Flow ist ein Animationsfilm von Gints Zilbalodis. Der lettische Originaltitel Straume bedeutet „Strom, Strömung“. Der Film setzt Zilbalodis’ Kurzfilm Aqua thematisch und erzählerisch fort und erzählt die Geschichte einer Gruppe von Tieren, die sich in einer Welt nach einer Katastrophe zurechtfinden. Er kommt ohne Sprache aus und verwendet nur Tierlaute. Der Film feierte im Mai 2024 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere. Der Kinostart in Frankreich erfolgte Ende Oktober 2024, in Deutschland Anfang März 2025. Der Start in Österreich erfolgte bereits Anfang Februar 2025, dort lautet der Titel samt Untertitel Flow – Als die Katze die Angst vor dem Wasser verlor.

Flow wurde von Lettland als Beitrag für die Oscarverleihung 2025 als bester Internationaler Film eingereicht und im Rahmen des Europäischen Filmpreises 2024 als bester Animationsfilm ausgezeichnet. Bei den Golden Globe Awards 2025 wurde er ebenfalls als bester Animationsfilm ausgezeichnet. Im Rahmen der Oscarverleihung 2025 war Flow nicht nur als bester Animationsfilm, sondern auch als bester internationaler Film nominiert. Er gewann den Oscar für den besten Animationsfilm.

Handlung Eine junge, dunkelgraue Katze streift durch einen Wald. Sie trinkt aus einem Fluss, als ein Rudel Hunde sie aufscheucht, um Fische zu fangen. Als sich zwei Hunde um einen Fisch streiten, kommt die Katze aus ihrem Versteck und schnappt sich den Fisch, worauf die Hunde sie verfolgen. Die Katze entkommt, gerät aber in eine Gruppe von Rehen, die vor einer Sturzflut flieht. Die Katze und einer der Hunde, ein Labrador Retriever, werden von der Flut mitgerissen, können sich aber an Land retten.

Der Labrador folgt der Katze zu einem verlassenen Haus mit hölzernen Katzenskulpturen, welches die Schlafstätte der Katze ist. Der Wasserspiegel steigt jedoch weiter und der Labrador springt schließlich zu den anderen Hunden auf ein Boot und ermutigt die Katze, ihm zu folgen. Diese zögert aber und bleibt bei ihrem Haus.

Als auch das Haus unter Wasser steht, klettert die Katze auf eine riesige Katzenstatue, bis das Wasser auch bis zum Kopf der Statue reicht. In ihrer Not springt die Katze in ein herannahendes Segelboot, auf dem bereits ein Wasserschwein Zuflucht gefunden hat.

Am nächsten Morgen, als das Boot durch den überschwemmten Wald treibt, beobachtet die Katze Fische im Wasser, als ein Sekretärvogel auf dem Boot landet. Erschreckt geht die Katze über Bord und beginnt zu sinken, doch ein riesiger drachenartiger Wal rettet sie vor dem Ertrinken. Auf dem Rücken des Wals sitzend, packt sie der Sekretärvogel und fliegt mit ihr davon. Während des Fluges erblickt die Katze in der Ferne massive Steinsäulen. Die Katze versucht sich zu befreien und der Sekretärvogel lässt sie über dem Boot fallen.

Kurz darauf, der Wasserspiegel steigt weiterhin, hilft das Wasserschwein einem Katta, mit seinem Korb voller Schmuckstücke an Bord zu kommen. Das Wasserschwein pflückt eine Bananenstaude, für die Gemeinschaft, von der die Katze, als Fleischfresser, aber nichts isst. Während sie weitertreiben, träumt die Katze im Schlaf, dass sie von einer Herde Hirsche umkreist wird. Sie blickt zu den massiven Steinsäulen, bevor sie von einer Flut weggeschwemmt wird. Dann wacht sie auf.

Später am selben Tag stranden die drei Tiere an Land, wo der Labrador auf sie trifft. Die hungrige Katze beobachtet wieder Fische im Wasser, was dem Sekretärvogel auffällt, der vorher schon einmal im Boot landete. Er legt für die Katze einen Fisch, den er im Schnabel trägt, auf den Waldboden. Die Katze, zuerst schüchtern, ist kurz davor, den Fisch zu essen, als ein anderer Sekretärvogel, Anführer des Schwarms, landet und die Katze verscheucht. Die Vögel fliegen davon zu ihrer Gruppe, die Katze folgt ihnen neugierig. Als die Katze die Vogelgruppe aus sicherer Entfernung beobachtet, stoßen der tollende Hund und der Katta die Katze und die drei Tiere purzeln in die Vogelgruppe. Der Anführer baut sich drohend vor der Katze auf. Da stellt sich der Vogel, welcher der Katze vorher den Fisch hingelegt hatte, schützend vor sie. Es kommt zum Konflikt zwischen den beiden Vögeln, welchen der Anführer gewinnt. Er drückt den Kontrahenten zu Boden und andere Mitglieder des Schwarms verletzen ihn am Flügel, sodass er nun nicht mehr fliegen kann und aus der Gruppe ausgestoßen ist. Er schließt sich den Tieren auf dem Boot an und sie segeln weiter.

Am nächsten Tag erreicht die Gemeinschaft eine halb versunkene Stadt nahe dem Fuß der massiven Steinsäulen. Der Labrador bringt dem das Boot steuernden Sekretärvogel den Glasschwimmer des Lemuren, um ihn zu apportieren. Dieser wirft den Schwimmer jedoch uninteressiert über Bord. Der verzweifelte Lemur möchte das Boot wenden, um seinen Besitz zurückzuerlangen, worauf es zu einer Rauferei mit dem Sekretärvogel kommt. Durch den Kontrollverlust verfängt sich der Mast des Bootes in einem Baum. Der Drachenwal springt jedoch aus dem Wasser, und die entstehenden Wellen helfen, das Boot vom Baum zu befreien. Die Katze, die beim Schwimmen mit dem Wasserschwein ihre Fähigkeiten verbessert hat, fängt für die Gruppe Fische.

Später sieht die Crew die anderen Hunde vom Beginn des Films, die in einem Glockenturm gestrandet sind. Labrador und Wasserschwein möchten die Hunde retten, doch der steuernde Sekretärvogel stimmt zuerst nicht zu. Erst als die Katze sanft Einfluss nimmt, willigt er ein und überlässt das Ruder. Die geretteten Hunde sorgen allerdings für etwas Unruhe an Bord, wobei der geliebte Handspiegel des Katta zu Bruch geht.

Als das Boot während eines schweren Sturms durch die riesigen Steinsäulen fährt, fliegt der Sekretär davon. Die Katze fällt vom Boot und schwimmt an Land. Sie steigt die Treppe zu einer Steinsäule hinauf und findet dort den Sekretär auf einer labyrinthartigen Schnitzerei im Boden. Für kurze Zeit verschwindet die Schwerkraft und ein Lichtportal öffnet sich über den zwei Tieren. Sie sind vorübergehend schwerelos. Der Sekretär fliegt dem Licht entgegen. Die Katze schwebt zurück zum Boden und bleibt alleine zurück.

Sie rennt die Treppe hinunter und versucht, zum Boot mit den anderen Tieren zurückzuschwimmen, doch es ist zu weit entfernt. Sie findet den Glasschwimmer des Katta und nutzt ihn, um sich über Wasser zu halten. Plötzlich sinkt der Wasserspiegel rapide. Es öffnen sich massive Verwerfungen in der Erde, das Wasser fließt ab.

Die Katze streift durch den Wald, auf der Suche nach ihren Freunden. Zuerst findet sie den Katta, der einige Artgenossen getroffen hat und sich mit ihnen wie gewohnt eitel in einem Handspiegel betrachtet und die Katze ignoriert. Als die Katze jedoch alleine weitergeht, folgt er ihr doch.

Sie suchen zusammen weiter und finden schließlich das Boot, das beim plötzlichen Sinken des Wasserspiegels an einem Baum hängen geblieben ist, über einem Abgrund. In ihm immer noch die Hunde und das Wasserschwein. Die Hunde springen an Land, doch gerade als das Wasserschwein nachfolgen will, beginnt der Baum zu brechen und entfernt das Boot von der Klippe. Die Katze klettert auf den Baum und gibt das Bootseil an den Lemur und die Hunde weiter, die das Boot zu sich ziehen. Als ein Kaninchen vorbeihuscht, jagen die anderen Hunde ihm hinterher, nur der Labrador bleibt und hilft dem Katta weiter, das Boot an die Klippe heranzuziehen. Die Katze stürzt vom brechenden Baum ins Boot, wird aber vom Wasserschwein aufgefangen. Beiden gelingt es im letzten Moment, vom Boot zu springen, bevor es mit dem Baum in die Tiefe stürzt.

Die vier Freunde feiern ihre Rettung, da kommt es zu einer weiteren Massenpanik der Hirsche. Die Katze läuft diesen hinterher, um die Lage zu erkunden, und trifft dabei auf den im Wald gestrandeten Drachen-Wal. Sie tröstet den Wal und betrachtet dabei traurig die massiven Steinsäulen im Hintergrund, sich an den Sekretär erinnernd. Labrador, Katta und Wasserschwein kommen hinzu und die vier Tiere betrachten ihr Spiegelbild in einer Wasserpfütze.

In einer Szene nach dem Abspann taucht ein Drachenwal im Meer auf.

Produktion mini|hochkant=0.8|Regisseur Gints Zilbalodis Regie führte Gints Zilbalodis, der gemeinsam mit Matīss Kaža auch das Drehbuch schrieb. Zilbalodis übernahm auch die Kamera bei dem 3D-CG-Film. Der lettische Filmemacher ist vor allem für seinen Animationsfilm Away – Vom Finden des Glücks bekannt, der im März 2020 in die deutschen Kinos kam.Animated Features 'Flow', 'The Most Precious of Cargoes' Added to Cannes Selection. In: animationmagazine.net, 22. April 2024. Abgerufen am 23. April 2024. Bereits in seinem selbstproduzierten, siebenminütigen Animationsfilm Aqua von 2012, bei dem er seine erworbenen Fähigkeiten im Umgang mit Software wie Photoshop, Toon Boom Animate Pro, After Effects, Logic Pro und Final Cut Pro einfließen ließ, erzählte er von einer Katze, deren Lebensraum während einer Naturkatastrophe von einer Flut überschwemmt wird und die versuchen muss, sich an ihre neue Umgebung anzupassen. Mit Flow setzt Zilbalodis die Geschichte seines Kurzfilms fort und ergänzt diesen thematisch um soziale Toleranzen.David Cuevas: „Flow“. In: nextbestpicture.com, 22. Mai 2024. Die Umsetzung erfolgte mit Blender.

Die Filmmusik komponierte Rihards Zaļupe. Mit Abandoned City und Dog Chase veröffentlichte Milan Records Ende August 2024 die ersten beiden Stücke der Filmmusik. Zalupe schrieb diese gemeinsam mit Regisseur Zilbalodis.First Tracks from Gints Zilbalodis’ & Rihards Zalupe’s 'Flow' Score Released. In: filmmusicreporter.com, 23. August 2024. Das komplette Soundtrack-Album mit insgesamt 23 Musikstücken wurde Anfang November 2024 als Download veröffentlicht.'Flow' Soundtrack Album Released. In: filmmusicreporter.com, 1. November 2024.

Die Premiere des Films erfolgte am 22. Mai 2024 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo er in der Reihe Un Certain Regard gezeigt wurde.'Flow' von Gints Zilbalodis, in der Auswahl Un Certain Regard bei den Filmfestspielen von Cannes 2024. In: sortiraparis.com, 23. April 2024. Kurz zuvor wurde der erste Trailer vorgestellt.Gints Zilbalodis Teases „Flow“ ahead of Cannes Debut. In: animationmagazine.net, 15. Mai 2024. Im Juni 2024 wurde Flow beim Festival d’Animation Annecy ebenfalls im Wettbewerb gezeigt und hiernach beim Festival Internacional de Cine en Guadalajara.