mini|Evangelische Kirche Wachbach Die Evangelische Kirche (auch St. Georg) steht in der Nähe von Schloss Wachbach im Bad Mergentheimer Stadtteil Wachbach im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehörte bis Ende 2024 zum bisherigen Kirchenbezirk Weikersheim und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Bad Mergentheim im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Geschichte und Baubeschreibung mini|Innenraum, Blick zur Orgel Die Kirche Wachbach gibt viele Rätsel auf. Bisher ist nicht bekannt, zu welchem Bistum sie einstmals gehörte, auch das Patrozinium ist ungeklärt. Sie war offenbar Königsgut und kam später an die Herzöge von Bayern. Danach gehörte sie den Reich von Mergentheim und dem Haus Hohenlohe. In der Reformationszeit gehörte der Ort den Herren von Adelsheim, welche zwischen 1530 und 1540 die Reformation einführten. Dennoch gab es weiterhin auch katholische Bewohner, da das Dorf zum Teil dem Deutschen Orden unterstand. Bis zu schweren Auseinandersetzungen im Jahre 1610 wurde die Kirche als Simultankirche genutzt.

Der erste Kirchenbau entstand vermutlich in merowingischer Zeit, erstmals erwähnt wird sie 1045. Sie war Mutterkirche für viele umliegende Gemeinden und mit Stiftungen und Pfründen reich ausgestattet. Schon seit 1374 sind die Pfarrer namentlich bekannt. Die typische frühe fränkisch-romanische Saalkirche besteht aus einem Langhaus und einem Chorturm im Osten, der ursprünglich zu einer Wehrkirche gehörte. Sein oberstes Geschoss enthält die Turmuhr und hinter den Klangarkaden den Glockenstuhl mit drei Kirchenglocken. Er ist mit einem Knickhelm bedeckt.

Ausstattung Der Innenraum des schmucklosen Langhauses ist mit einer Flachdecke überspannt, die des Turmchors mit einem Kreuzrippengewölbe, dessen Rippen auf kunstvoll gearbeiteten Konsolen (z. B. Löwenkopf, Kleeblatt) ruhen. In der Zeit des Barock wurde die zunächst abgehängte Flachdecke entfernt, um den Chorbogen zu erweitern. Dadurch liegt der säulengestützte Längs-Unterzug frei. Er ist ein Hinweis auf das Alter des Dachwerks: Es musste noch ohne die später übliche Konstruktion aus liegendem Stuhl und Hängesäulen auskommen.

Im Chor sind an der Wand Epitaphe von Mitgliedern der Ortsherrschaft von Adelsheim erhalten.

In der westlichen Giebelwand fällt ein seltenes und bauzeitlich sehr frühes Radfenster auf, durch das wohl vor dem Einbau der dreiseitigen Empore und dort im Westen der Orgel die Abendsonne den Altar erreichte.

Die Orgel mit 15 Registern wurde 1964 von Aug. Laukhuff nach Plänen von Helmut Bornefeld gebaut.Information zur Orgel auf Organ index, abgerufen am 25. April 2024.

Literatur

Ulrich Bernecker, Regine Burdinski: Unsere Kirchen. Ein Führer zu den Gotteshäusern des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim. (Hrsg.) Ev. Dekanat Weikersheim 2003, Seite 113–116.

Weblinks

Die Kirchengemeinde Wachbach-Herbsthausen auf der Website des Ev. Kirchenbezirks Hohenlohe Kirchbaudatenblatt

Einzelnachweise

Evangelische Kirche Wachbach Evangelische Kirche Wachbach Kategorie:Georgskirche Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Chorturmkirche Kategorie:Romanische Kirche Kategorie:Bauwerk der Romanik im Main-Tauber-Kreis Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert Kategorie:Kirchengebäude in Europa