Erhard Schreier (* 8. Januar 1934 in Pelsdorf, Bezirk Hohenelbe, Tschechoslowakei; † 10. September 2022 in Berlin-Karlshorst) war ein deutscher Gebrauchsgrafiker und Illustrator.Wedemeyer, Jürgen: Nachruf auf Erhard Schreier. In: Schattenwelt, Ausgabe 2–4 2022, S. 89 f.
Leben und Werk Schreier kam 1945 mit seinen Eltern als Vertriebener aus der Tschechoslowakei in die Altmark in der Sowjetischen Besatzungszone. Von 1945 bis 1948 nahm er privaten Unterricht im Zeichnen. Von 1950 bis 1953 studierte er an der Fachschule für angewandte Kunst Magdeburg und anschließend bis 1958 bei Ernst Jazdzewski, Werner Klemke, Arno Mohr, Paul Rosie und Klaus Wittkugel an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Danach arbeitete er in Berlin vor allem als Gebrauchsgrafiker. Insbesondere illustrierte er eine bedeutende Zahl von Büchern für den Greifenverlag, den Buchverlag Der Morgen, den Kinderbuchverlag Berlin, den Militärverlag der DDR, die Verlage Neues Leben und Junge Welt und den Urania-Verlag. Außerdem entwarf er Plakate, Zeitschriftenillustrationen, Prospekte für technische Anlagen, u. a. für den VEB Elektrokohle Lichtenberg, Kataloge, Inserate und Verpackungsmittel.
Schreiner schuf vor allem Pinsel- und Federzeichnungen, nutzte aber auch die Schabkunst. 1968 war Schreier einer von zehn Künstlern, die im Auftrag des Bezirksamts Grafiken für eine Mappe über Berlin-Treptow erstellten.
Als 1988 zur Vorbereitung geplanter Wohnungsbauten umfangreiche Abbrucharbeiten im Bereich der Ministergärten, wo sich der „Führerbunker“ befunden hatte, erfolgten, hielt Schreier sich dort mit Erlaubnis des Magistrats unter erheblichem persönlichen Risiko mehrere Monate auf. Er fertigte Skizzen, 387 Farbdias und rund 1.200 Fotoaufnahmen, die einen Eindruck von den früheren Bunkeranlagen geben.Sven Felix Kellerhoff: Mythos Führerbunker. Berlin Story Verlag, 2006, S. 121 Dieser Nachlass befindet sich heute im Archiv des Berliner Unterwelten e.V.
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR 1960, 1976, 1979, 1982 und 1986: Berlin, Bezirkskunstausstellungen 1962/1963, 1967/1968 und 1977/1978: Dresden, Fünfte und Sechste Deutsche Kunstausstellung und VIII. Kunstausstellung der DDR 1965: Berlin, Deutsche Akademie der Künste („Junge Künstler. Gebrauchsgraphik“) 1965: Leipzig, Internationale Buchkunst-Ausstellung 1979: Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm („Buchillustrationen in der DDR. 1949 – 1979“) 1982: Berlin, Galerie am Prater („Berliner Grafik XI.“)
Literatur Bernhard Nowak: Nur im Vorspann. Erhard Schreier. In: Bildende Kunst, Berlin 3/1969, S. 161–164 Schreier, Erhard. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 854
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