mini|Überwucherte antike Mauerreste auf dem Kourmeti-Hügel mini|Bearbeiteter Stein auf dem Kourmeti-Hügel
Neris ( oder ) war ein antikes Dorf () in der Thyreatis. Nach Pausanias lag es zwischen den Orten Anthene und Eua.Pausanias 2,38,5. Publius Papinius Statius berichtete, dass der Ort in einem langen Tal des Flusses Charadros lag und sich dem argivischen König Adrastos beim Zug der Sieben gegen Theben anschloss.Publius Papinius Statius: Thebais 4,46.
Ludwig RossLudwig Ross: Reisen und Reiserouten durch Griechenland., Berlin 1841, S. 171–172 (Digitalisat) und Conrad BursianConrad Bursian: Geographie von Griechenland. Peloponnesos und Inseln., Leipzig 1868, Band 2, S. 70–71 (Digitalisat). vermuteten, dass es sich bei der befestigten Stadt von Elleniko um Neris handeln könnte. Anhand einer Inschrift konnte diese jedoch als Eua identifiziert werden.Konstantinos I. Kalitsis: Εύας Επιγραφή In Αρχαιολογική Εφημερίς, Jahrgang 1960, Athen 1965, S. 6–8. Emile Le Puillon de Boblaye setzte den Charadros mit dem Fluss von Agios Petros, einem Nebenfluss des Tanos, gleich und suchte entsprechend Neris im Hochgebirge.Emile Le Puillon de Boblaye: Expédition scientifique de Morée. Recherches Géographiques sur les ruines de la Morée. Paris 1836, S. 66, 69 (Digitalisat). Ernst Curtius, der den Charadros mit dem heutigen Vrasiatis, der bei Agios Andreas ins Meer mündet, identifizierte, vermutete, dass Neris im Hochgebirge bei Agios Ioannis lag.Ernst Curtius: Peloponnes., Band 2, Gotha 1852, S. 382 (Digitalisat). William Martin Leake,William Martin Leake: Travels in the Morea, Band 2, London 1830, S. 493. (Digitalisat) Habbo Gerhard LollingHabbo Gerhard Lolling: Griechenland. Handbuch für Reisende., Leipzig 1883, S. 250. (Digitalisat) und Rudolf HeberdeyRudolf Heberdey: Die Reisen des Pausanias in Griechenland, Prag, Wien, Leipzig 1894, S. 52. (Digitalisat) lokalisierten den Ort etwa 2,6 km südlich von Agios Ioannis an der Stelle des Kastro Oria.
Nachdem man den Ort der Schlacht der 300 Erlesenen unterhalb des Gipfels des Zavitsas anhand einer Inschrift ermitteln konnte, war es auch möglich den Weg des Pausanias nachzuvollziehen. Er schrieb, dass er von dem Schlachtfeld über Anthene und Neris nach Eua kam. Aus diesem Grund vermutet man heute, dass Neris auf der Anhöhe Kourmeti oder Kourmeki, etwa 200 m westlich des Ortes Kato Doliana lag. Lolling berichtete, dass auf der Anhöhe, die auch Spιlies ( = Höhlen) genannt wurde, weil es im steilen Anhang unterhalb zahlreiche Höhlen gab, antike Siedlungsreste, wie Mauern, Zisternen, Gräber und andere Funde gab. Er identifizierte den Ort jedoch als Eua.Habbo Gerhard Lolling: Greece: Handbook for travellers, Leipzig 1909, S. 358–259. (Digitalisat) Klaus Tausend berichtet, dass man hier Siedlungsreste aus prähistorischer, klassischer, hellenistischer und römischer Zeit fand und etwas nördlich des Hügels fand er eine antike Straße mit Wagenspuren, die nach Norden in Richtung des Schlachtfeldes führte – vermutlich die Straße auf der auch Pausanias reiste.Klaus Tausend: Verkehrswege der Argolis. Stuttgart 2006, ISBN 978-3-515-08943-2, S. 129. Literatur
W. Kendrick Pritchett: Studies in Ancient Greek Topography: Roads. Band 3, Berkeley, Los Angeles, London 1980, S. 122–124 (Digitalisat)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Griechenland