mini|hochkant|St. Afra in Täferrot Die evangelische Pfarrkirche St. Afra ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz. Sie steht in Täferrot, einer Gemeinde im Ostalbkreis in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehörte bis Ende 2025 zum Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd und gehört seit 1. Januar 2026 zum neuen Kirchenbezirk Ostalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Namensgeberin der Kirche ist Afra von Augsburg.

Beschreibung Das Langhaus der spätgotischen Saalkirche wurde 1491 auf den Grundmauern der romanischen Vorgängerkirche erbaut. Deren mächtiger Chorturm im Osten des Langhauses blieb im Kern erhalten und erhielt einen kurzen dreiseitig geschlossenen Choranbau, der über die Ostwand des Chorturms hinausragt, später noch einen südlichen Sakristeianbau. Das oberste Geschoss des Chorturms beherbergt die Turmuhr und den Glockenstuhl. Darauf sitzt ein Pyramidendach, das eine historische Dachdeckung aus Mönch- und Nonne-Ziegeln aufweist, die 2014 instandgesetzt wurde. Im Jahre 1906 wurde die Kirche unter Leitung von Oberbaurat Heinrich Dolmetsch renoviert und geringfügig umgebaut.Ellen Pietrus: Heinrich Dolmetsch. Die Kirchenrestaurierungen des württembergischen Baumeisters. Stuttgart 2008, S. 346–349.

Ausstattung Chorraum: Der vermutlich geschnitzte und bemalte Hochaltar von etwa 1450 im Chor und zwei Seitenaltäre an der Chorwand wurden nach Einführung der Reformation aus der Kirche verbannt, ebenso Bilder und Figuren. Alle sind seitdem verschollen. Hinter dem Altar ragt heute das monumentale Triumphkreuz von etwa 1490 auf. Es hing zunächst im Chorbogen und wurde 1819 hinter dem unter den Chorbogen vorgerückten Altarsockel aufgestellt.

Kanzel: Die Kanzel ist auf fünf schmalen Tafelbildern mit Darstellungen von Christus als Weltenrichter und den vier Evangelisten geschmückt.

Emporen: Für die nach Einführung der Reformation sitzenden Predigtzuhörer wurde zusätzlich zum Parterregestühl eine auf fünf Säulen ruhende West- und Nordempore mit Ausrichtung auf die Kanzel eingebaut. Die Malereien der Nordempore entstanden 1560, wohl nach Vorlagen Albrecht Dürers. Die Bemalung der Westempore erfolgte 1740 mit alttestamentlichen Motiven aus der Merian-Bibel von 1625/1630.

Deckenbemalung: Die Flachdecke im Kirchenschiff wurde 1724 mit Kassetteneinlagen versehen und 1730 vom Barockmaler Enßlin aus Heidenheim mit Ornamenten bemalt.

Chorgestühl: Zur Kirchenausstattung gehört ein um 1500 gebautes Chorgestühl aus der 1525 teilweise ausgebrannten Klosterkirche von Lorch mit heute 24 Plätzen, deren letzte vier im Zuge der Kirchenrenovierung 1906 aus Symmetriegründen 1906 ergänzt wurden. Das 1525 noch unbemalte Chorgestühl wurde 1565 in Lorch abgeholt und in den Chor der Afrakirche eingefügt. Es wurde 1683 erweitert und bemalt und 1906 renoviert.

Wandbild: Das Wandbild (auf Leinwand) von 1906 zeigt den Einzug Jesu in Jerusalem.

Glasgemälde: Ein Rundfenster von 1906 wurde mit einem Martin-Luther-Porträt nach dem Entwurf von Theodor Bauerle (1865–1914) aus Stuttgart versehen.

Orgel: Die Orgel mit 13 Registern wurde 1965 von der Giengener Orgelmanufaktur Gebr. Link nach Plänen von Helmut Bornefeld gebaut und 2017 überholt.Information zur Orgel auf Organ index, abgerufen am 1. Mai 2024. Sie füllt ganz den kurzen spätgotischen Choranbau aus.

Literatur Hermann Kissling: Die Kirche in Täferrot. (Hrsg.) Evang. Kirchengemeinde, Täferrot/Ostalbkreis, 1984

Die Afra-Kirche in Täferrot. Kirchenführer (Faltblatt). (Hrsg.) Evangelische Kirchengemeinde Täferrot, 2005

Weblinks

Website der Kirchengemeinde Datenblatt von kirchbau.de Eintrag auf der Website der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Ostalbkreis St Afra St Afra Kategorie:Afrakirche Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Chorturmkirche Kategorie:Erbaut in den 1490er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Gotisches Bauwerk im Ostalbkreis