Jeewi Lee (von Thorsten Jantschek) Aus_Sand_gebaut_:_Die_Skulpturen_der_Künstlerin_Jeewi_Lee (Deutschlandfunk, 6. Februar 2026, 20:05 Uhr)
Einzelnachweise
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