September & July (Originaltitel September Says) ist ein Filmdrama von Ariane Labed. Der Film mit Pascale Kann und Mia Tharia in den Hauptrollen als ungleiche Schwestern basiert auf dem Roman Sisters von Daisy Johnson. September & July ist Labeds Regiedebüt und feierte im Mai 2024 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere, wo die Regisseurin für die Caméra d’Or nominiert war. Anfang März 2025 kam der Film in die deutschen Kinos.
Handlung Die beiden Geschwister July und September sind sehr verschieden, doch sie haben ein inniges Verhältnis. Sie leben mit ihrer alleinerziehenden Mutter Sheela zusammen in Oxford. September hat gegenüber ihrer Schwester einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und ist Fremden gegenüber misstrauisch, während sich July der Welt gegenüber offen und neugierig zeigt. Als September von der Schule suspendiert wird, zieht Sheela mit den Mädchen in das alte Sommerhaus einer Verwandten in Irland.
Sheela, die unter Depressionen leidet, beginnt hier in der kleinen Küstenstadt aufzublühen. Eine elegante Frau wie sie, zudem noch mit indischem Erbe, haben die Männer in der Stadt noch nicht gesehen. Sie besucht die örtliche Kneipe und sucht sich Männer für Sex.Sophie Monks Kaufman: 'September Says' Review: Ariane Labed Moves from Acting to Directing with a Disturbing Portrait of Codependent Sisters. In: indiewire.com, 21. Mai 2024.
Literarische Vorlage Der Film basiert auf dem Roman Sisters der Britin Daisy Johnson.Filmfestspiele Cannes mit geförderter Produktion „September Says“. In: filmstiftung.de, 11. April 2024. Abgerufen am 23. August 2024. Darin hat Mutter Sheela ihre beiden Mädchen September und July von der Schule genommen und sich von Oxford in ein Haus ihrer Schwägerin Ursa in Yorkshire geflüchtet. Peter, der Vater der Mädchen, ertrank im Schwimmbad eines Hotels, als sie noch klein waren. Er war gewalttätig und labil. Ihr neuer Unterschlupf ist ein heruntergekommenes Haus namens „The Settle House“ in den North York Moors und liegt direkt am Meer.'Sisters', by Daisy Johnson: An Excerpt. In: The New York Times, 25. August 2020. Auch Johnsons 2016 veröffentlichte Geschichtensammlung Fen spielte in unmittelbarer Nähe des Wassers.Erica Wagner: Sisters by Daisy Johnson review – too close for comfort. In: The Guardian, 12. August 2020. In ihrem Debütroman Everything Under (in der deutschen Übersetzung Untertauchen) von 2020 erzählt sie von einer gestörten Mutter-Tochter-Beziehung. Die junge Protagonistin, die Lexikografin Gretel, lebte als Kind mit ihrer Mutter auf einem Hausboot, wuchs aber dann bei Pflegefamilien auf, als diese plötzlich weg war.Alex Clark: Daisy Johnson: 'It’s not an easy time to be looking at yourself or other people'. In: The Guardian, 7. August 2020. Für diesen Roman wurde Johnson als Finalistin für den Booker Prize bestimmt und war mit 27 Jahren die jüngste Autorin, der diese Ehre zuteilwurde.Daisy Johnson. In: penguin.de. Abgerufen am 5. Mai 2024.Sisters: An Extract. In: killyourdarlings.com, 2. September 2020.
Produktion Regie, Drehbuch und Filmschnitt mini|hochkant|Regisseurin Ariane Labed Regie führte die französische Theater- und Filmschauspielerin Ariane Labed, die auch das auf Johnsons Roman basierende Drehbuch schrieb. Es handelt sich um ihr Spielfilmdebüt. Als Schauspielerin war Labed zuletzt in den Filmen Flux Gourmet, Avant l’effondrement, Le Vourdalak und Swimming Home zu sehen. Die vielfach für ihre Arbeit ausgezeichnete, deutsche Filmeditorin Bettina Böhler, mit der Labed zusammenarbeitete, war zuletzt für die Filme A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe von Nicolette Krebitz und Roter Himmel von Christian Petzold tätig.
Besetzung und Synchronisation Mia Tharia, bekannt aus der Fernsehserie Phoenix Rise, in der sie in 20 Folgen in der Rolle von Polly zu sehen war, spielt July. Als Mädchen wird diese von Amelia Valentina Pankhania gespielt. Pascale Kann ist in der Titelrolle als ihre Schwester September zu sehen. Für sie handelt es sich um ihre erste Filmrolle. In weiteren Rollen sind Rakhee Thakrar als ihre Mutter Sheela, Barry John Kinsella, Cal O’Driscoll und Niamh Moriarty zu sehen.
Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Daniel Käser im Auftrag der logoSynchron GmbH in Köln.https://www.synchronkartei.de/film/59377
Darsteller Synchronsprecher RollePascale KannSophia MünsterSeptember Mia ThariaAlma LühnJuly Colm LambeVolker NiederfahrenhorstBarkeeper Donna Anita NikolaisenAnna RöserBiologielehrerin Niamh MoriartyJohanna GiraudJennifer Cal O'DriscollNicolas RathodJohn Barry John KinsellaBen SteinhoffKabelmann Levi O'SullivanLeon SeidelLeo Shane ConnellanHeiko ObermöllerMann in einer Bar Emmanuel OkoyeDaniel KäserMathematiklehrer Maeron LibomiGerrit SchaetzingRyan Saoirse FlynnHannah Marie BahloSaoirse Rakhee ThakrarDemet FeySheela Sofia LennonaJohanna GiraudSiobhan Valerie O'ConnorChris NonnastSportlehrerin Justin Daniel AneneGerrit SchaetzingWalter
Filmförderung und Dreharbeiten Der Film wurde vom British Film Institute, von Screen Ireland, mit 350.000 Euro von Eurimages und mit 200 000 Euro von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert.David González: Eurimages supports 33 co-productions. In: cineuropa.org, 4. Juli 2023.
Die Dreharbeiten fanden in Dublin statt. Der französische Kameramann Balthazar Lab, der 2015 die Filmhochschule La Fémis abschloss, war zuletzt für das Filmdrama La Jauría von Andrés Ramírez Pulido und für Comme le feu von Philippe Lesage tätig.Festival de Cannes 2024 : 8 films réalisés par des diplômé.e.s et plus de 160 aux générique de 62 films dont 16 produits par des diplômé.e.s. In: femis.fr, 29. April 2024. (Französisch)
Filmmusik und Veröffentlichung mini|hochkant=0.7|Die Filmmusik komponierte Oscar-Preisträger Johnnie Burn Die Filmmusik komponierte Johnnie Burn. Als Tontechniker für den Film The Zone of Interest wurde der Brite 2024 mit einem Oscar ausgezeichnet.
Die Premiere des Films erfolgte am 21. Mai 2024 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo er in der Reihe Un Certain Regard gezeigt wurde. Im Juni 2024 wurde er beim Sydney Film Festival vorgestellt.September Says. In: sff.org. Abgerufen am 8. Mai 2024. Im August 2024 wurde er beim Melbourne International Film Festival und beim Norwegischen Filmfestival in Haugesund gezeigt.September Says. In: miff.com. Abgerufen am 12. Juli 2024. Ende September, Anfang Oktober 2024 wurde September & July Filmfest Hamburg vorgestellt.September Says. In: filmfesthamburg.de. Abgerufen am 10. September 2024. Ebenfalls im Oktober 2024 wurde er beim Film Festival Cologne gezeigt. Im November 2024 wurde er beim Cork International Film Festival gezeigt. Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 6. März 2025. Im Juli 2025 wird der Film beim Revelation Perth International Film Festival gezeigt.September Says. In: revelationfilmfest.org. Abgerufen am 30. Mai 2025.
Rezeption Altersfreigabe und Kritiken In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. In der Freigabebegründung heißt es, der Film habe eine emotional intensive Grundatmosphäre und enthalte mehrere Szenen, in denen Minderjährige gemobbt, beleidigt oder bedroht werden. Diese Situationen würden jedoch nicht übermäßig ausgespielt. Auch die Darstellungen von Alkohol- und Vape-Konsum durch Minderjährige, eine zurückhaltend bebilderte Sexszene sowie eine Szene mit deutlich selbstschädigendem Verhalten bewegten sich in einem Rahmen, der Zuschauende ab 16 Jahren nicht überfordert.September & July. In: spio-fsk.de. Abgerufen am 6. März 2025. mini|hochkant=0.7|Rakhee Thakrar spielt Mutter Sheela Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 64 Prozent positiv bei einer durchschnittlichen Bewertung mit 5,7 von 10 möglichen Punkten.September Says. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 28. März 2025.
Marc van de Klashorst schreibt in seiner Kritik für die International Cinephile Society, besonders die sexuellen Eskapaden von Mutter Sheela würden Humor in den Film bringen, und die Szenen mit ihr seien auch willkommen. Vieles an Ariane Labeds sardonischer Komödie erinnere stark an die früheren Arbeiten ihres Ehemanns, des griechischen Regisseurs Giorgos Lanthimos, und man könne nur hoffen, dass ihre Karriere als Regisseurin dieselbe sein wird, wie ihre Schauspielkarriere.Marc van de Klashorst: Cannes 2024 review: September Says. In: icsfilm.org, 21. Mai 2024.
Savina Petkova vom Online-Filmmagazin Cineuropa hebt in ihrer Kritik den Filmschnitt von Bettina Böhler hervor, deren Arbeit maßgeblich zum inneren Rhythmus des Films und zur Entstehung erzählerischer Überraschungen beitrage. Sie erschaffe aus Weitwinkel- und Totalaufnahmen eine visuelle Welt für die enge Beziehung zwischen July und September, wobei die perfekt abgestimmte Dauer jeder Szene genau die richtige Menge an Informationen über den Handlungsverlauf preisgebe.Savina Petkova: Review: 'September Says'. In: cineuropa.org, 25. Mai 2024.
Auszeichnungen Cairo International Film Festival 2024 Nominierung im Critics’ Week CompetitionMariana Hristova: The Cairo International Film Festival is back for its 45th edition, with a full line-up revealed. In: cineuropa.org, 5. November 2024.
Cork International Film Festival 2024 Nominierung für den Best New Irish Feature AwardSeptember Says. In: corkfilmfest.org. Abgerufen am 16. Oktober 2024.
Dinard Festival of British and Irish Film 2024 Auszeichnung mit dem Ciné+ OCS Golden Hitchcock Award (Ariane Labed)Manuela Lazic: 'Unicorns' by Sally El Hosaini and James Krishna Floyd takes home two awards from Dinard. In: cineuropa.org, 7. Oktober 2024.
Film Festival Cologne 2024 Nominierung im NRW-WettbewerbSeptember Says. In: filmfestival.cologne. Abgerufen am 9. Oktober 2024.
Film Fest Gent 2024 Nominierung im WettbewerbSeptember Says. In: filmfestival.be. Abgerufen am 13. Oktober 2024.
Geneva International Film Festival 2024 Nominierung im Internationalen SpielfilmwettbewerbMuriel Del Don: The GIFF unveils its anniversary edition programme. In: cineuropa.org, 17. Oktober 2024.
Internationale Filmfestspiele von Cannes 2024 Nominierung für die Caméra d’Or (Ariane Labed) Nominierung in der Reihe Un Certain Regard (Ariane Labed)
Internationales Filmfestival Thessaloniki 2024 Nominierung im WettbewerbPatrick Kittler: Vier deutsche (Ko-)Produktionen konkurrieren um den Alexander. In: Blickpunkt:Film, 10. Oktober 2024.
Les Arcs Film Festival 2024 Auszeichnung mit dem Universciné Award (Ariane Labed)Fabien Lemercier: 'Kneecap' triumphs at Les Arcs. In: cineuropa.org, 23. Dezember 2024.
London Film Festival 2024 Nominierung im First Feature Competitionhttps://whatson.bfi.org.uk/lff/Online/default.asp?BOparam::WScontent::loadArticle::permalink=first-feature-competition
Sydney Film Festival 2024 Nominierung im Offiziellen Wettbewerb
Literatur Daisy Johnson: Sisters. Jonathan Cape, 2020, ISBN 978-1-78733-177-8
Weblinks
September Says im Programm der Internationalen Filmfestspiele von Cannes (englisch)
Einzelnachweise
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