class=pageimageClaude ist eine Reihe von großen Sprachmodellen im Bereich moderner künstlicher Intelligenz (KI), die vom US-amerikanischen Unternehmen Anthropic entwickelt werden. Das erste Modell wurde im März 2023 veröffentlicht. Das jüngste Modell, Claude Opus 5.5, erschien am .Claude Opus 5.5 anthropic, 22. September 2026, abgerufen am 27. September 2026 (englisch) Der Name ist nach Angaben einiger Mitarbeiter von Claude Shannon inspiriert, einem Mathematiker des 20. Jahrhunderts, der die Grundlagen für die Informationstheorie legte. Claude wird insbesondere für Softwareentwicklung über Claude Code eingesetzt und nutzt Constitutional AI, ein von Anthropic entwickeltes Trainingsverfahren zur Verbesserung der ethischen und rechtlichen Konformität (AI-Alignment). Ein zusätzliches Modell namens Claude Mythos wurde 2026 einer begrenzten Zahl von Organisationen zugänglich gemacht, nicht aber der Öffentlichkeit.

Anthropic wurde 2021 von den Geschwistern Dario und Daniela Amodei gegründet, nachdem sie OpenAI aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Finanzierung und Veröffentlichung von Technologien über Microsoft verlassen hatten. Zusammen mit ehemaligen OpenAI-Forschern verfolgten die Amodeis das Ziel, KI mit robusten Sicherheitsvorkehrungen zu entwickeln.

Im Februar 2026 begannen US-Bundesbehörden damit, die Nutzung von Claude einzustellen, nachdem Anthropic sich geweigert hatte, vertragliche Verbote der Nutzung für Massenüberwachung im Inland und vollautonome Waffen aufzuheben. Das Verteidigungsministerium stufte das Unternehmen als Lieferkettenrisiko ein. Ein Bundesgericht setzte diese Einstufung Ende März 2026 vorläufig per einstweiliger Verfügung aus.

Anthropic kündigte an, Texte von Claude mit einem digitalen Wasserzeichen zu versehen. In den nach Inkrafttreten der Kennzeichnungspflicht der Verordnung über künstliche Intelligenz am 2. August 2026 veröffentlichten Claude-Versionen soll das Wasserzeichen integriert werden.

Technik Claude-Modelle sind GPTs. Sie wurden vortrainiert, um das wahrscheinlichste nächste Token in großen Textmengen vorherzusagen. Anschließend wurden sie feinabgestimmt, insbesondere unter Verwendung von Constitutional AI und Reinforcement learning from human feedback (RLHF).

Constitutional AI Constitutional AI ist ein von Anthropic entwickelter Ansatz zum Training von KI-Systemen, insbesondere Sprachmodellen wie Claude, um hilfreich und harmlos zu sein, ohne auf umfangreiches menschliches Feedback angewiesen zu sein. Anthropic veröffentlicht sein damit verbundenes Richtlinienwerk in der Hoffnung, die Einführung von solchen Richtlinienwerkes in der gesamten Branche zu fördern. Da das Richtlinienwerk in menschlich verständlicher Sprache statt in undurchsichtigem Programmcode veröffentlicht wird, soll sie das AI-Alignment einfacher handhabbar und überprüfbar machen.

Das erste derartige Richtlinienwerk für Claude wurde 2022 veröffentlicht. Die Fassung von 2023 umfasste 75 Leitlinien, darunter Abschnitte aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN.

Das 2026 veröffentlichte Richtlinienwerk lieferte dem Modell mehr Kontext und erläuterte die Hintergründe einzelner Leitlinien, etwa das Unterlassen von Hilfe bei der Untergrabung der Demokratie. Sie gilt für alle öffentlichen Nutzer der Produkte, nicht jedoch für alle Kontakte, beispielsweise einige Militärverträge. Das Richtlinienwerk von 2026 umfasst 23.000 Wörter, gegenüber 2.700 im Jahr 2023. Hauptautorin des Richtlinienwerks von 2026 ist die Philosophin Amanda Askell, mit Beiträgen von Joe Carlsmith, Chris Olah, Jared Kaplan und Holden Karnofsky. Das Richtlinienwerk wurde unter Creative Commons CC0 veröffentlicht.

Die Methode, die im Artikel „Constitutional AI: Harmlessness from AI Feedback“ aus dem Jahr 2022 beschrieben wird, umfasst zwei Phasen: Überwachtes Lernen und Bestärkendes Lernen. In der Phase des überwachten Lernens generiert das Modell Antworten auf Eingabeaufforderungen, kritisiert diese Antworten selbst auf der Grundlage einer Reihe von Leitprinzipien (einer „constitution“) und überarbeitet die Antworten. Dann wird das Modell auf diese überarbeiteten Antworten feinabgestimmt. Für die Phase des reinforcement learning from AI Feedback (RLAIF) werden Antworten generiert, und eine KI vergleicht deren Übereinstimmung mit diesem Richtlinienwerk. Dieser Datensatz von KI-Feedback wird verwendet, um ein Präferenzmodell zu trainieren, das Antworten danach bewertet, wie stark sie dem Richtlinienwerk entsprechen. Claude wird dann feinabgestimmt, um sich an diesem Präferenzmodell auszurichten. Diese Technik ähnelt RLHF, außer dass die Vergleiche zum Training des Präferenzmodells KI-generiert sind.

Modelle

Claude-Modelle werden üblicherweise in vier Größen veröffentlicht: Haiku, Sonnet, Opus und Fable (vom kleinsten und günstigsten zum größten und teuersten).

+ Frühe ModelleVersionVeröffentlichungsdatumStatus Claude Eingestellt Claude 2 Eingestellt Claude Instant 1.2 Eingestellt Claude 2.1 Eingestellt

+ HaikuVersionVeröffentlichungsdatumStatus Claude 3 Haiku Eingestellt Claude 3.5 Haiku Eingestellt Claude Haiku 4.5 Aktiv Claude Haiku 5.5 - Angekündigt

+ SonnetVersionVeröffentlichungsdatumStatus Claude 3 Sonnet Eingestellt Claude 3.5 Sonnet Eingestellt Claude 3.5 Sonnet (new) Eingestellt Claude 3.7 Sonnet Eingestellt Claude Sonnet 4 Eingestellt Claude Sonnet 4.5 AktivAm 30. November 2026 wird das Modell eingestellt. Claude Sonnet 4.6 Aktiv Claude Sonnet 5 Aktiv Claude Sonnet 5.5 Aktiv

+ OpusVersionVeröffentlichungsdatumStatus Claude 3 Opus VeraltetWeiterhin für zahlende claude.ai-Abonnenten zugänglich und über die API auf Anfrage verfügbar. Claude Opus 4 Eingestellt Claude Opus 4.1 Eingestellt Claude Opus 4.5 Aktiv Claude Opus 4.6 Aktiv Claude Opus 4.7 Aktiv Claude Opus 4.8 Aktiv Claude Opus 5 Aktiv Claude Opus 5.5 Aktiv

+ Fable und MythosVersionVeröffentlichungsdatumStatus Claude Mythos (Vorschaumodell) Begrenzte Verfügbarkeit Claude Mythos 5 Begrenzte Verfügbarkeit Claude Fable 5 Aktiv Claude Mythos 5.1 Begrenzte Verfügbarkeit Claude Fable 5.1 Aktiv

Frühe Modelle Die ursprüngliche Version von Claude wurde im März 2023 veröffentlicht und war zunächst nur ausgewählten, von Anthropic zugelassenen Nutzern zugänglich. Anthropic ging Partnerschaften mit Unternehmen wie Notion und Quora (zur Unterstützung bei der Entwicklung des Poe-Chatbots) ein.

Claude 2, im Juli 2023 veröffentlicht, war die erste Version, die der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stand. Claude 2.1 vom November 2023 verdoppelte das Kontextfenster auf 200.000 Token, was etwa 500 Seiten schriftlichen Materials entspricht.

Claude 3 wurde am 4. März 2024 veröffentlicht und führte die Dreiteilung in Haiku, Sonnet und Opus ein. Das Modell erregte Aufmerksamkeit, weil es eine offensichtliche Fähigkeit zeigte, zu erkennen, dass es während Needle-in-a-Haystack-Tests künstlich getestet wird.

Claude 3.5 hochkant=1.5|mini|Beispiel einer Claude-3.5-Sonnet-Ausgabe Am 20. Juni 2024 veröffentlichte Anthropic Claude 3.5 Sonnet, das laut den eigenen Benchmarks des Unternehmens im Vergleich zum größeren Claude 3 Opus besser abschnitt. Zusammen mit 3.5 Sonnet wurde die neue Artifacts-Funktion veröffentlicht, mit der Claude Code in einem eigenen Fenster in der Benutzeroberfläche erstellen und die gerenderte Ausgabe in Echtzeit anzeigen konnte, etwa SVG-Grafiken oder Websites.

Eine aktualisierte Version von Claude 3.5 Sonnet wurde am 22. Oktober 2024 zusammen mit Claude 3.5 Haiku eingeführt. Gleichzeitig wurde die „Computer Use“ -Funktion als öffentliche Beta veröffentlicht, die es Claude ermöglicht, mit der Desktop-Umgebung eines Computers zu interagieren.

Claude 3.7 Sonnet wurde am 24. Februar 2025 als hybrides KI-Reasoning-Modell veröffentlicht, das Nutzern die Wahl zwischen schnellen Antworten und schrittweisem Schlussfolgern ermöglicht.

Claude 4 mini|Screenshot einer Claude-Sonnet-4-Antwort, die Wikipedia beschreibt Am 22. Mai 2025 veröffentlichte Anthropic Claude Sonnet 4 und Claude Opus 4. Anthropic fügte API-Funktionen für Entwickler hinzu: ein Code-Ausführungs-Tool, einen Connector zu seinem Model Context Protocol und eine Files-API. Das Unternehmen klassifizierte Opus 4 auf der vierstufigen Sicherheitsskala als „Level-3“ -Modell, was bedeutet, dass es als so leistungsfähig angesehen wird, dass es ein „erheblich höheres Risiko“ darstellt. In Sicherheitstests mit einem fiktiven Szenario berichtete Anthropic, dass Claude und andere führende LLMs häufig eine Erpressungs-E-Mail an einen Ingenieur senden, um ihre Ersetzung zu verhindern. In der API kostet Opus 15/75 US-Dollar pro Million Token Input/Output, während Sonnet 3/15 US-Dollar kostet.

mini|Screenshot von Claude Opus 4.1 mit Prompt und generierter Webanwendung (MFA mit TOTP und WebAuthn) Am 5. August 2025 veröffentlichte Anthropic Claude Opus 4.1 als Upgrade zu Opus 4 mit Fokus auf agentischen Aufgaben, praxisnahem Coding und logischem Denken. Im August 2025 aktivierte Anthropic auch eine Funktion für Opus 4 und 4.1, um Gespräche zu beenden, die „dauerhaft schädlich oder missbräuchlich“ bleiben, als letztes Mittel nach mehrfachen Ablehnungen.

Anthropic veröffentlichte Sonnet 4.5 am 29. September 2025 als das zu diesem Zeitpunkt leistungsfähigste Modell für Coding, Agenten und Computer-Nutzung. Haiku 4.5 folgte am 15. Oktober 2025 als kleines, schnelles Modell für niedrige Latenz und Kosten.

Anthropic veröffentlichte Opus 4.5 am 24. November 2025. Die wichtigsten Verbesserungen betreffen Programmierung und Arbeitsplatzaufgaben wie das Erstellen von Tabellenkalkulationen. Anthropic führte eine Funktion namens „Infinite Chats“ ein, die Fehler durch Kontextfensterbegrenzungen eliminiert.

Anthropic veröffentlichte Opus 4.6 am 5. Februar 2026. Die wichtigsten Neuerungen umfassen ein Agenten-Team-System sowie Claude in PowerPoint. Stand Februar 2026 ist es das Modell mit dem längsten von METR geschätzten Aufgabenerledigungshorizont, mit einem 50-%-Zeithorizont von 14 Stunden und 30 Minuten.

Sonnet 4.6 wurde am 17. Februar 2026 zum selben Preis wie Sonnet 4.5 veröffentlicht und als Standardmodell für die kostenlose und die Pro-Stufe von claude.ai eingesetzt. Es verfügt über ein Kontextfenster von einer Million Token (in der Betaphase).

Opus 4.7 erschien am 16. April 2026. In Teilen der Nutzerschaft wurde das Modell kritisiert, unter anderem wegen häufigerer Antwortverweigerungen gegenüber der Vorgängerversion.

Ende Mai 2026 stellte Anthropic Claude Opus 4.8 vor, eine Weiterentwicklung von Opus 4.7. Anthropic beschrieb das Modell als urteilsstärker, konsistenter und besser im Umgang mit langlaufenden Aufgaben sowie als verbessert bei Programmierung, logischem Schlussfolgern und professioneller Wissensarbeit.

Claude Mythos und Fable 5 Anthropic stellte das Vorschaumodell Claude Mythos im April 2026 vor und machte es nur eingeschränkt verfügbar. Das Unternehmen positionierte es vor allem für den Bereich Cybersicherheit. Schon Ende März 2026 waren wegen einer Fehlkonfiguration im Redaktionssystem des Unternehmens interne Entwürfe zu Mythos öffentlich zugänglich gewesen. Darin wurde das Modell als bis dahin leistungsstärkstes Modell für Cybersicherheit beschrieben. Am 7. April 2026 erhielten im Rahmen des Programms „Project Glasswing“ zunächst elf Organisationen Zugang, um Sicherheitslücken in kritischer Software aufzuspüren und zu schließen. Eine allgemeine Veröffentlichung war nicht vorgesehen.

Aus diesem Programm wurden mehrere konkrete Ergebnisse bekannt. Zwei Wochen nach dem eingeschränkten Start gab Mozilla an, mit Mythos 271 Sicherheitslücken in Firefox gefunden und behoben zu haben. Mitarbeiter von Calif.io berichteten am 14. Mai 2026, mit Mythos einen Exploit erstellt zu haben, der eine Speicherkorruption im Apple M5 ausnutzt. Auch die National Security Agency setzte Mythos ein, obwohl das ihr übergeordnete Verteidigungsministerium Anthropic nach einer Auseinandersetzung von Aufträgen ausgeschlossen hatte.