Geheime Mission auf Celtris Drei (Originaltitel: Chain Of Command) ist eine Doppelfolge der US-amerikanischen Science-Fiction-Fernsehserie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert. Es handelt sich um die zehnte und die elfte Folge der sechsten Staffel. Sie wurde in den Vereinigten Staaten über Syndication vermarktet und erstmals am 14. und 21. Dezember 1992 auf verschiedenen Fernsehsendern ausgestrahlt. In Deutschland war sie zum ersten Mal am 31. Mai und 1. Juni 1994 in einer synchronisierten Fassung auf Sat.1 zu sehen.
Handlung Teil I Im Jahr 2369 bei Sternzeit 46357.4 trifft sich die Enterprise mit der USS Cairo. Admiral Alynna Nechayev kommt an Bord und informiert die Führungsoffiziere über eine Krise, die sich mit den Cardassianern anzubahnen droht. Diese haben sich kürzlich aus dem Raum der Bajoraner zurückgezogen, deren Heimatwelt sie viele Jahre lang besetzt hatten. Jetzt kommt es zu vermehrten Aktivitäten entlang der Grenze zur Föderation und es wird befürchtet, dass ein Krieg ausbrechen könnte. Um dies zu verhindern, soll Captain Picard, unterstützt von Schiffsärztin Beverly Crusher und Sicherheitschef Worf, eine Geheimmission unternehmen. Sein Kommando über die Enterprise soll er hierfür an Edward Jellico, den bisherigen Captain der Cairo, abtreten, der über viel Erfahrung im Umgang mit den Cardassianern verfügt.
Jellico zeigt sich begeistert von seinem neuen Schiff, bringt aber die gewohnten Abläufe gehörig durcheinander. Vom ersten Offizier Riker verlangt er, die Dienstpläne von einem Drei- auf ein Vier-Schicht-System umzustellen, was dieser so kurzfristig nicht für umsetzbar hält. Chefingenieur La Forge soll die Effizienz des Warp-Antriebs erheblich steigern, was für sein gesamtes Team zwei Tage Dauerarbeit bedeuten würde. Zugleich kommandiert Jellico aber auch ein Drittel der Ingenieure zur Sicherheitsabteilung ab. Schiffsberaterin Deanna Troi will die Wogen glätten und Jellico verständlich machen, vor welche Probleme er die Mannschaft stellt. Der lehnt eine Übergangsphase ab und erwartet die unverzügliche Ausführung seiner Befehle. Weiterhin legt er Troi nahe, im Dienst keine zivile Kleidung zu tragen, da er auf der Brücke einen förmlichen Umgang schätzt.
Picard, Crusher und Worf bereiten sich durch intensives Training auf ihre Mission vor. Jellico lässt eine Sonde starten, um sie mit Informationen über ihren Einsatzort zu versorgen. Schließlich brechen sie mit einem Shuttle auf. Jetzt erst kann Picard die Einzelheiten der Mission offenbaren: Sie sollen unbemerkt zum cardassianischen Planeten Celtris III fliegen, da nach Geheimdienstinformationen dort eine metagenetische Waffe entwickelt wurde. Diese könne sämtliches Leben auf einem Planeten vernichten, dabei aber dessen Infrastruktur unbeschädigt lassen. Das freigesetzte Gift baut sich nach einer gewissen Zeit ab, was den Cardassianern eine kampflose Übernahme und Neubesiedelung ermöglichen würde. Um die unbeabsichtigte Giftfreisetzung zu verhindern, muss eine metagenetische Waffe über ein System verfügen, das Theta-Band-Emissionen aussendet. Eben diese wurden auf Celtris III registriert. Wegen seiner Erfahrung während seines Kommandos auf der USS Stargazer gilt Picard als Experte für Theta-Band-Emissionen und wurde deshalb für diese Mission ausgewählt. Dr. Crusher soll mögliche Giftstoffe aufspüren und neutralisieren. Worf soll ihr und Picard die nötige Rückendeckung geben. Auf dem Planeten Torman V treffen sich die drei mit dem Ferengi Solok, der regelmäßig Versorgungsflüge nach Celtris III unternimmt und sie dort unbemerkt einschleusen kann. Dort angekommen, stellen sie fest, dass sich die Quelle der Emissionen tief unter der Oberfläche befindet.
Währenddessen trifft sich die Enterprise mit einem cardassianischen Kriegsschiff, um Verhandlungen zu führen. Der Kommandant Gul Lemec kommt an Bord, doch Jellico spielt zunächst Spielchen mit ihm, um ihn einzuschüchtern. Er lässt ihn ewig warten, spielt sich dann als Choleriker auf, gestattet aber schließlich, mit je zwei Beratern die Verhandlungen zu beginnen. Unbeirrt fordert Lemec, dass sich die Föderation aus Planetensystemen zurückzieht, die seiner Ansicht nach den Cardassianern zustehen. Diese Forderung kann Jellico nicht akzeptieren. Am Ende des Gesprächs lässt Lemec seine Kenntnis über Picards Mission durchblicken. Er beschuldigt die Föderation, ein kleines Team in den cardassianischen Raum eingeschleust zu haben, erkundigt sich nach dem Verbleib von Picard und heuchelt Bedauern, falls einem hervorragenden Offizier wie ihm etwas passieren sollte.
Auf Celtris III haben Picard und sein Team nach der Durchquerung eines Höhlensystems die Emissionsquelle erreicht. Hinter einer Tür finden sie nur einen Raum, der bis auf eine Sendeanlage vollkommen leer ist. Ihnen wird klar, dass sie in eine Falle geraten sind. Cardassianische Wachen tauchen auf und die Tür beginnt sich zu schließen. Dr. Crusher und Worf gelangen zurück ins Höhlensystem; Picard wird abgeführt und zu Gul Madred, Kommandant der Einrichtung, gebracht. Der erklärt Picard, dass die Theta-Band-Emissionen bewusst gesendet wurden, um ihn hierher zu locken. Picard möchte wissen, was die Cardassianer von ihm wollen, doch Madred macht klar, dass nur er die Fragen stellen wird und ihn bei unpassenden Antworten töten werde.
Teil II Auf Celtris III wird Picard von Gul Madred unter Drogen gesetzt und verhört. Picard beantwortet in diesem Zustand bereitwillig die meisten von Madreds Fragen. Den interessieren eigentlich nur die Verteidigungspläne für den Föderationsplaneten Minos Korva, doch ausgerechnet darüber scheint Picard nichts zu wissen. Madred versucht es auf eine andere Weise. Als Picards Geist wieder klar ist, will er dessen Interesse für Archäologie ausnutzen. Er führt mit Picard ein Gespräch über beeindruckende Ruinen aus der cardassianischen Vergangenheit, um die Zivilisiertheit seines Volkes hervorzuheben. Dann lenkt er das Thema auf Picards rechtliche Situation. Er wird als Krimineller geführt, doch er könnte mit einer milden Strafe rechnen, wenn er kooperiert und die Verteidigungspläne für Minos Korva verrät. Picard beteuert weiter, davon nichts zu wissen. Madred glaubt ihm nicht, denn er weiß, dass im Kriegsfall die Enterprise die Verteidigung des Sektors leiten soll, in dem sich der Planet befindet. Er sieht sich gezwungen, drastischere Maßnahmen zu ergreifen, und entschließt sich, Picard zu foltern. Picard beruft sich auf ein Abkommen, das Folter ausdrücklich verbietet, doch das ist Madred egal. Er zerschneidet Picards Kleidung und lässt ihn nackt und an seinen gefesselten Händen an der Decke aufgehängt im Verhörzimmer zurück, wo er die ganze Nacht in diesem Zustand verbringen muss.
Auf der Enterprise werden Jellico und die Führungsoffiziere derweil von Lemec über die Festnahme Picards informiert. Lemec beschuldigt ihn, auf Celtris III zahlreiche Zivilisten getötet zu haben, und er versichert Jellico, dass die Cardassianer auf Picards Aktion reagieren werden. Jellico bespricht sich mit Riker und Troi. Im Fall einer geglückten Mission hätte Picards Team ins Lyshen-System fliegen sollen, um sich dort mit der Enterprise zu treffen. Da aber weitere Gespräche mit Lemec nötig sind, schickt Jellico Riker mit einem Shuttle los, um zum geplanten Treffpunkt zu fliegen. Dort findet er Dr. Crusher und Worf vor, denen die Flucht gelungen ist, und fliegt mit ihnen zurück zur Enterprise. Riker möchte nun eine Rettungsmission starten, um Picard zu befreien, doch Jellico lehnt das ab.
Auf Celtris III ist ein neuer Tag angebrochen. Madred befreit Picard von seinen Fesseln und setzt das Verhör fort. Er weist ihn darauf hin, dass ihm ein kleines Gerät implantiert wurde. Über eine Fernbedienung kann Madred ihm damit starke Schmerzen zufügen, wenn er unbefriedigende Antworten gibt. Um es ihm zu demonstrieren, fragt er Picard, wie viele Lichter er hinter seinem Schreibtisch sieht. Picard antwortet wahrheitsgemäß, dass es vier Lichter sind. Madred bestraft ihn mit der Aktivierung des Geräts, denn er will ihn dazu bringen, zu behaupten, es wären fünf Lichter.
Lemec legt Jellico Beweise für die Festnahme Picards vor. Jellico bestreitet, dass Picard im offiziellen Auftrag der Föderation gehandelt hat. Lemec erklärt, in diesem Fall würde Picard als Terrorist behandelt werden und ihm würden daher auch nicht die Rechte eines Kriegsgefangenen zustehen. Er erklärt sich aber bereit, Picard freizulassen, wenn sich dafür die Föderation aus dem gesamten Sektor zurückziehen würde. Jellico erbittet Bedenkzeit, um dies mit seinen Vorgesetzten zu diskutieren. Nach dieser Unterredung macht Riker Jellico Vorwürfe. Durch das Abstreiten jeglicher Kenntnis von Picards Mission habe Jellico seiner Ansicht nach Picards Leben in Gefahr gebracht. Er hält dies für einen Fehler und als erster Offizier hat er die Pflicht, Jellico darauf hinzuweisen. Jellico entbindet Riker kurzerhand von seinen Pflichten und ernennt den zweiten Offizier Data zum neuen ersten Offizier.
Jellico, Data und La Forge versuchen herauszufinden, was die Cardassianer als Nächstes vorhaben. Sie vermuten, dass ihr Interesse Minos Korva gilt, da die Enterprise für dessen Verteidigung eingeteilt ist. La Forge scannt Lemecs Schiff und hofft, irgendetwas Ungewöhnliches zu finden. Tatsächlich stellt er eine leichte Zersetzung der Schiffshülle fest, die darauf hindeutet, dass das Schiff kürzlich einem molekularen Dispersionsfeld ausgesetzt war. Ein solches ist aus dem nahe gelegenen McAllister-C-5-Nebel bekannt. Jellico vermutet, dass die Cardassianer den Nebel nutzen, um ihre Invasionsflotte zu verstecken, und er ist entschlossen, die Flotte zu enttarnen. Er entwickelt einen Plan, um mit einem Shuttle Minen in dem Nebel zu verteilen, die sich an die cardassianischen Schiffe heften sollen.
Auf Celtris III sieht Picard während einer Verhörpause mit an, wie Madred mit seiner Tochter spielt. Als sie den Raum verlassen hat, will er wissen, wie Madred sie an einen solchen Ort bringen kann. Der sieht darin nichts Verwerfliches, denn er ist stolz auf seine Arbeit. Er erinnert sich noch an Zeiten, als die Cardassianer Hunger litten, doch seit das Militär die Macht übernommen hat, ist dies vorbei und er will mit seiner Arbeit dazu beitragen, dass seine Tochter niemals wissen wird, was Hunger ist. Picards Bemerkung, dass ihr Magen zwar voll sein möge, ihr Geist hingegen leer, erzürnt Madred und er fügt Picard erneut Schmerzen zu. Madred fragt ihn weiter nach der Anzahl der Lichter, erhält aber nicht die gewünschte Antwort. Nach einer Weile erklärt er überraschend, Picards Wille sei einfach zu stark. Es sei daher zwecklos, ihn weiter festzuhalten, und er dürfe gehen. Picard ist erstaunt, das zu hören, wendet sich aber zögernd dem Ausgang zu. Da behauptet Madred, er würde an seiner Stelle nun Dr. Crusher befragen. Picard weiß, dass sie als Ärztin nicht über die Informationen verfügt, die Madred haben will. Nicht ahnend, dass Dr. Crusher längst entkommen ist, entscheidet er sich, das Verhör fortzusetzen, um sie zu schützen. Nach einer Weile nimmt Madred eine Mahlzeit ein. Picard ist inzwischen völlig ausgehungert. Madred bietet ihm ein Ei an. Picard findet darin ein totes Jungtier vor, schluckt es aber nach kurzem Zögern hinunter. Das amüsiert Madred, der erwartet hatte, dass Picard von dem Anblick angeekelt sei. Madred erzählt, wie er einmal als hungriger kleiner Junge ein Nest mit solchen Eiern gefunden hatte. Ein älterer Junge fand das heraus, doch er musste Madred erst den Arm brechen, bevor er ihm die Eier wegnehmen konnte. Durch diese Geschichte sieht Picard Madred in einem neuen Licht. Für ihn ist er immer noch der kleine Junge, der sich nicht verteidigen konnte und dem es darum jetzt Freude macht, anderen Schmerzen zuzufügen. Als er Madred dies offen sagt, wird der wütend und setzt mit Hilfe des Schmerzgeräts das Verhör fort.