mini|250px|Die Bibel berichtet, dass sich das Königreich Israel nach dem Tode Salomos (um 926 v. Chr.) in das von Jerobeam I. regierte Nordreich Israel mit der Hauptstadt Samaria (das blau gefärbte Areal) und das Herrschaftsgebiet Rehabeams, des Königs von Juda, um die Hauptstadt Jerusalem (das ocker gefärbte Areal im Süden) auflöste.

Juda (hebräisch יְהוּדָה Jehūdāh) war ein eisenzeitliches Königtum im östlichen MittelmeerraumIsrael Finkelstein: Das vergessene Königreich. Israel und die verborgenen Ursprünge der Bibel. C. H. Beck, München 2014. in den Judäischen Bergen um Jerusalem. Seine Gründung geht nach biblischer Darstellung auf König David zurück. Da über weite Strecken die biblischen Texte die einzigen Quellen darstellen und deren Wert für eine historische Auswertung umstritten ist, liegen einige Abschnitte der Geschichte Judas im Dunkeln. Die Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar II. im Jahr 587 v. Chr. bedeutete das Ende der Eigenstaatlichkeit. Die Region wurde Teil des neubabylonischen Reiches, später im Achämenidenreich die persische Provinz Jehud. Erst unter den Makkabäern kam es wieder zu einem selbstverwalteten jüdischen Leben in der Region.

Geschichte Vorgeschichte mini|Die Zwölf Stämme Israels

Der Stämmebund („Zwölf Stämme Israels“) tritt in den Erzählungen der Bibel seit dem 2. Buch Mose als Volk „Israel“ unter einheitlicher Führung auf. Zu diesem Volk wurde er jedoch erst im Lauf des Ansiedlungsprozesses im Kulturland Kanaan, in das Stämme von Halbnomaden unterschiedlicher Herkunft seit etwa 1500 bis 1000 v. Chr. in der Spätbronzezeit einsickerten.Martin Noth: Geschichte Israels. 8. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1976, ISBN 978-3-525-52120-5, S. 111. Eine erste außerbiblische Bestätigung dafür gibt die „Israelstele“ des Pharaos Merenptah (um 1210 v. Chr.). Lange wurde angenommen, die Ansiedlung israelitischer Volksstämme in der Region des heutigen Palästinas/Israels sei für die Zeit seit etwa 1250 v. Chr. bewiesen. Die Einnahme der kanaanitischen Stadtstaaten durch israelitische Nomaden (die wohl höchstens zu einem kleinen Teil aus Ägypten eingewandert waren), die den historischen Kern der Landnahme-Berichte bilden dürften, sei sukzessive in den Jahrzehnten um 1100 v. Chr. erfolgt. Diese Annahme wird in der neuern Forschung jedoch bestritten; so wird inzwischen angenommen, dass es vor dem 11. bis 9. Jahrhundert v. Chr. kein israelitisches Volk gab, das irgendwohin hätte einwandern können, und es sich vielmehr erst allmählich aus den in der Region ansässigen Stammesverbänden entwickelt hat.Angelika Berlejung: Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament: Eine Einführung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. 6. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, S. 59ff.

Die Quellenlage für diese Zeit vor der Staatengründung ist nicht gut, die Angaben seit der Zeit Davids sind präziser, jedoch bleibt, trotz der vielen Zahlenangaben in den Königsbüchern, die genaue Datierung der Regierungszeiten noch unsicher. Präzise bestimmen lassen sich aber einige Ereignisse, für die bei den Nachbarvölkern sonstige schriftliche und archäologische Quellen bestehen, wie etwa die Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar II.

In der Zeit vor der Bildung Judas war das Gebiet einesteils von halbnomadischen segmentären Gesellschaften im Gebirge geprägt, zum anderen durch kleine Stadtstaaten in den Ebenen. Durch die Besiedlung der Mittelmeerküste durch die Philister kam eine Bedrohung, auf die mit dem schwerfälligen Bündnissystem nicht mehr in angemessener Zeit reagiert werden konnte. Man suchte vor allem für die Zeit der Kämpfe einen Heerführer und fand schließlich Saul aus dem Stamm Benjamin, der erster König des Reiches gewesen sein soll, zumindest in Israel, dem späteren Nordreich. Für Anfang und Dauer der Regierungszeit Sauls gibt es keine sicheren Angaben, es scheint aber insgesamt eine von Kriegszügen dominierte Herrschaft gewesen zu sein und so fand er sein Ende nach einer verlorenen Schlacht gegen die Philister (). Seine Regierungszeit war noch vor dem Jahr 1000 v. Chr. zu Ende.

Er wurde von David aus dem Stamm Juda abgelöst. David, zunächst ein Söldner- oder Räuberführer teils in Opposition, teils als Auftragnehmer und Vasall der Philister, soll um das Jahr 1004 v. Chr. zunächst in Hebron zum König über den Stamm Juda gesalbt worden sein (), dann in Juda (dem späteren Südreich) ein lokales Königtum errichtet haben. Laut biblischem Zeugnis gelang es ihm dann, die jebusitische Stadt Jerusalem zu erobern und von dort aus zum König auch über das nördlich gelegene Israel aufzusteigen. Gemäß der Großreichs-Hypothese konnte er seine Machtbasis ausbauen, die Philister dauerhaft zurückdrängen, einen Staat strukturieren und eine Dynastie begründen. Unter David gewann der Staat seine größte Ausdehnung. Unter seinen Söhnen gab es heftige Rivalitäten um die Nachfolge. Schließlich setzte sich Salomo () durch. Salomo regierte ungefähr ab 965, konnte das Land wirtschaftlich aufbauen und festigte die Bedeutung Jerusalems durch den Bau des sogenannten ersten Tempels nach phönizischem Vorbild mit der Hilfe Hirams von Tyros. Unter Salomo gab es Frondienste und hohe Abgaben zum Bau von Palast und Tempel, was Unzufriedenheit mit sich brachte.

Teilung in Nordreich Israel und Südreich Juda unter Rehabeam Nach dem Tod Salomos 926 v. Chr. kamen nach der biblischen Überlieferung die Vertreter der Nordstämme zum Thronfolger Rehabeam zur Krönung nach Sichem. Sie baten um Erleichterung der Frondienste, aber Rehabeam antwortete mit einer groben Beleidigung: „Mein kleiner Finger soll dicker sein als meines Vaters Lenden“ . Nach dieser Beleidigung verweigerten die Stammesführer den Gehorsam und die zehn nördlichen Stämme der Israeliten fielen von der Dynastie Davids ab und bildeten dann das Nordreich Israel unter Führung Jerobeams. Versuche, die Macht im Norden wiederherzustellen, schlugen fehl, ein Fronvogt wurde gesteinigt und der König selbst konnte sich nur durch eine schnelle Flucht retten. Rehabeam blieben nur die Stämme Juda und BenjaminHistorisch nicht eindeutig zu klären ist die Frage, ob der Stamm Benjamin bei der Teilung des Königreiches Israel nach dem Tod König Salomons im Jahr 926 v. Chr. mit den Nordstämmen die Trennung vom Königreich Juda vollzogen hat oder nicht. Nach gehen nur zehn Stämme in die Sezession; dabei könnte aber von nur elf Stämmen Israels ausgegangen sein, da der Stamm Levi landlos war. Nach widersetzt sich Benjamin zusammen mit Juda der Aufteilung. Auf jeden Fall blieb das benjaministische Gebiet zwischen Nord- und Südreich umstritten (). Benjamin wird mit Juda in (Buch Esra) u. ö. unter den Heimkehrern aus dem babylonischen Exil erwähnt und dürfte daher auch zuvor zum Königreich Juda gehört haben.Antonius H. J. Gunneweg: Geschichte Israels bis Bar Kochba. Kohlhammer, Stuttgart 1972, S. 89. treu, die gemeinsam das Reich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem bildeten. Die neuen Grenzen von Juda lagen im Norden vor Bet-El, im Osten am Toten Meer, im Süden an der Negev-Wüste und im Westen grenzte es an die Städte der Philister an der Küste.

Durch historische Quellen und archäologische Befunde ist ein Erstarken des Nordreichs und der dort siedelnden Stämme nach 925 v. Chr. sicher. Ihr Zentrum war zunächst Sichem mit dem bedeutendsten Kult, später Samaria. Daneben gab es weitere Kultstätten, Synkretismus und Polytheismus, und neben den israelitischen Stämmen auch Stämme anderer Ethnien. Die Stämme im Südreich Juda lebten noch weitgehend nomadisch und sammelten sich um den Tempel von Jerusalem zu einem schwachen Staat, der sich gegen die Übermacht Ägyptens und die Angriffe der Philister behaupten musste. Bei den Königen Judas fällt auf, dass bei den Regierungsdaten immer die Mutter des Königs mit Namen genannt wird, bei den Königen Israels hingegen nicht. Daraus schließen viele Forscher, dass es sich wohl um ein politisches Amt der Königsmutter handelte, wobei die genaue Aufgabe und das Gewicht dieses Amtes nirgends richtig deutlich wird.

Bereits kurz nach der Gründung Judas fiel der ägyptische Pharao Scheschonq I. in Palästinahttps://www.juedische-allgemeine.de/politik/es-waren-einmal-die-palaestinenser/. ein, zerstörte Siedlungen im Stammesgebiet Sauls und plünderte Tempel und Palast in Jerusalem, Rehabeam musste den Ägyptern Tribut leisten. Nach dem Einfall der Ägypter begann noch unter Rehabeam eine Baukampagne, in der ein Ring von Festungen zur Verteidigung des Reiches entstand.Manfred Clauss: Geschichte des alten Israel. In: Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Band 12, 2009, S. 60. Sein Sohn Abija war nur kurze Zeit König.

mini|hochkant=2.8|Die Genealogie der „Könige von Israel und Juda“. Basierend auf einer wörtlichen Textinterpretation des Tanachs, (, Vordere Propheten) im Alten Testament als 1. Buch der Könige und 2. Buch der Könige.Hinweis: Bei den Königen von Israel kann ein horizontaler Pfeil auf einen Dynastiewechsel hinweisen (Fehlen einer bekannten genealogischen Verbindung). Bezeichnungen in englischer Sprache.

König Asa und König Joschafat Unter Rehabeams Enkel Asa (908 bis 868 v. Chr.) verschwanden nach der Bibel die alten kanaanäischen Kultorte aus Juda, denn er schrieb der ganzen Bevölkerung den Jahwe-Glauben vor. Asa regierte 41 Jahre lang. Unter Asa brach der fast bis zum Ende Israels andauernde und immer wieder aufflackernde Krieg zwischen Israel und Juda aus. Asa bestach den nördlichen Nachbarn Israels, Ben-Hadad I. von Aram-Damaskus mit Schätzen aus dem Jerusalemer Palast und Tempel, so dass dieser im Norden Israels einfiel und der israelitische König Bascha vom Kampf gegen Juda ablassen musste. Asa nutzte dies, um die Vormacht Judas über die benjaminitischen Gebiete an der Grenze der beiden hebräischen Reiche zu sichern.Manfred Clauss: Geschichte des alten Israel. In: Oldenbourg Grundriss der Geschichte. Band 12, 2009, S. 46 f. Unter Asas Sohn Joschafat (868 bis 847 v. Chr.) bestand wieder Frieden mit Israel, er zog sogar gemeinsam mit Ahab von Israel in den Krieg gegen Aram und wenig später mit Ahabs Sohn Joram von Israel (851 bis 845 v. Chr.) gegen die Moabiter, so dass davon auszugehen ist, dass Joschafat Vasall Israels war. Außerdem eroberte er die edomitische Hafenstadt Ezion-Geber am Roten Meer, die den Handel mit dem reichen Land Ofir ermöglichte, doch die judäischen Schiffe zerschellten bei Ezjon-Geber.

Joram, Ahasia und der Staatsstreich durch Atalja Joschafat festigte seine Beziehung zu Israel durch dynastische Heirat seines Sohnes und Nachfolgers Joram von Juda (Regierungsantritt 849/848 v. Chr.) mit der israelitischen Prinzessin Atalja, die eine Schwester oder Tochter Ahabs war (). Von nun an kann man von einem geeinten Israel durch dynastische Verbindung sprechen, das von den Omriden von Samaria aus dominiert wurde. Joschafats Enkel Ahasja (845 v. Chr.), der ein Sprössling beider Dynastien, Israels und Judas, war, wurde, nachdem er gemeinsam mit Joram von Israel gegen Hasael von Damaskus eine Niederlage erlitten hatte, der biblischen Überlieferung zufolge von dem israelitischen Usurpator Jehu getötet. Möglicherweise fiel er aber auch wie sein Vater 843 v. Chr. in der Schlacht. Während Jehu in Israel das Königtum ergriff, ließ Ahasjas Mutter Atalja alle Nachkommen Ahasjas töten und war somit die Herrscherin, nur sein Sohn Joasch wurde im Tempel versteckt und so gerettet. Nach siebenjähriger Herrschaft wurde Atalja auf Befehl des Hohepriesters Jojada von der königlichen Leibwache hingerichtet und Joasch zum König erhoben.

Joasch und Amazja