Walter Albert Winnig (* 22. Mai 1885 in Berlin, Deutsches Reich; † 11. November 1974 ebendaJürgen Wolfer / Roland Löper: Das große Lexikon der Filmkomponisten. Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2003, S. 567) war ein deutscher Kapellmeister, Komponist und Filmkomponist.
Leben und Wirken Winnig besuchte die Oberrealschule und ließ sich künstlerisch am Konservatorium von Dresden fortbilden. 1925 übernahm ihn die UFA als Kapellmeister, seit 1927 komponierte er auch Partituren, die bei Stummfilmvorführungen – beginnend mit Produktionen von Carl Froelich (Regie) und mit Henny Porten in der Hauptrolle (1927/28) – eingesetzt wurden. Als Kapellmeister wirkte er zeitgleich aber auch bei ausländischen Stummfilmen wie beispielsweise Der Benzinteufel, die in Berlin in den Kinosälen liefen.
Kurz nach Einführung des Tonfilms verließ Winnig die musikalische Spielfilmbetreuung und wechselte zum Kultur-, Werbe- und Dokumentarfilm. Er blieb im Dienst der UFA für die er bis 1944 zahlreiche zumeist kurze Filme musikalisch untermalte, ehe er 1944/45, in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, eingezogen wurde. Nach dem Krieg fand der in Berlin-Wilmersdorf ansässige Walter Winnig zunächst Beschäftigung bei Filmdokumentationen sowohl aus Ost als auch West. Im Alter von 70 Jahren verabschiedete er sich weitgehend in den Ruhestand.
Filmografie Bis 1931 Musik zu Spielfilmen, danach größtenteils zu Dokumentarfilmen: 1927: Violantha 1927: Der geheimnisvolle Spiegel 1927: Du sollst nicht stehlen 1928: Lotte 1928: Zuflucht 1929: Die Mitternachts-Taxe 1929: Die weißen Rosen von Ravensberg 1929: Der Mann, der nicht liebt 1929: Der Held aller Mädchenträume 1931: Die Schlacht von Bademünde (musikal. Ltg.) 1931: Wäsche – Waschen – Wohlergehen 1932: Im Land der 1000 Seen 1933: Perlender Sonnenschein 1933: Mit Kreuzer “Königsberg” in See 1934: Liebe zur Harmonika (Regie) 1934: F.P. 1 wird Wirklichkeit 1934: Schären und Fjorde an der Adria 1934: Strömungen und Wirbel 1935: Chinesische Städte 1935: Abessinien von heute – Blickpunkt der Welt 1935: Briefe fliegen über den Ozean 1936: Land unter Wolken 1936: Lustiges Hundevolk 1937: Ohne Fleiß kein Preis (Kurzfilm) 1937: Die Posaune (Kurzfilm) 1937: Gesunde Jugend – starkes Volk 1937: Flieger, Funker, Kanoniere 1938: Castilianische Burgen 1938: Unser Brot 1938: Natur und Technik 1938: Weltstraße See – Welthafen Hamburg 1939: Verwertung schafft Werte 1940: Gesundheit ist kein Zufall 1940: Spitzweg, ein Malerpoet 1941: Unsere Infanterie 1942: Freiheit für Finnland 1942: Kamerad Pferd ist krank 1943: Netz aus Seide 1943: Zehn Finger leisten mehr als zwei 1944: Kaninchen 1947: Diphterie 1950: Brücke der Jahrhunderte 1951: Aufbau 1951: Das ist meine Welt 1952: Flamme als Werkzeug 1955: Tag für Tag, Stunde um Stunde, im Dienste der Volksgesundheit 1955: Martin, warum weinest Du 1970: Der gute Lohn
Literatur Glenzdorfs Internationales Film-Lexikon, Dritter Band, Bad Münder 1961, S. 1897 Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 8303f. online
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