mini|Matt Walsh (2022) Matt Walsh (* 18. Juni 1986) ist ein US-amerikanischer politischer Aktivist, Autor, Podcaster und Kolumnist. Er moderiert den Podcast The Matt Walsh Show und schreibt Kolumnen für die konservative Website The Daily Wire. Er veröffentlichte vier Bücher sowie die Dokumentation What Is a Woman?, die sich mit dem Thema Geschlechtsidentität in den USA auseinandersetzt.

Im Jahre 2010 begann Walsh als Radiomoderator für zwei Sender in Delaware zu arbeiten, bevor er nach Kentucky zog und 2012 seine eigene Website erstellte. Seine Sendung bei dem Radiosender WLAP in Kentucky wurde im Dezember 2013 abgesetzt. 2014 trat er Blaze Media bei. The Daily Wire trat er 2017 bei, wo er 2018 damit begann, die Matt Walsh Show zu moderieren. Walsh ist in mehreren landesweit verbreiteten Veröffentlichungen und Talkshows aufgetreten.

Walsh spricht sich gegen Transgender-Rechte aus und nahm an Kampagnen teil, die sich gegen Gruppen richteten, die Gesundheitsversorgung für Transgender-Personen, insbesondere für Minderjährige, bereitstellen oder fördern. Er führte Kampagnen gegen mehrere Krankenhäuser und verglich die Gesundheitsversorgung für Transgender-Individuen mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern, Genitalverstümmelung und Vergewaltigung.

Karriere Walsh begann seine Karriere als Radioshow Co-Moderator der The Matt and Crank Program bei dem Sender WZBH 93.5 FM in Georgetown, Delaware. Dort arbeitete er von Anfang 2010 bis zum 1. August 2011. Danach zog er nach Rehoboth Beach in Delaware, wo er weniger als ein Jahr lang für den Sender WGMD 92.7 FM arbeitete. Im Jahr 2012 zog er nach Lexington, Kentucky, wo er für den Sender NewsRadio 630 WLAP arbeitete und eine Website namens „The Matt Walsh Blog“ erstellte, wo er verschiedene Themen von einem konservativen Standpunkt aus behandelte.

Nachdem seine Show abgesetzt worden war, teilte Walsh im Dezember 2013 mit, „das Radio für immer hinter sich zu lassen“, um sich auf seinen Blog zu konzentrieren. Seine Arbeit für das konservative Medienunternehmen Blaze Media nahm er im Oktober 2014 auf.

Er war auch Mitwirkender bei HuffPost und verfasste ab Oktober 2017 Artikel für The Daily Wire.

Walsh trat unter anderem bei Tucker Carlson Tonight, The Ingraham Angle , Fox and Friends , Dr. Phil sowie dem Podcast The Joe Rogan Experience auf.

Seit April 2018 moderiert er auch die unter der Woche erscheinende The Matt Walsh Show. Diese hat eine Laufzeit von einer Stunde. Im April 2023 verkündete er, dass die Show auf die Daily Wire Website umziehe, da sein YouTube-Kanal demonetisiert wurde, nachdem er die Transfrau Dylan Mulvaney mehrfach als Mann betitelt hatte.

J. K. Rowling, Elon Musk und mehrere republikanische Gesetzgeber unterstützten die Arbeit von Walsh. Rowling argumentierte, dass die Arbeit von Matt Walsh Huffpost die „Unverständlichkeit der Geschlechtsidentität entlarve“.

In der Daily Wire-Komödie "Lady Ballers", die am 1. Dezember 2023 erschien, spielte er eine Hauptrolle. In dem Film verkörpert er den Charakter Kris Dilby, einen woken Beatnik.

Johnny the Walrus Am 29. März 2022 veröffentlichte der hauseigene Verlag von The Daily Wire, DW Books, Walsh’s Kinderbuch Johnny the Walrus. In diesem vergleicht er transgender zu sein damit, sich als Walross zu identifizieren. Der ehemalige Fox News–Moderator Tucker Carlson bezeichnete das Buch als „urkomisch“. Laut der konservativen Nachrichtenwebsite The Blaze ist das Buch „ein Versuch, sich gegen die radikale Geschlechtsideologie zu wehren, welche die biologische Realität ablehnt“. In einem vom Satiriker Andrew Doyle auf der Website UnHerd veröffentlichten Artikel lobte er das Buch dafür, die Indoktrination der Jugend zu verhöhnen.

Die Website LGBTQ Nation prangerte das Buch an, nannte es „Anti-Transgender“ und verspottet die transgeschlechtliche Jugend. PinkNews nannte es „hasserfüllt“ und „transphob“.

Amazon führte es im Dezember 2021 als das meistverkaufte LGBT+ Buch, bevor es seitens des Unternehmens in die Kategorie „politischer und sozialer Kommentar“ verschoben wurde. Die Änderung der Kategorie wurde seitens Matt Walsh als „ein skrupelloser Angriff auf die Rechte der Homosexuellen und ein schreckliches Beispiel der Homophobie und Auslöschung der Homosexuellen“ dargestellt. Die amerikanische Supermarktkette Target entfernte es noch am selben Tag aus dem Onlineshop.

What Is a Woman?

Walsh’s Online-Dokumentation What is a Woman? wurde von The Daily Wire am 1. Juni, und damit zum Anfang des Pride Month veröffentlicht. Hierin ist Matt Walsh zu sehen, wie er verschiedenen Personen die Frage stellt, was eine Frau sei, und seinen eigenen Standpunkt verteidigt. Auch in anderen Auftritten, wie zum Beispiel bei der Dr. Phil Show am 19. Januar 2022 zusammen mit transgender und nicht-binären Menschen, stellte er diese Frage.

Am 14. Juni desselben Jahres veröffentlichte Walsh ein auf der Dokumentation basierendes Buch mit dem Titel What Is a Woman?: One Man's Journey to Answer the Question of a Generation. Dieses wurde durch DW Books verlegt. Die Dokumentation erhielt seitens der Kritiker und politischer Kommentatoren gemischte Rückmeldungen. Kritiker wie zum Beispiel AJ Eckert der Website Science-Based Medicine sowie Erin Rook der LGBTQ Nation verurteilten den Film und bezeichneten ihn als „Propaganda“, „transphobe Lüge“ und „Verneinung der Wissenschaft“. Erkert verglich den Dokumentarfilm mit dem Anti-Wissenschaftsfilmen Vaxxed und Expelled.

Konservative Kommentatoren, darunter Rich Lowry und Rod Dreher, bewerteten den Film als „fesselnd“ und „exzellent“.

Dimitrije Vojnov vom Sender Radio Television of Serbia behauptete, dass Walsh das rechte Equivalent von Michael Moore sei und genau so voreingenommen sein könne.

Eventbrite untersagte die Vorführung der Dokumentation, da die Richtlinien der Firma keinen Inhalt erlauben, der „Hass, Gewalt oder die Belästigung anderer oder gegen die eigene Person“ billigt. Walsh bestritt, dass die Dokumentation Hass fördere und kritisierte Eventbrite dafür, die Vorführung von Drag Shows zu erlauben, während Kinder sich im Publikum befinden.

Im Februar 2022 behauptete Eli Erlick, ein transgender Aktivist, dass Walsh dutzende Menschen unter falschem Vorwand dazu eingeladen hatte, in der Dokumentation aufzutreten. Kataluna Enriquez, Fallon Fox und andere transgender Personen des öffentlichen Lebens untermauerten diese Behauptung.

Walsh gründete eine Gruppe namens Gender Unity Project, das, so behaupten die Aktivisten, versucht habe, sie zur Mitarbeit im Film zu ködern. Der Twitter-Account der Gruppe sowie die dazugehörige Website wurden kurz nach dem Bekanntwerden der Anschuldigungen entfernt. Erlick behauptete, dass es mindestens 50 andere angeworbene Befragte gab, darunter auch ein 14 Jahre altes transgender Mädchen.

Walsh’s College Tour, bei der er seinen Film vorführte und auch selbst auftrat, sorgte an der University of Houston und an der University of Wisconsin für Proteste.

Für den Pride Month im Jahre 2023 machte The Daily Wire die Dokumentation What Is a Woman auf Twitter frei zugänglich. Der CEO von The Daily Wire, Jeremy Boreing, teilte auf Twitter mit, dass die Plattform einen Plan zurückgezogen habe, das Video zu bewerben. Dieses soll aufgrund von Misgendern geschehen sein. Boreing behauptete, das Video sei unterdrückt worden.

Elon Musk, der CEO von Twitter, hob nach anfänglichem Zögern alle Beschränkungen auf und bewarb selbst das Video. Verantwortliche der Twitter-Abteilung für Vertrauen und Sicherheit verließen das Unternehmen noch am selben Tag. Bis zum Nachmittag des 2. Juni konnte der Film mehr als 62 Millionen Aufrufe (ehemals Impressionen) vorweisen, sowie 177 Millionen Aufrufe in der Woche. Die Werbung für den Film seitens Musk bezeichnete Walsh als „Riesenerfolg“.

Ansichten Walsh wird in einer wissenschaftlichen Studie als zur Alt-Right zählender Youtuber eingeordnet, der sich "ironisch" als „theokratischer Faschist“ bezeichnet. Walsh’s Ansichten werden in Medien zumeist als rechts und konservativ bezeichnet, jedoch auch als rechtsextrem.

Seine Kommentare werden seitens der Medien manchmal als Trolling oder Provokation bezeichnet.

Das Gerichtsverfahren von Kyle Rittenhouse, dem Schützen, der bei einem Protest in Kenosha tödliche Schüsse abgab, das mit einem Freispruch für ihn endete, nannte er „böswillige Strafverfolgung“.

Er sprach sich für ein Verbot von Pornographie aus und unterstützt die Einschränkungen von Abtreibungen. Der Abbau der Ozonschicht sowie saurer Regen sind laut ihm nie schwerwiegende Probleme gewesen. Diese Tweets sind laut Ars Technica „das vorsätzliche Ignorieren einiger sehr gut dokumentierten Ereignisse“.

Walsh ist der Ansicht, dass Cannabis nicht legal sein sollte.

Im Bezug auf das Casting von Halle Bailey für die Live-Action-Version des Filmes Arielle, die Meerjungfrau (2023) meinte Walsh, dass „es aus einer wissenschaftlichen Perspektive nicht viel Sinn ergebe, dass jemand mit einer dunkleren Hautfarbe tief im Ozean lebt“. Er schlug vor, dass die Meerjungfrau stattdessen durchsichtig sein sollte. Die leitende digitale Unterhaltungsredakteurin Lisa France spottete auf CNN über seine Kommentare und sagte, dass „Rassismus leider Realität sei und die Menschen sich dermaßen angegriffen fühlen“. Später behauptete Walsh, dass „die Rechte der Durchsichtigen auch Menschenrechte seien“.

Auf die Frage eines Zuschauers nannte er Anime „satanisch“. Er fügte hinzu, dass „er kein Argument dafür habe, warum es satanisch ist. Es kommt ihm einfach so vor“.

Multikulturalität bezeichnet er als fehlgeschlagenes Experiment.

LGBT-Gleichstellung Walsh ist ein Gegner der Bewegung für LGBT-Rechte und der LGBT-Community, insbesondere der Bewegung für Transgender-Rechte.

Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Gallup veröffentlichte im Februar 2021 eine Studie, die einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu vorherigen Generationen der sich der innerhalb der Generation Z der LGBT-Community zugehörig fühlenden Personen, insbesondere der Bisexuellen und Transgender, aufzeigte. Infolgedessen warf Walsh den Medien, Hollywood und dem Schulsystem vor, Kinder in die LGBT-Community zu rekrutieren. Andere, von PinkNews zitierte Kommentatoren, argumentierten, dass Walsh falsch liege und der Anstieg auf andere Faktoren zurückzuführen sei, darunter auch der Abbau von sozialen Stigmata.

Kurze Zeit nach dem Beginn des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 warf Walsh dem US-Präsidenten Joe Biden vor, das US-Militär zu verweiblichen und Lesben zu rekrutieren, die laut ihm nicht einmal drei Liegestützen schaffen würden. Auch behauptete er, dass es kein Zufall sei, dass es [der russische Angriffskrieg] dann erfolgte, nachdem Biden das erste Jahr seiner Präsidentschaft damit verbrachte, sein Hauptaugenmerk auf die Wokeness zu legen.

Die The New York Times–Kolumnistin Michelle Goldberg argumentierte, dass Walsh’s Kommentare, sowie die anderer rechter Kommentatoren, für einen Anstieg der Gewalt gegenüber LGBT sorgten sowie die Verschlechterung der Stimmung innerhalb der USA bezüglich LGBT.