mini|hochkant|Pauluskirche in Zuffenhausen Die evangelische Pauluskirche steht in Zuffenhausen, einem Stadtbezirk der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart, in der Unterländer Straße 15. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Himmelsbogen Stuttgart Ev. Gesamtkirchengemeinde Himmelsbogen Stuttgart zum Kirchenkreis Stuttgart der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Namensgeber der Kirche ist Paulus von Tarsus.
Geschichte mini|hochkant|Blick zur Orgel Die Kirche wurde 1898 nach einem Entwurf von Heinrich Dolmetsch im Rundbogenstil erbaut. Durch Kriegseinwirkung brannte sie am 10. September 1944 aus. Architekt Hermann Gleiter baute die Pauluskirche in den Jahren 1951–56 in veränderter Form wieder auf. Bei der Innenrenovierung 1983/84 durch Architekt Heinz Rall 1983/84 wurde der Innenraum neu gestaltet.
Architektur Der neuromanische, kreuzförmige Zentralbau besteht aus einem Langhaus, einem Querschiff vor dem eingezogenen Chor im Süden und einem Kirchturm im Norden, der mit einem spitzen Helm bedeckt ist. In seinem Glockenstuhl hängen fünf Kirchenglocken. Der Innenraum wurde beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verändert. Er war 1903 mit neuromanischem Wanddekor durch den Kirchenmaler Wörnle gestaltet worden, einzelne Wandgemälde sowie die neun Medaillons am Chorbogen (Christus und Apostel) hatte Theodor Bauerle gemalt, auch die Farbverglasung im großen Chorfenster (Kreuzigung) hatte er entworfen;Ellen Pietrus: Die Kirchenneubauten von Heinrich Dolmetsch – Ein Architekt im Königreich Württemberg; in: Reutlinger Geschichtsblätter, Neue Folge Nr. 40, Jg. 2001, hg. Stadtarchiv Reutlingen und Reutlinger Geschichtsverein, 2001, Seite 125–228 , Abb. 43 sie war von der Stuttgarter Glasmalereiwerkstatt Waldhausen & Ellenbeck ausgeführt worden.Festschrift 1903, S. 4 f
Ausstattung Das Chorfenster von 1956, erste Betonverglasung mit Dick- oder Dallglas in deutschen Kirchengebäuden, stammt von Christian Oehler. Es thematisiert mit seinen starken Farben das Thema Pfingsten. Die Unterteilung in zehn Felder verweist auf die jüdischen Wurzeln des christlichen Festes, nämlich das jüdische Erntedank- oder Wochenfest Schawuot, das 50 Tage nach dem Pessachfest gefeiert wird und den Empfang der Zehn Gebote am Berg Sinai in Erinnerung ruft. 1969 ergänzte Christan Oehler die Farbverglasung des Chores noch mit der Gestaltung des kleinen Ostfensters.Günther Wirth: Botschaft der Taube. Leben und Werk von Christian Oehler. Herausgegeben von Eberhard Hübner und Hugo Schuler. Stuttgart/Zürich 1989, S. 212 f, 215
Die Innenrenovierung von 1984 ermöglichte an der Empore und an den Wänden eine raumgreifende Bildgestaltung in so genannter Polykon-Malerei von Willy Wiedmann mit Themen aus dem Alten und Neuen Testament:Polykonmalerei Die linke Galeriewand zeigt die anvertraute Schöpfung, der Wandfries links oben den Propheten Jona, die rechte Galeriewand den Erlöser Jesus, der Wandfries rechts oben die versöhnte Welt, und die Orgelempore das Paradies „jenseits von Eden“.
Orgel mini|hochkant|Orgel mini|hochkant|Spieltisch der Orgel Für die Kirche wurde um 1903 eine Orgel von der Firma Walcker mit 26 Registern erbaut. Sie hatte bereits zur Erbauungszeit ein elektrisches Gebläse. Dieses Werk ging 1944 durch Kriegseinwirkung zusammen mit der Inneneinrichtung unter.Hugo Seeger in: Festschrift zur Einweihung der Pauluskirche in Zuffenhausen [von 1903]. S. 6–7 (online) (PDF)
Die heutige dreimanualige Orgel mit derzeit 37 Registern wurde 1990 von Orgelbau Mühleisen gebaut. Die Disposition lautet:Information zur Orgel auf Organ index, abgerufen am 19. April 2024.
I Brustwerk C–g3 Copl 8′ Rohrflöte 4′ Sesquialter II Schweizerpfeife 2′ Quinte ′ Octave 1′ Cromorne 8′ Kanaltremulant II Oberwerk C–g3 Bourdon 16′ Principal 8′ Souvial 8′ Rohrflöte 8′ Gamba 8′ Octave 4′ Blockflöte 4′ Quinte ′ Cornett V Octave 2′ Mixtur V 2′ Trompete 8′ III Schwellwerk C–g3 Montre 8′ Voix célèste 8′ Salicional 8′ Flûte 8′ Prestant 4′ Flûte octaviante 4′ Nazard ′ 2′ Quarte de Nazard 2′ Tierce ′ Plein jeu V 2′ Basson 16′ Trompette harm. 8′ Hautbois 8′ Tremulant Pedal C–f1 Principal 16′ Subbaß 16′ Oktavbaß 8′ Gemshorn 8′ Cello 8′ Choralbaß 4′ Hintersatz IV ′ Bombarde 16′ Trompete 8′ Clairon 4′
Koppeln: I/II, II/III, III/I, III/II I/P, II/P, III/P Anmerkung: Die kursiv gestellten Register sind noch nicht eingebaut
Literatur Festschrift zur Einweihung der Pauluskirche in Zuffenhausen – Faksimile-Druck zur 75-Jahr-Feier am 8. März 1978, mit Ergänzungen; hg. Ev. Pauluskirchengemeinde Zuffenhausen; Stuttgart 1978
Hans-Georg Gräfe: 100 Jahre Pauluskirche, 100 Jahre Ev. Krankenpflegeverein, 25 Jahre Johanneshof; (Hg.) Evangelische Kirchengemeinde Stuttgart-Zuffenhausen, 2003 Ellen Pietrus: Die Kirchenneubauten von Heinrich Dolmetsch – Ein Architekt im Königreich Württemberg; in: Reutlinger Geschichtsblätter, Neue Folge Nr. 40, Jg. 2001, hg. Stadtarchiv Reutlingen und Reutlinger Geschichtsverein, 2001, Seite 125–228
Weblinks
Die Pauluskirche auf der Website der Kirchengemeinde Mehr Bilder und Informationen zur Pauluskirche auf kirchen-online.com Festschrift der Kirche von 1903 (PDF)
Einzelnachweise
Pauluskirche Pauluskirche Pauluskirche Kategorie:Pauluskirche Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Disposition einer Orgel