Die römisch-katholische Filialkirche St. Martin ist ein Bauwerk in der Ortsgemeinde Sankt Martin. Sie steht unter Denkmalschutz und gehört zum Bistum Speyer.
Lage Das Bauwerk befindet sich in der örtlichen Kirchstraße. Es ist Teil der Denkmalzone Ortskern. Etwa hundert Meter weiter südlich verläuft der Kropsbach.
Geschichte Der heilige Martin von Tours ist Patron der Kirche. Die einzelnen Gebäudeteile aus Sandstein wurden in der Zeitspanne vom 12. bis zum 19. Jahrhundert errichtet. Am Glockenturm auf der Eingangsseite im Westen der ungefähr geosteten Kirche ist als älteste nachweisbare Jahreszahl 1488 zu lesen. Die Kirche diente unter anderem als Grablege für die hier lebenden Mitglieder des Adelsgeschlechts Dalberg, Lehensträger der Kropsburg und Kämmerer von Worms.
Das baufällige Langhaus wurde 1779 durch einen Neubau ersetzt; aus dieser Zeit sind barocke Beichtstühle und viele Figuren erhalten. Etwa 100 Jahre später wurde die Kirche um drei Fensterachsen vergrößert, da die Bevölkerung angewachsen war. Dazu wurde der mittelalterliche Chor abgetragen und weiter östlich wieder aufgebaut, der Glockenturm wurde um 10 Meter erhöht. 1986 wurde die Pfarrkirche aufwendig restauriert.
Bis Ende 2015 war die Kirche Pfarrkirche. Seitdem gehört sie mit Mariä Heimsuchung (Burrweiler), St. Ludwig (Edenkoben), St. Peter und Paul (Edesheim), St. Alban (Flemlingen mit Böchingen), St. Stephanus (Gleisweiler mit Frankweiler), St. Barbara (Hainfeld mit Rhodt), St. Sebastian (Roschbach mit Walsheim) und St. Peter und Paul (Weyher) zur Pfarrei Hl. Anna Edenkoben.www.pfarrei-edenkoben.de: Menschen-Orte-Gemeinden
Architektur Die Turmuntergeschosse sind stilistisch der Romanik zuzurechnen. Die Obergeschosse und das mit 1488 bezeichnete Portal sind spät- beziehungsweise neugotisch gehalten. Das mit 1779 bezeichnete spätbarocke Langhaus wurde von 1889 bis 1892 durch den Neustadter Architekten Wilhelm Schulte I gotisierend verändert.
Ausstattung mini|hochkant|Grabfiguren von Johann XXII. Kämmerer von Worms, dem Burgherrn der nahen Kropsburg, und seiner Gattin Katharina von Cronberg
Neben einem spätgotischen Netzgewölbe im Chor birgt das Gotteshaus weitere gotische Ausstattungsteile, so die Grabskulpturen des Johann XXII. Kämmerer von Worms (1454–1531) und seiner Gattin Katharina von Cronberg (~1465–1510). Beide sind mit einer UNESCO-Plakette versehen.
Vor der südwestlichen Ecke der Kirche steht oberhalb der Böschung eine monumentale barocke Sandsteinskulptur des heiligen Martin mit Bischofsstab und Mitra, der einen Armen beschenkt. Sie trägt die Aufschrift „S Martinus Episcopus Eccl[esiae] Patron Apud Deum Deprecator nostrum“ (‚Heiliger Bischof martin, Patron der Kirche, bei Gott unser Fürsprecher‘) und die Jahreszahl 1725.
Orgel Die um etwa 1960/70 gebaute Orgel hat 25 Register auf zwei Manualen und Pedal sowie Kegelladen mit elektropneumatischen Trakturen. Sie steht auf der oberen einer zweistöckigen Empore auf der westlichen Seite des Kirchenschiffs.organindex.de: Sankt Martin (Pfalz), St. Martin Disposition I Hauptwerk C–f3 Gedacktpommer 16′ Prinzipal 8′ Grobgedackt 8′ Oktave 4′ Rohrflöte 4′ Quinte ′ Engprinzipal 2′ Terz ′ Mixtur 4f Trompete 8′ II Oberwerk C–f3 Gedeckt 8′ Salizional 8′ Prinzipal 4′ Koppelflöte 4′ Nachthorn 2′ Sesquialter 2f Scharff 4f Dulcian 8′ Tremolo Pedal C–d1 Violon 16′ Subbass 16′ Oktavbass 8′ Choralbass 4′ Bassflöte 2′ Kornett 4f Posaune 16′ Koppeln: II/I, I/P, II/P; 2 freie Kombinationen, Registercrescendo
Literatur Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südliche Weinstraße (PDF; 10,0 MB). Mainz 2024.
Weblinks
St. Martin auf der Netzpräsenz der Pfarrei Edenkoben.
Einzelnachweise
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