mini|Geschäftsraum Blumenthals in: Panorama von Berlin: für die Gewerbe-Ausstellung 1896, S. 11Digitalisat der Digitalen Landesbibliothek Berlin
Louis Blumenthal war ein von 1876 bis 1908 in Berlin betriebenes „Kunst-, Luxus-, Leder- und Papierwaaren-Geschäft“ mit angeschlossener Buchdruckerei, Lithografischer Anstalt und Geschäftsbücher-Fabrik.Louis Blumenthal…großer Ausverkauf wegen Aufgabe des Geschäfts. In: Berliner Tageblatt vom 17. Dezember 1908, S. 15 Deutsches Adelsblatt, 1. Jahrgang (1883), S. 453, v. a. S. 459; Google-Books Das Geschäft befand sich bis 1883 in der Mohrenstraße 18–19/Ecke Friedrichstraße und zog dann in die Leipziger Straße 38 (nahe der Charlottenstraße).Berliner Adreß-Buch für das Jahr 1884, S. 84 . Das Gebäude existiert nicht mehr; es stand auf dem Gelände des heutigen „Jugendparks“ Neben Angeboten von Galanteriewaren tat sich die Firma auch als Verlag von Ansichtskarten hervor, darunter insbesondere „mit Porträtfotografien von Personen des kulturellen Lebens“.Angaben zum Verlag Hermann Leiser im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Dieser Bereich wurde 1909 vom Verlag Hermann Leiser übernommen.Anzeige im Berliner Tageblatt vom 7. März 1909, S. 40, Sp. 4
Verlagsprofil Schon in einer Anzeige im ersten Jahrgang des Deutschen Adelsblattes 1883 bewarb Louis Blumenthal als „größtes und schönstes Magazin in der Schreibmaterialien-, Kurz- und Lederwaarenbranche der Residenz“ als Groß- und Einzelhändler für den gehobenen Bedarf unter anderem frühe Alben für Fotografien.
mini|Gertrud Eysoldt als „Salome“ in Oscar Wildes gleichnamigem Drama Nr. 2639, Foto von Hanna Schwarz
Spätestens 1890 war Blumenthal als Einzel- und Großhändler auch im Export tätigBerliner Adreßbuch auf das Jahr 1890, S. 103 und konnte nach der Einführung von Ansichtskarten schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch über Vertriebspartner etwa in Frankfurt am Main eine Kollektion von mehr als 1000 „Porträt-Karten“ anbieten.Bühne und Welt, Band 5, Teil 1, 1903, S. 480; Vorschau über Google-Bücher Diese Postkarten waren fortlaufend nummeriert; beispielsweise zeigte die Karte Nummer 2639 die Schauspielerin Gertrud Eysoldt als „Salome“ in einer Aufnahme der Fotografin Hanna Schwarz.Bildpostkarte Nummer 2639
Seit etwa 2021 versucht ein Hermann Leiser Projekt alle veröffentlichten Karten der Verlage Blumenthal und Leiser zu dokumentieren und Angaben zu einer zeitlichen Einordnung der Publikationen zu sammeln.online im Internet Archive
Leben Der Kaufmann Louis Blumenthal stammte aus einer jüdischen Familie. Er wurde am 27. Februar 1852 in Schlochau, Provinz Westpreußen geboren und starb am 6. Juni 1912 in Charlottenburg.Standesamt Charlottenburg I, Sterbeurkunde Nr. 376 vom 6. Juni 1912 (Landesarchiv Berlin) Blumenthal wurde auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee begraben. Ab spätestens 1876 lebte er in Berlin und wurde Teilhaber der Firma „Isaac Simon, Hoflieferant, Geschäftsbücherfabrik und Papierhandlung, Monogramm-Prägeanstalt, Buch- und Steindruckerei“.Berliner Adreß-Buch für das Jahr 1878, S. 879 Ab 1878 war Blumenthal alleiniger Inhaber; ab 1896 war Hermann Leiser sein Geschäftspartner.Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, Ausgabe 1897, S. 107. Blumenthals Ehefrau war eine geborene Leiser; möglicherweise waren Leiser und Blumenthal verschwägert 1885 heiratete er in Thorn Johanna Leiser (1862 in Thorn; † 1942 im Ghetto Theresienstadt).Johanna Blumenthal im Gedenkbuch. Die Todesanzeige im Aufbau vom 21. September 1945, S. 18 ist somit leider unzutreffend Das Paar hatte zwei Söhne: der Kaufmann Siegfried (* 1886 in Berlin) starb als Soldat 1916 in der Schlacht an der Somme in Fresnes, Frankreich.Berliner Tageblatt vom 16. Juli 1916, S. 15 ; auch er wurde in Weißensee begraben () Der Jurist Dr. Erich Blumenthal (* 1887 in Berlin)Standesamt Berlin II, Geburtsurkunde Nr. 1043 vom 5. November 1887 (Landesarchiv Berlin) wanderte 1939 in die USA aus, arbeitete als Immobilienmakler und starb als Eric Bloom 1973 in Los Angeles.
Porträtfotografien (Auswahl)
Weblinks
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Einzelnachweise
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