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Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung der Stadt Münster tabellarisch und graphisch wieder.
Am 31. Dezember 2013 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ von Münster nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 297.980 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).it.nrw.de:
Die Einwohnerzahl Münsters legte im Vergleich zum Vorjahr um gut 1,0 % zu, so dass am Jahresende 2013 laut Angabe des Amts für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster mit 297.980 Einwohnern 3048 Einwohner mehr als noch 2012 in Münster gemeldet waren. Die Anzahl der Erstwohnsitze stieg im Jahr 2011 um 4,3 % von 276.981 auf 288.914. Gleichzeitig ging die Anzahl der Zweitwohnsitze um 8,2 % von 8199 auf 7526 zurück, was der im Mai 2011 in Münster eingeführten Zweitwohnsitzsteuer geschuldet ist.Westfälische Nachrichten:
Einwohnerentwicklung mini|400px|Einwohnerentwicklung von Münster von 1816 bis 2017
Münster wurde 793 offiziell gegründet, erste Einwohnerzahlen sind ab Anfang des 16. Jahrhunderts nachweisbar. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur langsam. Durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte ging sie immer wieder zurück. So kam es 1554 in Münster wieder zu einem großen Peststerben. Die Seuche trat hauptsächlich im Kirchspiel Überwasser auf und forderte mehr als 8.000 Tote. Das Sterben hatte schon im Jahre 1553 begonnen und währte bis zum Sommer 1554.
Während der Herrschaft der Täufer in den 1530er Jahren ging die Bevölkerung von 10.000 Einwohnern auf 3.000 zurück, erreichte jedoch innerhalb von nur 60 Jahren wieder ihren alten Stand. Auch im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) hatte die Stadt Einwohnerverluste hinzunehmen.
Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1815 erst 15.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 schon 64.000. Als Großstadt gilt Münster, seit es 1915 die Grenze von 100.000 Einwohnern überschritten hatte.
Die Bedeutung Münsters im Ersten Weltkrieg als Garnisonsstadt wird an den Ergebnissen der Volkszählung vom 5. Dezember 1917 deutlich. So wurde eine ortsanwesende Gesamtbevölkerung von 103.059 Personen ermittelt. Darunter waren nach Angaben der Volkswirtschaftlichen Abteilung des Kriegsernährungsamtes 14.953 Militärpersonen und 8000 Kriegsgefangene. Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung lag bei 22,3 Prozent. Nicht in der Statistik enthalten sind 169 vorübergehend abwesende Militärpersonen.
Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Münsters Innenstadt wurde im Rahmen der Morale-Bombing-Strategie durch alliierte Bombenangriffe zu fast 91 Prozent zerstört, der Zerstörungsgrad im gesamten Stadtgebiet betrug etwa 63 Prozent. Bei den zahlreichen Luftangriffen starben mehr als 1600 Menschen durch direkte Bombeneinwirkung. Insgesamt verlor die Stadt im Verlauf des Krieges 81,6 Prozent ihrer Bewohner (115.164 Personen). Die Bevölkerungszahl sank von 141.059 im Mai 1939 auf 25.895 im April 1945.
Durch die Rückkehr der Evakuierten und den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten stieg die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. 1953 lebten in Münster wieder so viele Menschen wie vor dem Krieg. 1966 wurde bereits die Grenze von 200.000 Einwohnern überschritten. Am 1. Januar 1975 brachte die Eingemeindung zahlreicher Orte aus dem ehemaligen Landkreis Münster einen Gewinn von 62.119 Personen auf 264.546 Einwohner. Ende 2010 stand die Stadt mit 279.803 Einwohnern unter den deutschen Großstädten an 22., innerhalb Nordrhein-Westfalens an zehnter Stelle. Am 31. Dezember 2012 hatten 296.536 Einwohner ihren Wohnsitz in Münster gemeldet.Westfälische Nachrichten: 300 000 Einwohner rücken langsam näher: Stadt Münster wächst nur im Promill-Bereich, Münster, 22. Februar 2013Westfälische Nachrichten: 300 000 Einwohner rücken näher: Am 31. Dezember lebten 296 536 Menschen in Münster / Stadt veröffentlicht neue Bevölkerungsstatistik, Münster, 22. Februar 2013 Bis 2025 sollte die Einwohnerzahl laut Prognose des Landesamtes auf dann 300.000 anwachsen. Tatsächlich wurde die Marke von 300.000 Einwohnern bereits 2014 überschritten.Stadt Münster: Presse- und Informationsamt: Münster knackt die 300 000-Einwohner-Marke, Münster, 10. November 2014
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1815 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1970) und des Statistischen Landesamtes (ab 1971). Die Angaben beziehen sich ab 1840 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1840 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
Von 1816 bis 1870 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 1. Dezember 1816 ¹ 17.316 1. Dezember 1817 ¹ 17.435 1. Dezember 1825 ¹ 20.837 1. Dezember 1828 ¹ 21.046 3. Dezember 1831 ¹ 21.983 Datum Einwohner 3. Dezember 1840 ¹ 23.365 3. Dezember 1843 ¹ 23.772 3. Dezember 1846 ¹ 24.193 3. Dezember 1849 ¹ 24.664 3. Dezember 1852 ¹ 25.222 Datum Einwohner 3. Dezember 1855 ¹ 26.380 3. Dezember 1858 ¹ 26.332 3. Dezember 1861 ¹ 27.332 3. Dezember 1864 ¹ 27.773 3. Dezember 1867 ¹ 25.453 ¹ Volkszählungsergebnis
Von 1871 bis 1944 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 1. Dezember 1871 ¹ 24.821 1. Dezember 1875 ¹ 35.705 1. Dezember 1880 ¹ 40.434 1. Dezember 1885 ¹ 44.060 1. Dezember 1890 ¹ 49.340 2. Dezember 1895 ¹ 57.135 1. Dezember 1900 ¹ 63.754 31. Dezember 1901 65.340 31. Dezember 1902 66.910 31. Dezember 1903 68.410 31. Dezember 1904 79.120 1. Dezember 1905 ¹ 81.468 31. Dezember 1906 82.526 31. Dezember 1907 82.870 31. Dezember 1908 84.936 31. Dezember 1909 86.907 1. Dezember 1910 ¹ 90.254 Datum Einwohner 31. Dezember 1911 92.156 31. Dezember 1912 92.585 31. Dezember 1913 93.554 31. Dezember 1915 97.067 1. Dezember 1916 ¹ 99.465 5. Dezember 1917 ¹ 103.059 8. Oktober 1919 ¹ 100.452 31. Dezember 1919 108.940 31. Dezember 1920 104.605 31. Dezember 1921 105.417 31. Dezember 1922 106.445 31. Dezember 1923 107.555 31. Dezember 1924 107.955 16. Juni 1925 ¹ 106.418 31. Dezember 1925 108.096 31. Dezember 1926 110.459 31. Dezember 1927 113.921 Datum Einwohner 31. Dezember 1928 115.716 31. Dezember 1929 117.851 31. Dezember 1930 120.343 31. Dezember 1931 121.666 31. Dezember 1932 122.988 16. Juni 1933 ¹ 122.210 31. Dezember 1933 125.178 31. Dezember 1934 127.482 31. Dezember 1935 131.748 31. Dezember 1936 135.481 31. Dezember 1937 138.652 31. Dezember 1938 141.000 17. Mai 1939 ¹ 141.059 31. Dezember 1939 142.500 31. Dezember 1940 144.945 31. Dezember 1944 35.700 ¹ Volkszählungsergebnis
Quelle: Stadt Münster
Von 1945 bis 1989 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 30. April 1945 25.895 31. Dezember 1945 79.016 29. Oktober 1946 ¹ 86.366 31. Dezember 1947 99.414 31. Dezember 1948 103.600 13. September 1950 ¹ 118.889 31. Dezember 1950 120.376 31. Dezember 1951 129.624 31. Dezember 1952 135.973 31. Dezember 1953 142.970 25. September 1956 ¹ 155.241 31. Dezember 1960 180.117 6. Juni 1961 ¹ 182.721 31. Dezember 1961 184.291 31. Dezember 1962 187.237 Datum Einwohner 31. Dezember 1963 190.676 31. Dezember 1964 194.341 31. Dezember 1965 196.641 31. Dezember 1966 200.376 31. Dezember 1967 202.381 31. Dezember 1968 203.110 31. Dezember 1969 204.716 27. Mai 1970 ¹ 198.371 31. Dezember 1970 198.878 31. Dezember 1971 198.470 31. Dezember 1972 200.180 31. Dezember 1973 199.748 31. Dezember 1974 200.448 31. Dezember 1975 ² 264.546 31. Dezember 1976 266.083 Datum Einwohner 31. Dezember 1977 267.182 31. Dezember 1978 267.056 31. Dezember 1979 267.478 31. Dezember 1980 269.696 31. Dezember 1981 271.810 31. Dezember 1982 272.918 31. Dezember 1983 273.453 31. Dezember 1984 272.626 31. Dezember 1985 270.102 31. Dezember 1986 267.628 25. Mai 1987 ¹ 246.186 31. Dezember 1987 246.339 31. Dezember 1988 248.919 31. Dezember 1989 253.123 ¹ Volkszählungsergebnis ² Gemeindereform in Nordrhein-Westfalen zum 1. Januar 1975
Quellen: Stadt Münster (bis 1970), Landesbetrieb Information und Technik NRW (ab 1971)
Ab 1990 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 31. Dezember 1990 259.438 31. Dezember 1991 264.181 31. Dezember 1992 267.072 31. Dezember 1993 267.367 31. Dezember 1994 264.887 31. Dezember 1995 265.061 31. Dezember 1996 265.748 31. Dezember 1997 265.138 31. Dezember 1998 264.489 31. Dezember 1999 264.670 31. Dezember 2000 265.609 31. Dezember 2001 267.197 Datum Einwohner 31. Dezember 2002 268.945 31. Dezember 2003 269.579 31. Dezember 2004 270.038 31. Dezember 2005 270.868 31. Dezember 2006 272.106 31. Dezember 2007 272.951 31. Dezember 2008 273.875 31. Dezember 2009 275.543 31. Dezember 2010 279.803 31. Dezember 2011 293.393 31. Dezember 2012 294.932 31. Dezember 2013 297.980 Datum Einwohner 31. Dezember 2014 302.178 31. Dezember 2015 310.039 31. Dezember 2016 311.846 31. Dezember 2017 313.559 31. Dezember 2018 314.319 31. Dezember 2019 315.293 31. Dezember 2020 316.403 31. Dezember 2021 317.713 31. Dezember 2022 305.222 31. Dezember 2023 307.071 31. Dezember 2024 308.258
Quelle: Landesbetrieb Information und Technik NRW
Bevölkerungsprognose In ihrem 2006 publizierten „Wegweiser Demographischer Wandel 2020“, in dem die Bertelsmann-Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2.959 Kommunen in Deutschland liefert, wird für Münster ein Anstieg der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 0,9 Prozent (2.543 Personen) vorausgesagt.
mini|400px|Nebenstehende Prognose im Vergleich zur realen Entwicklung von 1990 bis 2017
Jahr Einwohner 2012 296.590 2020 319.330 2025 326.170 2030 330.140 Quelle: Bertelsmann-Stiftung
Die Statistik der Stadt Münster gibt für den April 2011 eine Bevölkerung von 287.357 Menschen am Ort der Hauptwohnung aus, die Prognose weicht demzufolge auch in der aktuelleren Fassung erheblich von der tatsächlichen Entwicklung ab. Lt. „Zensus 2011“ beträgt die Einwohnerzahl 2011 in Münster nochmals abweichend eine (höhere) Zahl von 293.393.
Im März 2016 veröffentlichte die Deutsche Postbank AG eine unter Leitung von Michael Bräuninger, Professor an der Helmut-Schmidt-Universität, durchgeführte Studie unter dem Titel Wohnatlas 2016 – Leben in der Stadt, in der für 36 deutsche Großstädte auch eine Bevölkerungsprognose für das Jahr 2030 durchgeführt wird. Sie berücksichtigt auch explizit den Zuzug im Rahmen der Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015. Für Münster wird darin von 2015 bis 2030 trotz Flüchtlingszuzug ein Bevölkerungsrückgang von 3,66 % vorhergesagt.Presseinformation Deutsche Post AG: Postbank Studie „Wohnatlas 2016 – Leben in der Stadt“: Wo Bevölkerungswachstum die Preise steigen lässt, veröffentlicht am 3. März 2016, abgerufen am 3. März 2016
Bevölkerungsstruktur Nach Nationalität Von der amtlichen Statistik als Ausländer nicht erfasst werden eingebürgerte Personen und als Deutsche in Deutschland geborene Kinder ausländischer Abstammung. Sehr wohl sind ausländische Studenten in der Statistik enthalten. Am 31. Dezember 2015 lebten in Münster 27.147 Menschen aus 182 Ländern, 1995 waren es 157 verschiedene Nationen.
Am 31. Dezember 2015 lebten 27.147 Ausländer in Münster, von denen die meisten Ausländer aus Polen (2249), Syrien (2022), Serbien (1925), Türkei (1758), Portugal (1641), Italien (1042) sowie der Russischen Föderation (955) stammten.
Die Verteilung der Herkunft der größten Gruppen der melderechtlich in Münster registrierten Ausländer hat sich in den letzten Jahren verschoben. Bei den meisten Herkunftsländern aus der EU ist die Bevölkerungszahl in Münster rückläufig, Ausnahmen bilden hierbei Polen und Italien.