Hanna Kiel (geboren 21. April 1898 in Altona; gestorben 7. Juni 1988 in Florenz) war eine deutsche Kunsthistorikerin und Erzählerin.
Leben Johanna Kiels Mutter starb bald nach ihrer Geburt, ihr Vater ging 1898 nach Venezuela und blieb dort verschollen, und sie wuchs in den Familien ihrer Großeltern in Bielefeld und in Gütersloh auf. Sie studierte ab 1916 Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität München und wurde 1922 bei Fritz Strich mit einer Dissertation über Ludwig Tieck promoviert. Sie kam in Kontakt mit Mitgliedern der Familie Mann und schloss Freundschaft mit Annemarie Schwarzenbach und mit der Bildhauerin Renée Sintenis. Sie wurde 1928 von Georg Kolbe porträtiert.Porträt Dr. Hanna Kiel, Sammlung Georg-Kolbe-Museum Kiel arbeitete als Lektorin der von Kurt Wolff und Hans Mardersteig herausgegebenen Zeitschrift Genius – Zeitschrift für alte und werdende Kunst.
Ab 1933 lebte sie in Berlin und zog 1939 für ein kunsthistorisches Forschungsprojekt unter dem Titel L’influenza del Germanesimo sul Rinascimento toscano nach Florenz. Sie hielt sich während des Zweiten Weltkriegs in Italien auf und erlebte die Befreiung durch die Alliierten 1944 in Fiesole. Nach dem Krieg konnte sie in Italien bleiben und wirkte am Kunsthistorischen Institut Florenz und in Bernard Berensons Villa I Tatti in Fiesole als Übersetzerin und Kunsthistorikerin. mini|hochkant|In memoriam (1990) Kiel verfasste einen Katalog für das Museo del Bigallo und einen Katalog für die Sammlung moderner Gemälde von Thyssen-Bornemisza in Lugano. Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza wiederum stiftete ihr zu Ehren eine I Tatti Fellowship an der Harvard University.
Hanna Kiel ist auf dem Cimitero di Fiesole begraben.Foto der Grabplatte, Blog bei Museo Nazionale di San Marco, Florenz
Schriften (Auswahl) Ludwig Tieck: Der Runenberg. Mit Zeichnungen von Hanna Kiel. München: Hyperionverlag, 1920 Ludwig Tieck und das junge Deutschland. München, Univ., Diss., 1922, ms. Renée Sintenis. Berlin : Rembrandt-Verlag, 1935 Wir sind schon drei : Roman. Berlin: Neff, 1936 Uta von Naumburg : Erzählung. Berlin : Rembrandt-Verlag, 1936 Siebenstern : Erzählung. Berlin: Neff, 1937 Aller Tage Abend : Erzählung. Berlin: Propyläen, 1938 Ein Kranz von Mais : Erzählung. Mit Zeichnungen von Hans Meid. Berlin : Rembrandt-Verlag, 1942 Bernard Berenson: Die italienischen Maler der Renaissance. Übertragung aus dem Englischen von Robert West in einer vom Autor genehmigten Neufassung von Hanna Kiel. Stuttgart, 1952 Des Menschen Herrlichkeit : Roman. Berlin : Rembrandt-Verlag, 1960 (Hrsg.): Italien erzählt. 1962 Die Sammlung Thyssen-Bornemisza der Modernen Bilder. Castagnola, Ticino : Sammlung Thyssen-Bornemisza, 1974 La battaglia della collina : Fiesole, una cronaca dell’agosto 1944. A cura di Paolo Paoletti. Firenze : Medicea, 1986 Eva-Maria Thüne (Hrsg.): Die Schlacht um den Hügel : eine Chronik aus Fiesole im August 1944. Berlin : AvivA, 2024, ISBN 978-3-949302-23-7
Literatur
Weblinks
Twenty-five years ago Villa I Tatti remembered Hanna Kiel (art historian, translator and editor of the writings of Bernard Berenson) with a memorial concert , 5. September 2015 Hanna Kiel, bei AvivA, 2024 Silvia Andalò: Hanna Kiel, dalle tenebre della guerra alla luce del Beato Angelico, Blog, bei Museo Nazionale di San Marco, Florenz, 8. März 2024 Henrike Haug: Hanna Kiel (1898-1988). „Ich halte für Italienisches die Augen offen“, in: Henrike Haug, Andreas Huth, Veronica Biermann (Hrsg.): Dialoge. Magdalena Bushart zum 65. Geburtstag, Blog, Oktober 2023
Einzelnachweise
Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Erzählung Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Person (Fiesole) Kategorie:Deutscher Emigrant in Italien Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1988 Kategorie:Frau