Der 69. Eurovision Song Contest (ESC) fand vom 13. bis zum 17. Mai 2025 in der St. Jakobshalle in Basel (Schweiz) statt, nachdem Nemo mit dem Lied The Code den Eurovision Song Contest 2024 in Malmö für die Schweiz gewonnen hatte. Nach 1956 in Lugano und 1989 in Lausanne war es die dritte Austragung des ESC in der Schweiz.

Gewinner wurde der Countertenor JJ mit dem Song Wasted Love für Österreich. Es war nach 1966 und 2014 der dritte Sieg des Landes im Wettbewerb. JJ erreichte im Juryvoting den ersten und im Televoting den vierten Platz. Zweite im Wettbewerb wurde Yuval Raphael, die mit ihrem Lied New Day Will Rise für Israel die Zuschauerabstimmung gewann. Den dritten Platz belegte der für Estland antretende Tommy Cash mit seinem Song Espresso Macchiato.

Nach dem Ergebnis Israels im Zuschauervoting kam es zu einer kontroversen Debatte um mögliche Manipulationen, das Punktesystem, die Abstimmungsregeln und den Verbleib des Landes im Wettbewerb. Die Teilnahme des Landes war bereits zuvor wegen des Gaza-Krieges kritisiert worden.

Die Schweiz, vertreten durch Zoë Më, erreichte in der Jurywertung den zweiten Platz, ging jedoch beim Publikumsvoting leer aus und landete somit insgesamt auf dem zehnten Platz. Deutschland erreichte mit dem Duo Abor & Tynna Platz 15.

Organisation Der ESC 2025 wurde von der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) im Auftrag der Europäischen Rundfunkunion (EBU) organisiert.

Austragungsort Kurz nach dem Finale des ESC 2024 kündigte ein Sprecher der SRG an, dass die Schweiz den Wettbewerb 2025 ausrichten werde. Bereits vor dem ESC 2024 hatte die SRG mit einigen Städten und Veranstaltungsorten Gespräche geführt.

Bewerbungsverfahren Ende Mai 2024 übergab die SRG den interessierten Städten das City-Bid-Buch, das die Anforderungen an die Veranstaltungsorte und Hallen enthält. Die endgültigen Bewerbungen auf dieser Basis mussten bis zum 28. Juni eingereicht werden. In Absprache mit der Europäischen Rundfunkunion (EBU) traf ein Steuerungsausschuss aus SRG-Generaldirektor Gilles Marchand, SRF-Direktorin Nathalie Wappler, RSI-Direktor Mario Timbal, SRG-Finanzchef Beat Grossenbacher und SRG-Entwicklungsdirektor Bakel Walden die Entscheidung über den Ausrichter.

Folgende Städte bewarben sich: Stadt Austragungsort max. Kapazität(Konzerte) Bemerkungen Basel St. Jakobshalle 12.400 Bewerbungsmotto: «Crossing Borders». Für eine Austragung des ESC musste eine temporäre Verstärkung des Dachs installiert werden. Bern Neue Festhalle 9.000 Gemeinsame Bewerbung mit Biel, wo unter anderem die Halbfinalauslosung stattfinden sollte. Die Halle befand sich zum Zeitpunkt der Bewerbungsphase im Bau und wurde im April 2025 eingeweiht. Genf Palexpo 15.000 – Zürich Hallenstadion 13.000 –

Daneben hatten noch Freiburg und St. Gallen öffentlich Interesse erklärt, den ESC 2025 austragen zu wollen. Beide verfolgten eine potenzielle Bewerbung nicht weiter.

Am 19. Juli 2024 gaben EBU und SRG bekannt, dass die Entscheidung für den Austragungsort zwischen Basel und Genf fallen wird. Am 30. August 2024 gab die SRG bekannt, dass der ESC 2025 in der St. Jakobshalle in Basel stattfinden werde. Die Halle ist im Besitz der Stadt Basel und wird auch von ihr betrieben und verwaltet. Das Gebäude selbst geht auch in die Ortschaft Basel ein, befindet sich aber auf dem Grund der Baselbieter Nachbargemeinde Münchenstein. Die Gemeindegrenze verläuft am Gebäuderand, so dass der Zugang über Basler Boden erfolgt. Die Zuschauerkapazität beim ESC wurde mit etwas mehr als 9000 angegeben. Die Polizeikorps beider Kantone – Basel-Stadt und Basel-Landschaft – vereinbarten für den Anlass eine enge Zusammenarbeit, zu der sie zur Unterstützung auch Polizeikorps anderer Kantone sowie aus Deutschland und Frankreich beizogen, so dass insgesamt ca. 1300 Polizisten im Einsatz waren.

Produktionsteam Am 4. Juni 2024 stellte die SRG SSR die Executive Producer des ESC 2025 vor; am 3. Juli 2024 folgte das gesamte Kernteam der Produktion.

Die zentralen Rollen waren: Moritz Stadler, Executive Producer (Gesamtleitung) Reto Peritz, Executive Producer (Gesamtleitung) Yves Schifferle, Head of Show (Produktion der Inhalte der Shows) Christer Björkman, Head of Contest (Produktion der Wettbewerbsbeiträge) Tobias Åberg, Head of Production (technische Produktion) Nadja Burkhardt-Tracol, Head of Event (Leitung des Rahmenprogramms außerhalb der Shows)

Reference Group Die Eurovision Song Contest Reference Group ist das Exekutivkomitee der Europäischen Rundfunkunion (EBU) und ihrer Mitgliedssender für den ESC. Sie entscheidet über die Regeln des Wettbewerbs, die Finanzierung der Veranstaltung und überwacht die Vorbereitung der ausrichtenden Rundfunkanstalt. Für den ESC 2025 hatte sie folgende Mitglieder:

Bakel Walden, SRG SSR, Vorsitzender Martin Österdahl, EBU, Executive Supervisor Moritz Stadler, SRG SSR, Executive Producer Ebba Adielsson, SVT Rachel Ashdown, BBC Felix Bergsson, RÚV Ana María Bordas, RTVE Carla Bugalho, RTP Tomislav Štengl, HRT Alexandra Wolfslast, NDR

Änderungen gegenüber den Vorjahren Nach der Disqualifikation des niederländischen Teilnehmers kündigte die EBU eine neutrale Untersuchung der Ereignisse an. Auch mehrere Länder, wie Portugal oder Slowenien, äußerten formal Kritik. Infolge dieser Untersuchung führte die EBU einige Änderungen im Umfeld des Wettbewerbs durch:

Ernennung eines Sicherheitsmanagers für das Umfeld der Teilnehmer. Reduzierung der Filmaufnahmen im Backstagebereich. Schaffung eines „Safespaces“ für die Teilnehmer, wo diese nicht gestört werden können. Formierung eines Krisenstabs aus Vertretern der EBU, aller teilnehmenden Länder sowie des veranstaltenden Senders, welcher im Ernstfall relevante Entscheidungen auf demokratischer Basis fällen soll. Schaffung der Position des Eurovision Director, welche mit Martin Green besetzt wurde.

Die Niederlande hatten ihre Teilnahme unter anderem von diesen Änderungen abhängig gemacht.

Moderation Am 20. Januar 2025 wurde bekannt, dass Michelle Hunziker, Hazel Brugger und Sandra Studer das Finale moderieren würden. Brugger und Studer moderierten zudem gemeinsam die beiden Halbfinals.

Bühne mini|Die Bühne des ESC 2025 Im Dezember 2024 stellte die SRG das visuelle Konzept des ESC 2025 vor. Florian Wieder, ein Production Designer mit Schweizer Wurzeln, kreierte dafür ein als immersiv bezeichnetes Bühnenbild, das von den Bergen und der sprachlichen Vielfalt der Schweiz inspiriert war. Das Herzstück bildete ein rechteckiger LED-Bogen, der im April 2025 in der Mitte der Halle errichtet wurde. Er wurde nicht nur aus optischen Gründen eingebaut, sondern diente auch der Aufhängung eines Zwischenträgers für Material, da die Traglast des Hallendachs dafür nicht ausgereicht hätte. Zusammen mit der darunter liegenden breiten Vorderbühne bildete der LED-Bogen eine vierseitige Struktur, welche die vier Landessprachen darstellte.

Postcards Für die Postcards, d. h. die einminütigen Einspielfilme, die vor den Beiträgen ausgestrahlt wurden, wurden erstmals seit 2019 die Künstler wieder an einem Ort im Gastgeberland gefilmt. Die Liste der besuchten Schweizer Orte wurde von der SRG am 14. April veröffentlicht:

Land Ort, Kanton Basel, Basel-Stadt Betlis, St. Gallen Zürich, Kanton Zürich Bern, Kanton Bern Jungfraujoch, Bern/Wallis Greyerz, Freiburg Basel, Basel-Stadt Basel, Basel-Stadt Appenzell, Appenzell Innerrhoden Ascona, Tessin Genf, Genf Peccia, Tessin Genf, Genf Rapperswil, St. Gallen Morcote, Tessin Basel, Basel-Stadt Zermatt, Wallis Zürich, Zürich Basel, Basel-Stadt Rugisbalm, Nidwalden Le Noirmont, Jura Zürich, Zürich Filisur, Graubünden Egnach, Thurgau Emmental, Bern Laax, Graubünden Lavaux, Waadt Bruzella, Tessin Magglingen, Bern Basel, Basel-Stadt Vaz/Obervaz, Graubünden Alp Raguta, Graubünden Luzern, Luzern Riburg, Aargau Basel, Basel-Stadt Zermatt, Wallis Basel, Basel-Stadt Abstimmungsregeln Am 8. November 2024 gab Tomislav Štengl als Vertreter der EBU Reference Group bekannt, dass man das Abstimmungsverfahren des Vorjahres beibehalten werde. In den Halbfinalen gab es wie in den beiden Vorjahren eine reine Publikumsabstimmung. Jedes Land vergab einen Satz von 1–8, 10 und 12 Punkten per Telefon-, SMS- oder Onlineabstimmung.

Im Finale vergab jedes Land wie seit 2016 zwei Sätze von 1–8, 10 und 12 Punkten. Einer wurde wie in den Halbfinalen per Publikumsabstimmung vergeben, der andere stammte von einer fünfköpfigen Jury aus „Musikprofessionellen“, die bereits am Tag vor dem Finale auf Basis der vorletzten Generalprobe abstimmte. Zusätzlich gab es in allen drei Shows einen Rest-of-the-world-Punktesatz, der per kostenpflichtiger Onlineabstimmung in nicht teilnehmenden Ländern vergeben wurde.

Teilnehmer Länder mini|258x258px| Am ESC teilnahmeberechtigt sind alle aktiven Vollmitglieder der Europäischen Rundfunkunion (EBU). Ausgenommen ist Australien, das seit 2015 gesondert eingeladen wird.

Die Anmeldefrist lief bis zum 15. September 2024. Bis zum 11. Oktober hatten die Sender die Möglichkeit, sich ohne Vertragsstrafe wieder von der Teilnahme zurückzuziehen. Am 12. Dezember 2024 veröffentlichte die EBU die Liste der Teilnehmerländer. Moldau zog am 22. Januar 2025 zum ersten Mal seit dem Debüt 2005 seine Teilnahme zurück. Montenegro wird zum ersten Mal seit 2022 wieder am Wettbewerb teilnehmen.

Gegen die Teilnahme Israels gab es im Zusammenhang mit dem Krieg in Gaza zahlreiche Proteste.

Ehemalige Teilnehmer