Die Walter-Lübcke-Schule (ehm. Wilhelm-Filchner-Schule) ist eine staatliche kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in Wolfhagen im Landkreis Kassel. Die Schule wurde im Jahr 2020 nach dem ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke benannt und wird von etwa 1300 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge fünf bis dreizehn besucht.Schulen.de unabhängige Informationen. Abgerufen am 7. Mai 2024.HNA Umbenennung in Walter Lübcke Schule abgerufen am 7. Mai 2024.

Geschichte

Ursprung als Realschule Ehemals war die Schule nach dem Forschungsreisenden und Reiseschriftsteller Wilhelm Filchner benannt. Filchner hatte am 21. September 1952 für das Volksbildungswerk einen Vortrag in Wolfhagen gehalten. Dabei beeindruckte er Oskar Rätzer, den Leiter der damaligen Realschule. Dieser vertiefte die Kontakte zu Filchner und erreichte, dass die Realschule am 5. Mai 1953 in Wilhelm-Filchner-Schule umbenannt wurde.

Bis 1957 gab es im damaligen Landkreis Wolfhagen keine Schule, die alle Abschlüsse umfasste. Neben den Volksschulen in den Dörfern und Städten gab es in Wolfhagen lediglich eine Realschule. Außerdem hatte die Volksschule im heutigen Bad Emstal-Sand einen Realschulzug. Ein gymnasiales Angebot gab es im Wolfhager Land dagegen nicht. Wer im Landkreis Wolfhagen lebte und sein Kind gymnasial beschulen lassen wollte, musste es nach Arolsen, Fritzlar, Kassel oder Warburg schicken.

Aufbau des Gymnasiums Die Wolfhager Volksschullehrern befürworteten, dass Wolfhagen ebenfalls ein Gymnasium bekommt. Trotz Widerstands aus den Reihen der Realschullehrer stellten sie entsprechende Anträge. Am 8. September 1956 stimmte Kultusminister Arno Hennig zu, dass ein Gymnasium in Wolfhagen errichtet werden kann. Es wurde am 2. Mai 1957 eröffnet und war zusammen mit der Volksschule untergebracht.

Mit dem Aufbau des Gymnasiums i. E. (im Entstehen) wurde der aus Kassel stammende Dr. Hans-Georg Rommel beauftragt. Er war der erste Schulleiter des Gymnasiums und der Gesamtschule.

Zunächst hatte das Gymnasium nur die ministeriale Genehmigung für eine Mittelstufe. In der Folge wurden die Jahrgänge eins bis zehn der Volks- und Mittelschule sowie des Gymnasiums zu einer additiven Gesamtschule zusammengefasst. Diese Gesamtschule durfte mit Erlass des Kultusministeriums ab dem 13. Februar 1959 offiziell den Namen Wilhelm-Flichner-Schule tragen. Zuvor hatte Oskar Rätzer, der Leiter der Realschule, diesen Namen allein für seine Schule beansprucht.

Weitere Entwicklung Dr. Hans-Georg Rommels Nachfolger wurde im Jahr 1963 Engelbert Straka, der die Schule bis 1978 leitete.

1971 wurde die Schule zur integrierten Gesamtschule.

Strakas Nachfolger wurde am 1. Mai 1980 Wolf Arne Pillardy. Er leitete die Schule bis 2008.

Zum 1. August 2000 wurde die Schule zur kooperativen Gesamtschule umgewandelt.

Auf Pillardy folgte Rita Schmidt-Schales als Direktorin, die 2013 als leitende Schulamtsdirektorin nach Fulda wechselte.

2015 übernahm ihr bisheriger Stellvertreter Ludger Brinkmann das Amt des Direktors.

2025 übernahm Arno Scheinost die Leitung der Schule.

Tagesplan Der Unterricht an der Walter Lübcke Schule beginnt in der Regel um 7:45 Uhr. Das Stundenraster umfasst 10 Unterrichtsstunden, unterbrochen von mind. 1 Pause (in der Regel 6. oder 7. Stunde). In den Klassen 5–8 endet der Unterricht an einem Tag um 14:40 Uhr, an den restlichen Tagen um 12:15 Uhr, bzw. 13:05 Uhr. Ab Klasse 9 endet der Unterricht an mindestens einem Tag die Woche um 16:15 Uhr. Es wird im Doppelstundenmodell unterrichtet.

Angebote Die Schule bietet das Abitur nach 9 Schuljahren an (G9). Schwerpunkte sind Musik, MINT, Kunst, Sport und Sprachen.

Fremdsprachen Das Fremdsprachenangebot umfasst Englisch, Spanisch, Französisch und Latein. Englisch und Spanisch werden als Leistungskurse angeboten. Ab Klasse 7 kann wahlweise an einem Bilingualkurs der Sprache Englisch teilgenommen werden.

Sonstiges Die Schule besitzt eine Cafeteria sowie eine Mensa. Es gibt regelmäßige Austauschprogramme mit Partnerschulen in Polen und den USA.

Die Schule befindet sich auf einem Gelände mit der Grundschule Wolfhagen sowie der Schule am Rosengarten. Künftig wird die Grundschule verlegt, die ehemaligen Räume werden dann als Oberstufen Campus genutzt.

Auszeichnungen Zertifikat: „Schwerpunkt Musik“ Gütesiegel: „Berufsorientierung“ Gütesiegel: „Hochbegabung“ „Starke Schule“ mit vorbildlichen Leistungen in der Studien- und Berufsorientierung Gesunde Schule: Zertifikate für „Bewegung und Wahrnehmung“ Bundessieger Jugend trainiert für Olympia im Ringen 2016–2019 Landessieger „Jugend trainiert für Olympia“ Tanzen 2018 und 2019 Kreissieger „Jugend trainiert für Olympia“ Tischtennis „Förderpreis DLRG und Schule“ 2022 und 2024 QuelleWalter Lübcke Schule Website der Schule. Abgerufen am 7. Mai 2024.

Literatur Wilhelm Morlang: Veränderungsprozesse einer Reformschule dargestellt am Beispiel der Wilhelm-Filchner-Schule (Gesamtschule Wolfhagen) von 1957–2000: ein Beitrag zur Schulentwicklungsforschung und zur Geschichte der hessischen Schulreform Hamburg, 2001 Wilhelm-Filchner-Schule Wolfhagen (Hrsg.): Festschrift 50 Jahre Wilhelm-Filchner-Schule Wolfhagen, 2007.

Einzelnachweise

Kategorie:Schule im Landkreis Kassel Kategorie:Gesamtschule in Hessen Kategorie:Bauwerk in Wolfhagen Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1957