Markt Hartmannsdorf ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Rittscheintal in der Oststeiermark. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk und Bezirk Weiz.

Gemeindegliederung Zur Marktgemeinde gehören vier Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Hartmannsdorf () Oed () Pöllau bei Gleisdorf () Reith ()

Die Gemeinde gliedert sich in fünf Ortschaften und weitere Ortsteile (Einwohner Stand ): Bärnbach () Markt Hartmannsdorf () Oed () Pöllau bei Gleisdorf () Pöllau Oberberglen Widenwinkel Reith bei Hartmannsdorf () Reith Reithgraben Großegg

Eingemeindungen und Namensänderungen Am 1. Juni 1951 wurden die Gemeindenamen von Oed und Reith in „Oed bei Gleisdorf“ bzw. „Reith bei Hartmannsdorf“ geändert.LGBL. STMK. Nr. 037/1951 Am 1. Jänner 1952 wurde die ehemalige Gemeinde Oed bei Gleisdorf in Hartmannsdorf eingemeindet.LGBL. STMK. Nr. 065/1951 Am 1. August 1964 wurde Hartmannsdorf die Bezeichnung „Marktgemeinde“ verliehen.LGBL. STMK. Nr. 169/1964 Am 1. Jänner 1973 wurde der Gemeindename der Marktgemeinde Hartmannsdorf in „Markt Hartmannsdorf“ geändert.LGBL. STMK. Nr. 138/1972 Am 1. Jänner 1976 wurden die ehemaligen Gemeinden Pöllau bei Gleisdorf und Reith bei Hartmannsdorf in Markt Hartmannsdorf eingemeindet.LGBL. STMK. Nr. 198/1975

Nachbargemeinden Zwei der neun Nachbargemeinden liegen im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (HF), vier im Bezirk Südoststeiermark (SO).

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1232. Es gibt Zeugnisse einer frühgeschichtlichen Besiedlung in Form sogenannter „Keltengräber“. Hartmann, ein Ritter der 1138 errichteten Riegersburg, wird als Gründer genannt. Hartmannsdorf hieß bis 1922 „Windisch-Hartmannsdorf“. Das weist darauf hin, dass die im 12. Jahrhundert eingewanderten deutschen Siedler Reste einer dünnen slawischen Bevölkerung vorgefunden haben, die sich nur in versteckten Randlagen halten konnten. Hier sind im 12. Jahrhundert noch Reste eines Verbindungsweges vorhanden gewesen, nach denen die Dörfer ausgerichtet wurden. So setzte die deutsche Besiedlung im Herrschaftsgebiet der Riegersburg im Rittscheintal ein, wobei Hartmannsdorf im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts als Straßendorf längs des alten Verbindungsweges durch das Rittscheintal neu gegründet worden ist. Der alte Name Windisch-Hartmannsdorf bedeutet also nicht ein windisches Dorf, sondern vielmehr eine deutschsprachige Siedlung im windischen Gebiet.

Bevölkerungsentwicklung Von 1990 bis 2011 waren sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz positiv.

2026 lebten sogar schon 2997 Menschen in Markt Hartmannsdorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Hartmannsdorf mini|hochkant|Die Kapelle Ulrichsbrunn mit Quelle unter der Kapelle mini|hochkant|Kloster der Grazer Schulschwestern

Katholische Pfarrkirche Hartmannsdorf hl. Radegundis Ulrichsbrunn ist eine Wallfahrtskapelle mit einer Quelle circa zwei Kilometer außerhalb des Ortes gelegen. Das Wasser der Quelle soll Augenleiden heilen. Das Gebiet rund um die Kapelle ist Quellschutzgebiet, die Quelle ist ein wichtiger Teil der Trinkwasserversorgung für den Ort. Nach dem Buch „s'Marterl“ von Stjepan Drvoderic besagt eine Legende, dass vor sehr langer Zeit, dort wo heute die Ulrichsbrunnkapelle steht, eine ganze Stadt errichtet war, welche jedoch im von der Quelle aufgeweichten Boden versunken sein soll. Weiters soll ein Wanderer, der in Vollmondnächten die Kapelle aufsucht, immer noch die aus dem Boden herausragende Kirchturmspitze sehen können. Sollte der Unglückliche jedoch die Kirchturmspitze berühren, so wird er laut Legende in die versunkene Stadt hinab gezogen, und muss dort für immer verweilen.

Wirtschaft und Infrastruktur Die Landwirtschaft (Obst, Mais, Kürbis) dominiert. Es gibt einige Kleingewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, die auch den Gewerbepark als Betriebsstandort nutzen.

Verkehr Bahn: Markt Hartmannsdorf besitzt keinen Anschluss an das Schienenverkehrsnetz. Die nächste Haltestelle der steirischen Ostbahn ist die Station Sankt Margarethen-Takern (rund acht Kilometer entfernt), die nächsten größeren Bahnhöfe liegen in Gleisdorf und Feldbach (je rund 13 km entfernt). Bus: Von Markt Hartmannsdorf aus sind per Postbus unter anderem Graz, Gleisdorf, Riegersburg und Fürstenfeld direkt erreichbar. Straße: In Markt Hartmannsdorf kreuzen sich zwei Landesstraßen. Die Feldbacherstraße L 225 führt über Auersbach in die Bezirkshauptstadt Feldbach. Die Rittscheintalstraße L 366 führt von Hofstätten an der Raab bei Gleisdorf nach Walkersdorf (Gemeinde Ottendorf an der Rittschein). Die nächstgelegene Autobahn ist die Süd Autobahn A 2, die Anschlussstelle bei Sinabelkirchen befindet sich rund acht Kilometer, jene bei Gleisdorf-Süd rund zwölf Kilometer und die bei Ilz-Fürstenfeld rund 15 km vom Ort Markt Hartmannsdorf entfernt.

Bildung In Markt Hartmannsdorf gibt es drei Schulen: Volksschule, Neue Mittelschule (NMS) (ca. 300 Schüler) und die Musikschule Ilz/Markt Hartmannsdorf. Die Volksschule wurde 2007 mit dem höchsten steiermärkischen Schulpreis, dem Pädagogischen Panther ausgezeichnet.Dr. Peter Härtel, Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft: Preisträger/innen 2007. Beitrag zur Preisverleihung an die Preisträger/innen des Pädagogischen Panthers 2007, Graz-Burg, Weißer Saal, 2. Juli 2007 (, lsr-stmk.gv.at).

Politik

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Die Mandatsverteilung nach den Gemeinderatswahlen zeigt die Tabelle: Jahr ÖVP SPÖ FPÖ Grüne NEOS 2000 11 - 3 1 - 2005 10 3 1 1 - 2010 10 3 1 1 - 2015 10 - 3 2 - 2020 10 - 2 2 1

Bürgermeister

1991–2008 Anton Freiberger (ÖVP) 2009–2024 Otmar Hiebaum (ÖVP) seit 2024 Roman Thomaser (ÖVP)

Gemeindepartnerschaften Lánycsók, Ungarn; seit 1993 in „markt hartmannsdorfer nachrichten, 559. folge, august 2018“.

Wappen und Flagge Hartmannsdorf erhielt 1959 ein Gemeindewappen. Es ist abgeleitet von der Äbtissin und Pfarrpatronin der Hl. Radegundis. Diese Heilige wurde mit zwei Wölfen und einer Krone als Beigaben dargestellt.

Die heraldische Beschreibung (Blasonierung) des Wappens lautet: „In von Blau und Silber geviertem Schild in Feld 1 der goldene obere Teil eines Bischofstabes, in 4 eine goldene Krone; in den silbernen Feldern 2 und 3 ein blauer, rot bezungter Wolfskopf.“

Die Gemeindeflagge hat zwei Streifen in den Farben Blau-Weiß mit dem Wappen.Eintrag zu Markt Hartmannsdorf auf der Seite kommunalflaggen.eu

120px|rechtsDas 1976 eingemeindete Pöllau bei Gleisdorf hatte seit 1966 ein Wappen: „In einem von Rot und Silber gespaltenen Schild vorn ein silbernes Malteserkreuz, hinten ein schwarzer geflügelter Greifenfuß.“

Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde

1988: Rupert Wieser-Holper (* 1928 in Knittelfeld), langjähriger Feuerwehrkommandant, Gemeinderat 2004: Peter Simonischek (* 1946 in Graz; † 2023 in Wien), Schauspieler 2009: Anton Freiberger (* 1956 in Hartberg), Bürgermeister von Markt Hartmannsdorf (1991–2008)„Toni Freiberger – Ehrenbürger von Markt Hartmannsdorf“, Homepage der Gemeinde Markt Hartmannsdorf, 16. Juni 2009.

Söhne und Töchter der Gemeinde David Schloffer (* 1992), Fußballspieler Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Frido Hütter (* 1950), Journalist

Literatur Hermann Zoller: Chronik Markt Hartmannsdorf. Markt Hartmannsdorf 2003Chronik. Gemeinde Markt Hartmannsdorf bei Web-Books im Austria-Forum. Hermann Zoller, Markt Hartmannsdorf, 2003, 154 S. Hermann Zoller: Chronik Krieg und Nachkriegszeit Markt Hartmannsdorf, Die 30iger Jahre – Das nationalsozialistische Regime – Die Zeit des 2. Weltkrieges – Die unmittelbare Nachkriegszeit. Markt Hartmannsdorf 2011Digitalisat bei Web-Books im Austria-Forum. Hermann Zoller, Markt Hartmannsdorf, 2003, 38 S.

Weblinks

www.markt-hartmannsdorf.at Homepage der Marktgemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Weinbaugemeinde in der Steiermark Kategorie:Ersterwähnung 1232