Der iranisch-israelische Konflikt während des syrischen Bürgerkriegs bezieht sich auf die iranisch-israelische Pattsituation in und um Syrien während des Syrienkonflikts. Mit der zunehmenden iranischen Einflussnahme in Syrien ab 2011 wandelte sich der Konflikt bis Anfang 2018 von einem Stellvertreterkrieg zu einer direkten Konfrontation.
Zwischen 2013 und 2017 hat Israel Berichten zufolge mehrfach Angriffe auf Ziele der Hisbollah und des Iran in syrischen Gebieten oder im Libanon durchgeführt oder unterstützt. Einer der ersten zuverlässig gemeldeten Vorfälle dieser Art ereignete sich am 30. Januar 2013, als israelische Flugzeuge einen syrischen Konvoi angriffen, der angeblich iranische Waffen an die Hisbollah transportierte. Israel weigerte sich, den Vorfall zu kommentieren, nach mutmaßlichen Angaben, um der syrischen Regierung keinen Grund zu Vergeltungsmaßnahmen zu liefern.
Syrien bestätigte einige Berichte über Zwischenfälle der israelischen Luftwaffe im Mai 2013, Dezember 2014 und April 2015, andere wiederum dementierte es. Israel weigerte sich systematisch, zu den vermeintlichen Angriffen auf Ziele der Hisbollah und der syrischen Baath-Partei auf syrischem Gebiet Stellung zu nehmen. Im Jahr 2015 starteten mutmaßliche Hisbollah-Kämpfer einen Vergeltungsangriff auf israelische Streitkräfte in den Shebaa-Farmen. Im März 2017 schoss Syrien Flugabwehrraketen auf die von Israel kontrollierten Teile der Golanhöhen ab und zielte damit angeblich auf Flugzeuge der israelischen Luftwaffe, die nach syrischen Angaben auf dem Weg waren, Ziele in Palmyra in Syrien anzugreifen. Nach diesem Vorfall erklärte der Staat Israel, er habe Waffenlieferungen ins Visier genommen, die für die antiisraelischen Kräfte, insbesondere die Hisbollah, im Libanon bestimmt waren. Israel bestritt die Behauptung Syriens, dass ein Kampfjet abgeschossen und ein weiterer beschädigt worden sei. Israel hat keine Piloten oder Flugzeuge in Syrien oder irgendwo sonst im Nahen Osten nach dem Vorfall als vermisst gemeldet. Einigen Quellen zufolge war dieser Vorfall das erste Mal, dass israelische Beamte einen israelischen Angriff auf einen Hisbollah-Konvoi während des syrischen Bürgerkriegs bestätigten.
Anfang Dezember 2017 bestätigte die israelische Luftwaffe mindestens 100 Angriffe in den letzten sechs Jahren in Syrien, die alle auf Waffenkonvois der Hisbollah und der Baathisten abzielten. Im September 2018 erklärte die israelische Luftwaffe, dass sie allein in den Jahren 2017–2018 über 200 Luftangriffe auf iranische Ziele durchgeführt habe.
In den Jahren 2023 und 2024, seit dem Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas, haben die israelischen Angriffe in Syrien an Häufigkeit und Intensität zugenommen. Es wurde berichtet, dass Israel keine Vorwarnungen mehr abgibt und bombardiert, um zu töten.
Chronik
2013 Am 30. Jänner 2013 griffen israelische Flugzeuge angeblich einen syrischen Konvoi an, der iranische Waffen an die Hisbollah transportierte. Anderen Quellen zufolge handelte es sich bei dem angegriffenen Ort um ein militärisches Forschungszentrum in Dschamraya, das für die Entwicklung biologischer und chemischer Waffen zuständig ist.
Zwei weitere Luftangriffe, die ebenfalls Israel zugeschrieben werden, fanden Berichten zufolge am 3. und 5. Mai 2013 statt. Beide zielten angeblich auf Langstreckenwaffen, die vom Iran an die Hisbollah geliefert wurden.
Anonymen US-Beamten zufolge führte Israel am 5. Juli einen weiteren Angriff durch. Er richtete sich angeblich gegen Yakhont-Schiffsabwehrraketen aus russischer Produktion in der Nähe der Stadt Latakia und tötete mehrere syrische Soldaten. Während in ersten Berichten behauptet wurde, es habe sich um einen Luftangriff gehandelt, berichteten israelische Medien später, der Angriff sei mit Marschflugkörpern durchgeführt worden, die von einem U-Boot der Dolphin-Klasse abgefeuert worden seien.
Ein nicht identifizierter Beamter der US-Regierung erklärte am 31. Oktober, israelische Kampfflugzeuge hätten einen syrischen Stützpunkt in der Nähe des Hafens von Latakia angegriffen und Raketen ins Visier genommen, von denen Israel annahm, dass sie an den Feind, die libanesische Hisbollah, weitergegeben werden könnten. Die Beziehungen zwischen der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) und der Islamischen Republik Iran festigten sich, nachdem sich die Hamas aufgrund unterschiedlicher Positionen im syrischen Bürgerkrieg vom Iran abgewandt hatte. Der Iran belohnte die Pro-Assad-Haltung der Volksfront für die Befreiung Palästinas mit einer Aufstockung der finanziellen und militärischen Unterstützung. Abu Ahmad Fouad, ein Mitglied des politischen Büros der PFLP, erklärte, dass die Gruppe Vergeltung an Israel üben könnte, wenn die Vereinigten Staaten Syrien bombardieren würden.
Am 15. Dezember 2013 eröffnete ein libanesischer Scharfschütze das Feuer auf ein israelisches Fahrzeug, das in der Nähe des Grenzgebiets von Rosh Hanikra unterwegs war, und tötete einen Soldaten im Fahrzeug. Einige Stunden später gab das israelische Militär an, zwei libanesische Soldaten erschossen zu haben, nachdem es in derselben Gegend verdächtige Bewegungen beobachtet hatte.
2014 Syrische Oppositionsquellen sowie libanesische Quellen berichteten, dass am 26. Jänner 2014 ein weiterer Angriff in Latakia erfolgte. Es wurde von Explosionen in der Stadt berichtet und israelische Flugzeuge wurden über dem Libanon gemeldet. Das Ziel waren angeblich S-300-Raketen. Berichten zufolge flogen israelische Flugzeuge am 24. Februar 2014 zwei Luftangriffe gegen Einrichtungen der Hisbollah im Libanon nahe der Grenze zu Syrien und töteten dabei mehrere Kämpfer. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte behauptete, der Angriff habe einer Raketenbasis der Hisbollah gegolten.
Am 7. Dezember 2014 bombardierten israelische Kampfjets angeblich Gebiete in der Nähe des internationalen Flughafens von Damaskus und in der Stadt Dimas nahe der Grenze zum Libanon. Ausländischen Berichten zufolge galt der Angriff einem Lager mit modernen S-300-Raketen, die auf dem Weg von Syrien zur Hisbollah im Libanon waren. al-Arabiya berichtete, dass bei den Angriffen zwei Hisbollah-Kämpfer getötet wurden, darunter ein hochrangiger Militärbeamter.
2015 Am 18. Jänner 2015 griffen israelische Hubschrauber angeblich einen Konvoi der Hisbollah in dem von Syrien kontrollierten Teil der Golanhöhen an und töteten sechs prominente Hisbollah-Mitglieder und sechs IRGC-Kommandeure, darunter einen General. Am 28. Jänner feuerte die Hisbollah eine Panzerabwehrrakete auf einen israelischen Militärkonvoi in den Shebaa-Farmen ab, wobei zwei Soldaten getötet und sieben verwundet wurden. Israel antwortete mit mindestens 50 Artilleriegranaten, die über die Grenze in den Südlibanon geschossen wurden, wobei ein spanischer UN-Friedenssoldat getötet wurde.
Am 25. April 2015 kam es in der Region Al-Qalamoun in Syrien zu einer Reihe von Angriffen, die der israelischen Luftwaffe zugeschrieben werden und sich gegen Lager und Waffenkonvois der Hisbollah in zwei Brigadebasen richteten, zu denen sich jedoch auch die Al-Nusra-Front bekannte.
Am 29. Juli 2015 wurde Berichten zufolge ein Fahrzeug in einem drusischen Dorf im Südwesten Syriens von israelischen Flugzeugen getroffen und dabei Hisbollah-Männer und ein Pro-Assad-Milizsoldat getötet. Ein zweiter Luftangriff war auf eine Militärbasis an der syrisch-libanesischen Grenze gerichtet, die einer pro-syrischen palästinensischen Gruppierung gehört.
Am 20. und 21. August 2015 soll Israel, nachdem vier Raketen auf den Golanhöhen und in Ober-Galiläa eingeschlagen waren, Luftangriffe in Syrien geflogen haben, bei denen mehrere Kämpfer getötet wurden.
Syrischen Medien zufolge griffen israelische Flugzeuge am 31. Oktober 2015 zahlreiche Ziele der Hisbollah im Süden Syriens nahe der Grenze zum Libanon in der Bergregion Qalamoun an. Zu den geschätzten Zielen gehörte ein für die Hisbollah bestimmter Waffenkonvoi.
Am 11. November wurde ein weiterer israelischer Luftangriff in der Nähe des Flughafens von Damaskus gemeldet, der Waffenlager der Hisbollah zum Ziel hatte. Die syrische Opposition meldete am 23. November 2015 einen israelischen Luftangriff im Gebiet Qualamoun an der syrisch-libanesischen Grenze. Diesen Quellen zufolge wurden bei dem Angriff 13 syrische Soldaten und Hisbollah-Kämpfer getötet und Dutzende verwundet, darunter vier schwer. Die Region Qalamoun war ein wichtiger Transitpunkt für Hisbollah-Kämpfer und andere logistische Ausrüstung von und nach Syrien. Syrischen Quellen zufolge griffen israelische Flugzeuge am 28. November erneut Ziele der syrischen Armee und der Hisbollah in der Region um Qalamoun an, wobei es Tote und Verletzte unter den Hisbollah-Kämpfern gab.
Am 19. Dezember 2015 wurden acht Menschen, darunter Samir Kuntar und andere Hisbollah-Kommandeure, bei einer Explosion am Stadtrand von Damaskus getötet. Offiziellen syrischen Quellen zufolge wurde Samir Kuntar durch einen terroristischen Raketenangriff getötet. Am 20. Dezember 2015 bezeichnete der syrische Informationsminister Omran al-Zoubi den Vorfall als eine terroristische Operation, die im Voraus geplant worden sei, und wies darauf hin, dass die syrischen Behörden Untersuchungen durchführten, um herauszufinden, wie es zu der Operation gekommen sei. Die Hisbollah behauptete, das Gebäude sei durch eine Luft-Boden-Rakete zerstört worden, die von israelischen Luftwaffenflugzeugen abgeschossen worden sei. Am 21. Dezember veröffentlichte die Freie Syrische Armee einen Videoclip, in dem sie sich zur Tötung Kuntars bekannte. Der syrischen Opposition nahestehende Quellen berichteten, dass israelische Flugzeuge am 26. Dezember 2015 sieben Stellungen der Hisbollah in der Bergregion Qalamoun angegriffen hätten.
2016 Arabische Medien berichteten, dass israelische Jets am 30. November 2016 angeblich ein syrisches Militärgelände in Damaskus und einen Waffenkonvoi der Hisbollah auf der Autobahn Damaskus-Beirut angegriffen hätten.
Am 7. Dezember 2016 beschuldigten Syrien und die Hisbollah Israel, Boden-Boden-Raketen auf den Luftwaffenstützpunkt Mezzeh bei Damaskus abgefeuert zu haben. Ungenannte syrische Quellen erklärten gegenüber der libanesischen Zeitung Elnashra, dass die Angriffe auf die Landebahn und die Kommandozentrale des Flughafens gerichtet waren, während einer anderen ungenannten Quelle zufolge die Angriffe der Operationszentrale der 4. Division des Regimes am Flughafengelände galten. Eine syrische Oppositionsgruppe berichtete, das Ziel sei ein Konvoi mit chemischen Waffen gewesen, der auf dem Weg zur Hisbollah war.
2017 Am 12. Jänner 2017 wurden israelische Kampfflugzeuge für den Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Mezzeh im ländlichen Damaskus verantwortlich gemacht. Nach Angaben eines Al-Masdar-Korrespondenten vor Ort handelte es sich bei dem Ziel um ein Munitionsdepot, das eine gewaltige Explosion verursachte, die bis in die syrische Hauptstadt zu hören war.
Am 22. Februar 2017 griffen israelische Kampfjets eine Waffenlieferung der Hisbollah in der Nähe von Damaskus an.