Hans Hattop (auch Hans Hattop der Jüngere; * 17. November 1924 in Bad Salzungen; † 5. August 2001 in Meiningen) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk Hattop war ein Neffe des Malers Hans Hattop der Ältere (1883–1960). Er absolvierte eine Lehre als Bergmann. Danach nahm er ab 1942 als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil, und er geriet bereits 1943 an der Westfront in Gefangenschaft. Dort begann er sein umgebendes Milieu in Handzeichnungen und Aquarellen künstlerisch zu erfassen.

Nach der Entlassung aus US-amerikanischer und britischer Kriegsgefangenschaft arbeitete er von 1948 bis 1951 als Bergmann in Bochum und bei der SDAG Wismut in Braunsdorf. Er zog dann nach Meiningen, wo er von 1951 bis 1954 als Bühnenbildassistent und Bühnenmaler am Meininger Theater arbeitete. Von 1954 bis 1955 hatte er eine Anstellung als Werbegrafiker. Obwohl er als Künstler Autodidakt war, begann er in Meiningen freischaffend zu arbeiten. Dabei wurde er von seinem Onkel und weiteren Meininger Malern unterstützt.

1955 wurde er in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen, dem er dann bis 1990 angehörte. Von 1969 bis 1974 war er Mitglied des Zentralvorstands und der Zentralen Sektionsleitung Maler/Grafiker des Verbands.

1958 hatte Hattop in den Meininger Museen seine erste Personalausstellung. Hattop war insbesondere Maler, Druckgrafiker, vor allem Lithograf, und Zeichner. Er bediente sich der Ölmalerei und später der Acryltechnik, die er mit Kreide, Farbstiften, Kugelschreiber und anderen Materialien kombinierte. Daneben arbeitete er in Aquarell und Pastell. Er schuf handwerklich perfekt Porträts, so 1958 von Eberhard Esche, Stillleben, Erotica, u. a. 1985 eine Serie zu erotischen Gedichten von Walter Werner, Stadtansichten und Bilder von Landschaften. Als Auftragsarbeiten schuf oder entwarf er architekturbezogene Werke und Werke für den öffentlichen Raum wie Farbglasfenster, Wandgemälde, Brunnenanlagen und Stahlplastiken.

In der DDR erhielt Hattop Aufträge u. a. von der NVA und von Betrieben der Wismut. Hattop war ein überzeugter Vertreter des Sozialistischen Realismus. In seinem Essay „Mensch – Maschine – Malerei“ schrieb er: „Sozialistischer Inhalt plus meisterhafte Gestaltung ergibt qualitätsvolles Kunstwerk“.Bildende Kunst, Berlin, 4/1965, S. 215

Neben seiner künstlerischen Arbeit leitete Hattop von 1955 bis 1995 in Suhl einen Mal- und Zeichenzirkel, an dem u. a. Gerhard Heinrich teilnahm, und volkskünstlerische Zirkel bei der Volkspolizei in Suhl und der NVA in Meiningen.

Hattop starb nach schwerer Krankheit in seinem Haus in Meiningen und fand auf dem Parkfriedhof Meiningen seine letzte Ruhe. Der Nachlass Hattops befindet sich im Staatsarchiv Meiningen.

Ehrungen mini|hochkant|Hattops Grabstätte auf dem Parkfriedhof Meiningen 1963: Kunstpreis des Rates des Bezirks Suhl 1966: Medaille für vorbildlichen Grenzdienst 1968: Johannes-R.-Becher-Medaille 1970: Preis für künstlerisches Volksschaffen 1971: Verdienstmedaille der NVA 1979: Verdienstmedaille der DDR

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Hattops (unvollständig)

Chemnitz: Kunstsammlung der Wismut GmbH Gera: Kunstsammlung Gera Saalfeld: Stadtmuseum Sondershausen: Schlossmuseum Sondershausen

Vor der deutschen Wiedervereinigung entstandene Werke (Beispiele) mini|Die Plastik „Atomium“ von Hattop und Klaus Tenner stand einst vor dem Haupttor des Werkes Robotron Meiningen Malerei Kollege Plank (1950, Öl)Der Bildindex der Kunst & Architektur nennt das Bild als Exponat auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung. Lt. Katalog war Hattop auf der Ausstellung jedoch nicht vertreten. Bereit (vor 1959, Öl, 98 × 122 cm; auf der Vierten Deutschen Kunstausstellung) Porträt des Kompaniechefs Major Stahl (1967, Öl; auf der VI. Deutschen Kunstausstellung) Brigade am Bohrturm (1969, Öl, 200 × 130 cm)Abbildung in: Bildende Kunst, Berlin, 3/1970, S. 116 Waffenbrüder (1970, Öl; auf der VII. Kunstausstellung der DDR) Grenzsoldat und Kalikumpel (um 1970, Öl; auf der VII. Kunstausstellung der DDR) Wismut (1971, Öl; Kunstsammlung der Wismut GmbH) Der Kommandeur (1971, Öl, 238 × 158 cm)

Druckgrafik

Nationale Volksarmee (um 1962, Zyklus von Siebrucken; auf der Fünften Deutsche Kunstausstellung) Traum der Schwerelosigkeit (1978/1979, Zyklus von acht Lithografien)Eine Abbildung in: Bildende Kunst, Berlin, 10/1979, S. 495 Tänzerinnen (Lithografie, 59 × 29 cm) Zwei Soldaten der Grenzbrigade der NVA (1982, Siebdruck, 40,5 × 54 cm)

Architekturbezogene Werke und Werke im öffentlichen Raum

Industrie (1964; Glasfenster mit Glasmalerei; 3,50 × 10,60 m; technische Ausführung Fa. Müller, Quedlinburg; Sonneberg, Treppenhaus des Gebäudes des damaligen Rates des Kreises)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Bezirk Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 164/165

Dekorative Wandgestaltung (1965; Natursteinmosaik, 2,60 × 6,00 m; Suhl, Empfangshalle des Interhotels „Thüringen-Tourist“)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Bezirk Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 156 Universales Lernen (1967; Glasfenster mit Glasmalerei, 2,00 × 7,00 m; technische Ausführung Kunstglaserei Matthes, Meiningen; Neuhaus am Rennweg, Eingangshalle der damaligen Polytechnischen Oberschule)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 3, Karl-Marx-Stadt, Gera, Erfurt, Suhl. Bezirk Suhl. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 177–173

Bleiglasfenster im Priesterseminar Erfurt (um 1985)Rolf-Dieter Meißner, Meiningen, vgl. Kuratorium d. Kulturstadt Meiningen (Hrsg.): Meiningen - Lexikon zur Stadtgeschichte. Meiningen: Bielsteinverlag, 2008, S. 105 f., Zitiert nach Wandgestaltungen im Vestibül des damaligen Universitätshochhauses Jena (1969–1972) Atom-Modell (1970/1971, Eisen, geschweißt, Grundfläche 6,50 × 3,00 m; vor dem heutigen Landratsamt in Meiningen; Ausführung durch den Metallgestalter Klaus Tenner)Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973

Publizierter Essay

Mensch, Technik. Mensch, Maschine, Malerei. In: Bildende Kunst, Berlin, 4/1965, S. 215

Ausstellungen (unvollständig)

Einzelausstellungen

1958: Meiningen, Meininger Museen 1989: Meiningen, Meininger Museen („Neue Arbeiten“) 1999 bzw. 2000: Oepfershausen, Kunststation Oepfershausen; Meiningen, Städtische Galerie Ada und Rhön-Rennsteig-Sparkasse („Hans Hattop – Im eigenen Auftrag. Druckgrafik, Zeichnung, 1942–1999“)

Postum

2024/2025: Meiningen, Obere Galerie im Schloss Elisabethenburg (Retrospektive zum 100. Geburtstag)

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR 1961: Berlin, Akademie der Künste („Junge Künstler. Malerei“) 1967 bis 1988: Dresden, VI. bis X. Kunstausstellung der DDR 1968: Halle/Saale, Staatliche Galerie Moritzburg („Sieger der Geschichte. Die Arbeiterpersönlichkeit in der bildenden Kunst der Deutschen Demokratischen Republik“) 1970: Berlin, Altes Museum („Im Geiste Lenins“) 1971: Berlin, Altes Museum („Das Antlitz der Arbeiterklasse in der bildenden Kunst der DDR“) 1971 bis 1984: Suhl, vier Bezirkskunstausstellungen 1986/1987: Suhl („Das sicher sei, was uns lieb ist“. Ausstellung zum 40. Jahrestag der Gründung der Grenztruppen der DDR)

Postum

2013/2014: Chemnitz, Neue Sächsische Galerie; Gera, Orangerie („Schicht im Schacht. Die Kunstsammlung der Wismut – eine Bestandsaufnahme“)

Literatur

Hans F. Schweers: Gemälde in Museen. Deutschland, Österreich, Schweiz. Teil I. Band 1. Künstler und ihre Werke. K. G. Saur, München 2008, S. 588 Hattop, Hans. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 320 De Gruyter. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 70, 2021, S. 140/141

Weblinks

Archivportal Thüringen Hattop, Hans, Nachlass Regenbogen über den Werraauen Dem Maler und Grafiker Hans Hattop zum Gedenken

Einzelnachweise

Anmerkungen

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