Das United States Army Air Corps (USAAC) war ein Vorläufer der heutigen United States Air Force. Es wurde am 2. Juli 1926 als Teil der United States Army gegründet und ist der direkte Vorgänger der United States Army Air Forces (USAAF), welche 1941 entstanden. Vor dem Air Corps war der United States Army Air Service, von 1918 bis 1926, existent. Auch wenn sie 1942 als Organisation abgeschafft wurde, blieb das Air Corps (AC) bis 1947 eine Untergliederung der US Army.

Das Air Corps wurde vom Kongress der Vereinigten Staaten als Kompromisslösung zwischen den Befürwortern einer organisatorisch selbstständigen Luftstreitkraft und hohen US Army-Kommandanten gegründet. Letztere sahen die Hauptaufgabe eher in der Unterstützung der Bodentruppen, als in einer unabhängig operierenden Truppe. Zwischen 1926 und 1941 versuchten seine Mitglieder immer wieder die Wichtigkeit eines unabhängigen Zweiges der Army deutlich zu machen (ähnlich den Signal Corps oder den Quartermaster Corps), da die Hauptaufgabe des USAAC zur damaligen Zeit eher in der Unterstützung der Bodentruppen, als in unabhängigen Einsätzen lag.

Während in den Führungsetagen immer noch über einen separaten Luftzweig gestritten wurde, schaltete die US Army am 1. Oktober 1935 das General Headquarters Air Force (GHQ Air Force) ein. Diese Befehlseinheit, welche schon 1924 gegründet wurde, aber bis 1933 inaktiv war, sollte die zentrale Kontrolle über die militärische Luftfahrt innerhalb der Vereinigten Staaten übernehmen. Bis zum 19. November 1940 stand das GHQ Air Force unter dem Befehl des Chief of Staff of the Army, danach wurde es dem Army General Headquarters (Army GHQ) untergeordnet. Da das Air Corps keine direkte Kontrolle über die eigenen Kampfeinheiten hatte (diese Aufgabe wurde vom GHQ Air Force erfüllt), kam es häufig zu Problemen bei der Auftragsverteilung, welche mit den Vorbereitungen auf den Zweiten Weltkrieg und der damit verbundenen Truppenaufstockung nur noch größer wurden. Diese Probleme wurden am 20. Juni 1941, mit der Gründung der Army Air Forces, gelöst, da Air Corps und GHQ Air Force (nun umbenannt in Air Force Combat Command) einer höheren Befehlsebene untergeordnet wurden.

Bis zum 9. März 1942 blieb das AC eine administrative Organisation und bis 1947 ein Zweig der Army. Der größte Teil des Personals, welches sich später bei den US Army Air Forces verpflichtete, waren Mitglieder des US Army Air Corps.

Historischer Überblick Aeronautical Division, U.S. Signal Corps: 1. August 1907 – 18. Juli 1914 Aviation Section, U.S. Signal Corps: 18. Juli 1914 – 20. Mai 1918 Division of Military Aeronautics: 20. Mai 1918 – 24. Mai 1918 United States Army Air Service: 24. Mai 1918 – 2. Juli 1926 United States Army Air Corps: 2. Juli 1926 – 20. Juni 1941 United States Army Air Forces: 20. Juni 1941 – 18. September 1947 United States Air Force: 18. September 1947 – Gegenwart

Die Gründung des Air Corps 1923 empfahl das Lassiter-Gremium, bestehend aus einer Gruppe von Stabsoffizieren, dem Kriegsministerium der Vereinigten Staaten, dass der Air Service von einer Gruppe von Einheiten ersetzt werden solle, die in Kriegszeiten und unter Kommando der Army General Headquarters die Möglichkeit hätte unabhängige Einsätze zu fliegen. Noch viel weiter mit seinen Forderungen ging das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten in ihrem im Dezember 1925 veröffentlichten Bericht. Nach einer elfmonatigen Periode von Anhörungen schlug das Komitee eine vereinte, von Army und United States Navy unabhängige Luftwaffe vor, einschließlich eines Verteidigungsministeriums, welches diese drei Zweige koordinieren sollte.

Ein weiteres Gremium, mit Dwight Morrow als Vorsitzenden, hatte jedoch bereits nach zweieinhalb Monaten ein gegensätzliches Ergebnis zu präsentieren. Im September 1925 wurde er von Präsident Calvin Coolidge angeblich dazu ernannt die „besten Mittel zur Entwicklung und Anwendung der Luftwaffe in der nationalen Verteidigung“ zu untersuchen. Seine eigentliche Aufgabe bestand jedoch darin, die politischen Auswirkungen des bevorstehenden Militärgerichtsprozesses von Billy Mitchell möglichst gering zu halten, sowie dem Befund des Lampert-Komitees voraus zu kommen. Letzteres gelang auch und der Bericht des Morrow-Gremiums erschien zwei Wochen vor dem des Lampert-Komitees. Der Morrow-Bericht, im Einklang mit den Ansichten des Präsidenten, lehnte die Idee eines jeweils separaten Verteidigungs- und Luftwaffenministeriums ab, sprach sich jedoch für mehrere kleinere Reformen aus. Diese sollten zum Beispiel die Umbenennung von Air Service in Air Corps (um die Prestige zu erhöhen), die Erhöhung seiner (des AC) Repräsentation beim Generalstab und die Ernennung eines Assistant Secretary of War for Aviation umfassen. Außerdem sollte das Air Corps seine Insignien der „Prop and Wings“ (Propeller und Flügel) behalten, was letztendlich bis zu seiner Auflösung im Jahr 1947 der Fall war.

Der Kongress akzeptiere die Vorschläge des Morrow-Gremiums und verabschiedete den Air Corps Act (44 Stat. 780) am 2. Juli 1926. Der Name wurde von Air Service in Air Corps geändert, um die „Auffassung einer schlagkräftigen, militärischen Luftfahrt, weniger als Unterstützungstruppe, zu stärken.“ Das Gesetz schuf, zur Unterstützung der Militärpiloten, den zusätzlichen Posten des Assistant Secretary of War for Aviation und führte zur Gründung eines eigenen Luftwaffenbereichs in jeder Division des Generalstabs für die kommenden drei Jahre. Andere Festlegungen besagten, dass die Befehlsgewalt über die Flugeinheiten geschultes Personal innehaben sollte und dass die Bezahlung der Piloten fortgesetzt wird. Zwei zusätzliche Brigadegeneräle sollten als Assistenten des Leiters des Air Corps dienen, welcher General Mason Patrick, ehemaliger Chef des Air Service, wurde.

Die Position des Luftwaffenzweigs innerhalb des Kriegsministeriums blieb im Prinzip die gleiche wie vorher – die Flugeinheiten standen nicht unter der direkten operativen Kontrolle des Air Corps, sondern unter der der Bodeneinheiten. Die Aufgabe des AC bestand darin, für die Beschaffung und Bevorratung von Flugzeugen zu sorgen, die Stützpunkte zu unterhalten und sich um die Ausbildung zu kümmern. Selbst der neue Posten des Assistant Secretary of War for Aviationr, welche von 1926 bis 1932 von F. Trubee Davison besetzt war, half wenig um die Autonomie des Luftwaffenarmes zu fördern.

Im Zuge des Air Corps-Gesetz wurde ein fünfjähriges Expansionsprogramm eingeleitet. Jedoch konnte dies, aufgrund von Finanzierungsproblemen, nicht vor dem 1. Juli 1927 beginnen. Das Ziel sah eine Truppengröße von 1.800 Flugzeugen, 1.650 Offizieren und 15.000 Soldaten vor, was mit schrittweisen Erhöhungen innerhalb der nächsten fünf Jahre erreicht werden sollte. Doch selbst diese relativ bescheidene Truppenaufstockung sollte nicht erreicht werden. Grund dafür waren die nicht bewilligten Gelder, sowie der Beginn der Weltwirtschaftskrise, die neben Lohnkürzungen auch Versäumnisse in der Modernisierung mit sich brachte. Trotz allem konnte das Air Corps von vormals sieben (im Air Service) auf 15 Gruppen vergrößert werden.

+ Hinzugefügte Gruppen des Air Corps (1927–1937) Gruppe Stationiert in Datum der Gründung Flugzeugtyp 18th Pursuit Group Wheeler Field, Hawaii 20. Januar 1927 PW-9 7th Bombardment Group Rockwell Field, Kalifornien 1. Juni 1928 LB-7, B-3A 12th Observation Group¹ Brooks Field, Texas 1. Oktober 1930 O-19 20th Pursuit Group Mather Field, Kalifornien 15. November 1930 P-12 8th Pursuit Group Langley Field, Virginia 1. April 1931 P-6 17th Pursuit Group² March Field, Kalifornien 1. Juli 1931 P-12 19th Bomb Group Rockwell Field, Kalifornien 24. Juni 1932 B-10 16th Pursuit Group Albrook Air Force Base, Panama 1. Dezember 1932 P-12 10th Transport Group Patterson Field, Ohio 20. Mai 1937 C-27 C-33 ¹Aufgelöst am 20. Mai 1937²Umbenannt in 17th Attack Group (1935), 17th Bomb Group (1939)

Js größer das Air Corps wurde, desto höher wurde auch die Befehlsebene, der sie Bericht erstatten mussten. Das 2. Geschwader (2nd Wing) wurde 1922 als Teil des Air Service eingeschaltet und 1929 in 2. Bombardementgeschwader (2nd Bombardment Wing) umbenannt. Im gleichen Jahr wurde auch das 1. Bombardementgeschwader (1st Bombardment Wing) aufgerüstet. Ein drittes Geschwader, zunächst noch 3. Bombardementgeschwader (3rd Bombardment Wing) genannt, wurde 1932 gegründet. Zu dieser Zeit wurde auch das 1. Bombergeschwader (1st Bomb Wing) in 1. Verfolgergeschwader (1st Pursuit Wing) umbenannt. Bis zu seiner Gründung im Jahr 1935 waren diese drei Geschwader die Basis des GHQ Air Force.

mini|Ein B-6A des 1. Bombergeschwaders, 1935 Vor 1935 waren die häufigsten Modelle von Jägern Flugzeuge der Curtiss P-1- (1926–1930) und Boeing P-12- (1929–1935) Familien. Bei den an der Front operierenden Bombern waren es, vor der Einführung der komplett aus Metall bestehenden Eindeckers, vor allem sternmotorige Varianten des Keystone LB-6- (60 LB-5A, LB-6 und LB-7 Flugzeuge) und Keystone B-3-Designs (127 B-3A, B4A, B-5 und B-6A Flugzeuge). Zwischen 1927 und 1934 erfüllten vor allem die O-1/A-3 Falcons die Aufgaben, die der Generalstab als vorrangige Missionen des Air Corps sahen: Aufklärung und nahe Unterstützung.

In den ersten zehn Jahren des Air Corps hatten die Transportflugzeuge meist einen Trimotor, also ein mit drei Kolbenmaschinen angetriebenes Aggregat. So zum Beispiel die Atlantic-Fokker C-2 und die Ford C-3, welche im Air Corps nur in solch kleine Stückzahlen vertreten waren (insgesamt 66), dass oft nur ein Flugzeug pro Basis vorhanden war. Als dann ihre Anzahl und Brauchbarkeit immer weiter abnahmen, wurden sie durch eine Serie von 50 ein- und zweimotorigen Maschinen ersetzt, die dann vor allem für kleinere Transporte und Aufgaben der Belegschaft verwendet wurden. Die Flugübungen und das Pilotentraining fanden zwischen 1927 und 1937 in der Consolidated PT-3 und später in einer Stearman PT-13 statt.

1933 vergrößerte sich das Air Corps auf eine Stärke von 50 Staffeln: 21 Jäger-, 13 Aufklärungs-, 12 Bombardement- und vier Angriffsstaffeln. Im gleichen Jahr nahm auch das letzte Flugzeug mit offenem Cockpit seinen Dienst auf: die Boeing P-26. Sie schloss die Lücke zwischen Doppeldeckern und moderneren Flugzeugen.

Im Zuge des Air Mail Scandal, in dem der United States Postmaster General und die Chefs der großen Airlines verwickelt waren, wurde das Air Corps im Februar 1934 mit der Austragung von Post beauftragt. Aufgrund einer desaströsen Bilanz, die etliche Abstürze und Todesfälle beinhaltete, empfahl die Untersuchungskommission, die auf diese Geschehnisse folgte, Änderungen, die die Organisation des Corps und ihre Modernisierung betrafen. Dies brachte das Air Corps erneut ein Stück weiter in Richtung Autonomie und eventueller Separation von der Army. Die Kommission schlug daraufhin eine Streitkraft von 2.320 Flugzeugen vor, was im Juni 1936 vom Kongress bewilligt wurde. Jedoch wurden die Fördermittel für diese Expansion erst 1939, als die Wahrscheinlichkeit eines Krieges immer größer wurde, gewährt. Stattdessen schrumpfte 1936 die Truppengröße des Air Corps sogar, bis auf eine Anzahl von insgesamt 855 Flugzeugen. Dies war ein Jahr nachdem selbst das zuständige GHQ Air Force eine Größe von 980 Flugzeugen empfahl.

Entwicklung und Gefechte Strategische Bombardements Die Marine Air Force wird auf der Flotte stationiert sein und bewegt sich mit dieser als ein wichtiges Element zur Lösung primärer Aufgaben, die sich der Flotte stellen. Die Army Air Force wird landgestützt operieren und ein essentielles Element für die Army, in ihrer Aufgabe die heimischen Küsten und die Besitztümer in Übersee zu verteidigen, sein, was ihr folglich eine absolute Handlungsfreiheit, ohne Verantwortung für die Küstenverteidigung gibt. Gen. Douglas MacArthur, Adm. William V. Pratt, 7. Januar 1931.Tate, S. 78.