mini|hochkant|Aleksander Miszalski (2019) Aleksander Jan Miszalski (* 7. August 1980 in Krakau) ist ein polnischer Politiker (KO). Er war seit 2024 Stadtpräsident von Krakau. Zuvor war er von 2019 bis 2024 Abgeordneter des Sejm in der IX. und X. Wahlperiode. Er wurde im Mai 2026 nach knapp zwei Jahren im Amt per Referendum abgesetzt; danach übernahm bis zur Neuwahl Ende September ein Regierungskommissar.

Leben und Beruf Nach dem Abitur auf der „Sekundarschule Nr. 2 König Jan III. Sobieski“ in seiner Geburtsstadt studierte Miszalski nacheinander an der Wirtschaftsuniversität Krakau internationale Beziehungen, an der Jagiellonen-Universität Soziologie und an der Sportakademie Krakau Touristik. An der Wirtschaftsuniversität wurde er mit der Arbeit „Spezifisches Verhalten von Touristen, die die Dienste von Krakauer Herbergen nutzen“ zum Doktor der Sozialwissenschaften promoviert. Er gründete sein eigenes Unternehmen in der Tourismusbranche und wurde Präsident der Krakauer Tourismuskammer.Artikel auf www.bip.krakow.pl, abgerufen am 12. Mai 2024.

Politik Seit 2009 ist Miszalski Mitglied der Platforma Obywatelska (PO), seit 2010 gehört er dem örtlichen Vorstand für Krakau an, und seit 2016 ist er Vorsitzender des Stadtverbandes. 2017 wurde er Parteivorsitzender in der Woiwodschaft Kleinpolen.„Aleksander Miszalski szefem PO w Malopolsce“ auf www.radiokrakow.pl, abgerufen am 12. Mai 2024. Im März 2026 wurde er als Vorsitzender bestätigt.

Nachdem er 2006 (für das Wahlkomitee „MŁODZI RAZEM“)Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 13. März 2026. und 2010 (für die PO)Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 13. März 2026. noch vergeblich kandidiert hatte, wurde er bei den Selbstverwaltungswahlen 2014 für die PO erstmals in den Stadtrat gewählt.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 13. März 2026. 2018 wurde er auf der Liste des „Wahlkomitees Jacek Majchrowski – Krakauer Bürger“, dem sich auch die PO beteiligt hatte, wiedergewählt.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 17. Juli 2020.

Bei den Parlamentswahlen 2019Ergebnis auf sejmsenat2019.pkw.gov.pl, abgerufen am 12. Mai 2024. und 2023Ergebnis auf sejmsenat2023.pkw.gov.pl, abgerufen am 12. Mai 2024. wurde er jeweils auf der Liste des Wahlbündnisses Koalicja Obywatelska, an dem sich die PO beteiligte, in den Sejm gewählt.

Nachdem der bisherige Stadtpräsident Jacek Majchrowski erklärt hatte, nicht erneut zu kandidieren, nominierte die PO Miszalski im November 2023 als ihren Kandidaten für die Selbstverwaltungswahlen 2024.„Aleksander Miszalski kandydatem na prezydenta Krakowa. Ma poparcie PO“ auf krakow.wyborcza.pl, abgerufen am 13. März 2026. Auch die Nowa Lewica unterstützte seine Kandidatur.„Nowa Lewica poparła Aleksandra Miszalskiego w wyborach na prezydenta miasta“ auf krakow.tvp.pl, abgerufen am 13. März 2026. Bei der Wahl wurde er im zweiten Wahlgang mit 51,0 % der Stimmen zum neuen Stadtpräsidenten gewählt.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 9. Mai 2024. Miszalski hatte sich gegen den lange als Favoriten geltenden Parteilosen Łukasz Gibała durchgesetzt, der als Kandidat der "kleinen Leute" auftrat. Miszalski soll im Endspurt seines Wahlkampfs erhebliche Unterstützung von der lokalen Immobilienwirtschaft erhalten haben. Gegen Gibała wurde mittels Wahlzeitungen und Plakaten eine Schmähkampagne gefahren, u. a. wurde der Unternehmer unzutreffend als überschuldet dargestellt.

Miszalski stand später wegen einer als pompös empfundenen, auf die Außenwirkung abzielenden Amtsführung in der Kritik; die Schulden der Stadt erreichten Ende 2025 die Marke von 8 Mrd. Złoty. Demgegenüber betonte er die investive Tätigkeit der Stadt, vor allem den Bau der Metro. Darüber hinaus gab es Debatten um eine Umweltzone, die Preise im ÖPNV und bei kommunalen Versorgern, Overtourism sowie Klientelismus im Umfeld des Stadtpräsidenten. Die politische Rechte in Krakau betrieb Anfang 2026 ein Referendum zu seiner Absetzung, das mit etwa 133.000 Unterschriften von Unterstützern zur Abstimmung zugelassen wurde. Der Termin wurde auf den 24. Mai festgesetzt. Miszalski wurde mit knapp 98 % der abgegebenen Stimmen abgewählt. Er hatte seine Unterstützer dazu aufgerufen, an der Abstimmung nicht teilzunehmen, in der Hoffnung, die vorgeschriebene Mindestbeteiligung werde nicht erreicht. Schließlich wurden etwa 176.000 Stimmen abgegeben und damit etwa 16.000 mehr als das Quorum. Die Parteiführung der Bürgerkoalition setzte sich laut Beobachtern bereits in den Tagen zuvor vom umstrittenen Politiker ab. Gesetzlich sind Neuwahlen binnen 90 Tagen erforderlich.

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Fußnoten

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