Otto Boll (* 1952 in Issum) ist ein deutscher Bildhauer.
Leben und Werk Otto Boll studierte von 1975 bis 1980 an der Abteilung für Kunsterzieher Münster der Kunstakademie Düsseldorf bei dem abstrakt arbeitenden Ernst Hermanns. Er arbeitet als freischaffender Künstler und stellt seine filigranen, in der Stille des Raumes schwebenden Skulpturen aus geschwärztem Metall weltweit aus. Er lebt und arbeitet am Niederrhein.
Werke von Otto Boll befinden sich in namhaften privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter die Sammlung Deutsche Bank, die Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, die Kunsthalle Recklinghausen und viele andere.
Otto Boll ist ein Künstler, der von einer explizit minimalistischen Auffassung ausgeht. Seine Werke sind stark reduzierte Formen aus Stahl, die im Raum schweben, ihn fast durchschneiden. An kaum sichtbaren Nylonfäden aufgehängt, scheinen diese Skulpturen – in die Luft gezeichnete Linien – zu schweben und die Fläche und den Raum über sich zu bewohnen. Er verwendet 3 mm dicke Stahlstreifen, deren Spitze er so lange schärft, bis sie so dünn ist, dass ihre äußere Begrenzung verschwindet. Auf diese Weise ist der Künstler in der Lage, visuelle Aussagen zu treffen, die sich an der Grenze bewegen: Die Arbeiten oszillieren zwischen An- und Abwesenheit, Gesehenem und Ungesehenem und suggerieren sowohl Materialität als auch Leere. Auf diese Weise gelingt es dem Künstler, die Vorstellung des Betrachters von Solidität zu irritieren.
Auszeichnungen 1980: Caspar-von-Zumbusch-Preis 1981–1982: Karl Schmidt-Rottluff-Stipendium 1981: Förderpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Förderpreis der Jürgen Ponto-Stiftung zur Förderung junger Künstler und Kunstpreis 'junger westen' der Stadt Recklinghausen 1990: Piepenbrock-Förderpreis für Bildhauerei
Ausstellungen (Auswahl) 1984: Ausstellung der Stipendiaten der Karl Schmidt-Rotluff-Förderungsstiftung, Brücke-Museum Berlin 1995: Schweben – Antigrav in der Plastik, Skulpturen Museum Marl 1996: Unterwegs, Städtisches Museum Recklinghausen 1998: Goethe-Institut, Houston 2007: Back and Forth 01, Villa Grisebach, Berlin 2009: Linien stiller Schönheit, Museum DKM, Duisburg / In-Finitum, Palazzo Fortuny, Venedig 2011: Schönewald Fine Arts, Düsseldorf / TRA, Palazzo Fortuny, Venedig 2012: Axel Vervoordt Gallery, Antwerpen 2014: Konzept-Form-Raum, Schönewald Fine Arts, Düsseldorf 2015: Allez les Boules, Kunsthalle Recklinghausen / Proportio, Palazzo Fortuny, Venedig / Clear Form, Galerie Forsblom, Helsinki 2015–2016: In Space – Arbeiten von Otto Boll, Galerie Dierking, Zürich 2017: Sculptures, Galerie Forsblom, Helsinki / Otto Boll, Axel Vervoordt Gallery, Hong Kong / Ernst Hermanns und sechs Preisträger aus siebzig Jahren. 70 Jahre junger westen, Museum DKM, Duisburg 2018: PER KESSELMAR – paintings / OTTO BOLL – sculptures, Dierking, Zürich 2019: Otto Boll – Skulpturenpark Waldfrieden, Cragg Foundation Wuppertal 2021: Widening the Language, Axel Vervoordt Galerie, Antwerpen / OTTO BOLL – FOUND OBJECTS – VIEWING TOOLS, Dierking, Zürich 2023: Otto Boll – Space Walk, Axel Vervoordt Gallery, Hong Kong
Literatur OTTO BOLL. SCULPTURES / SKULPTUREN. Hrsg. Otto Boll, Dierk Dierking. Anlässlich der Ausstellung Otto Bolls im Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal. ISBN 978-3-96098-638-6. Ernst Hermanns und sechs Preisträger aus siebzig Jahren. 70 Jahre „junger westen“ 25.03.2017 – 24.09.2017. Museum DKM, Duisburg
Weblinks Kunst mitten in der Natur: Minimalistische Skulpturen von Otto Boll Otto Boll: Kunst mit der Schleifmaschine Auf die Spitze getrieben OTTO BOLL. Dierking Galerie Otto Boll - Artist represented by Axel Vervoordt Gallery Otto Boll - Artists - Galerie Forsblom Otto Boll und der Begriff des ‚Neuen‘
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Mann