Giovanni Falier, auch Faletro, war ein Medailleur, der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Venedig tätig war. mini|Bronzene Schaumünze mit einer Darstellung des seinerzeitigen Prokuratoren von San Marco und späteren Dogen Andrea Gritti mini|Andrea Gritti auf der Rückseite der obigen Münze. Dargestellt ist Gritti und eine eingebrochene Stadtmauer nebst Stadtsilhouette. Es handelt sich wohl um Brescia oder Bergamo, die unter Gritti erobert wurden. Demzufolge wäre die Münze 1512 oder 1516 entstanden, wenn sie zeitnah angefertigt worden ist.
Über Faliers Leben ist nichts bekannt, vielleicht kam er von Sizilien.Dies behauptete ohne Quellenangaben Pietro Ziani: Enciclopedia metodica critico-ragionata delle belle arti. VIII, wo er als Giov. Falier oder Faller erscheint (Digitalisat, S. 186), ebenso wie schon bei Florent Le Comte: Cabinet des singularitez d’architecture, peinture, sculpture, et graveure. Paris 1699, S. 339 (Digitalisat von Bd. 3 der dritten Auflage, bei Lambert Marchant, Brüssel 1702, S. 339) als „Jean Faller“ (zitiert nach Thieme, bei Le Comte allerdings: ). Er könnte mit einem Wachsmodellierer identisch sein, der vom venezianischen Patrizier Francesco Zen ein Porträt angefertigt hat, das in Form einer Kamee von Giovanni Antonio de’ Rossi (1513 – nach 1575) reproduziert wurde.Marcantonio Michiel: Notizia d’opere di disegno pubblicata da D. Jacopo Morelli. hrsg. von Gustavo Frizzoni, Bologna 1884, S. 277.
Zwei Medaillen wurden ihm sicher zugeordnet: Die Bronzemedaille mit dem Porträt eines venetianischen Priesters Marcus,George Francis Hill: A Corpus of the Italian Medals of the Renaissance before Cellini. 2 Bände, London 1930, Nr. 465. die erstmals 1899 durch Julius Menadier Giovanni Falier zugeordnet wurde.Julius Menadier: Die italischen Schaumünzen. In: Wilhelm Bode (Hrsg.): Ausstellung von Kunstwerken des Mittelalters und der Renaissance aus Berliner Privatbesitz. Berlin 1899, S. 111 (). Sie gehörte seit Oktober 1904 zur „Sammlung James Simon“ der Königlichen Museen zu Berlin, die Signaturinschrift befindet sich im unteren Teil des Revers. Darüber befindet sich ein Stier mit gesenktem Kopf hinter dem eine Palme zu sehen ist. Rechts wird er von einem Windhund anbellt, neben dem sich ein weiterer Baum befindet. Der Dargestellte ist im Brustbild im Profil nach links abgebildet und trägt eine Art Camauro unter der seine Haare herausragen. Die Umschrift in griechischen Lettern lautet . Unter dem Porträt befindet sich noch eine kleine Pflanze mit zwei Blüttern. Die Medaille des späteren Dogen Andrea Gritti.National Gallery of Art, Signatur NGA 1957.14.749.a,b.
Literatur
Falier, Giovanni, also known as Faletro Joannis. In: Emmanuel Bénézit: Dictionary of Artists. 5. Auflage, Gründ, Paris 2006, Band 5, S. 438 (). Leonard Forrer: Falier, Giovanni. In: Biographical Dictionary of Medallists. Band VII, Spink & Son, London 1923, S. 289 f. (Digitalisat).
Weblinks Giovanni Falier, Website der National Gallery of Art in Washington
Anmerkungen
Kategorie:Medailleur Kategorie:Person (Republik Venedig) Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 16. Jahrhundert Kategorie:Mann