Karl Ludwig Guido Sontag (* 23. November 1858 in Minden; † 23. November 1931 in Berlin) war ein preußischer Generalleutnant.
Leben Herkunft Guido war ein Sohn des gleichnamigen preußischen Generalmajors Guido Sontag (1821–1889) und dessen Ehefrau Karoline, geborene Hofmann (1827–1893). Er hatte noch zwei Brüder, darunter der preußische General der Infanterie Leo Sontag (1857–1929).Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 9, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. , S. 148.
Militärkarriere Nach seiner Erziehung im elterlichen Hause und dem Besuch des Kadettenkorps wurde Sontag am 14. April 1877 als Sekondeleutnant im Hohenzollernschen Füsilier-Regiment Nr. 40 der Preußischen Armee in Köln angestellt. Von April 1881 bis Mitte August 1886 war er Bataillonsadjutant und untersuchungsführender Offizier. Anschließend mit einem Patent vom 18. Oktober 1876 in das 3. Badische Infanterie-Regiment Nr. 113 versetzt, avancierte Sontag Ende März 1887 zum Premierleutnant und absolvierte ab Oktober für drei Jahre zur weiteren Ausbildung die Kriegsakademie in Berlin. Ab dem 1. April 1891 war er auf ein Jahr zur Dienstleistung beim Großen Generalstab kommandiert. Daran schloss sich seine Beförderung zum Hauptmann und die Ernennung zum Kompaniechef im Infanterie-Regiment Nr. 71 an. Unter Stellung à la suite seines Regiments wurde Sontag am 19. März 1896 als Lehrer zur Kriegsschule Hannover versetzt und war kurzzeitig zur Dienstleistung beim Füsilier-Regiment „General-Feldmarschall Prinz Albrecht von Preußen“ (Hannoversches) Nr. 73 sowie beim 1. Hannoverschen Infanterie-Regiment Nr. 74 kommandiert. Nach der Teilnahme an der Generalstabsreise des X. Armee-Korps im August 1900 trat Sontag am 18. April 1901 mit der Versetzung in das Infanterie-Regiment „Keith“ (1. Oberschlesisches) Nr. 22 als Kompaniechef in den Truppendienst zurück. mini|Kriegsschule Potsdam, die Sontag 1906/11 als Kommandeur leitete. Am 1. Juli 1901 wurde er zur Dienstleistung bei der Kriegsschule Potsdam kommandiert. Unter Beförderung zum überzähligen Major und Belassung in seinem Kommando erfolgte am 19. September 1901 seine Versetzung als aggregiert zum 3. Oberschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 62. Mit Wirkung zum 8. März des Folgejahres von seinem Kommando bei der Kriegsschule enthoben, war er vom 1. April 1903 bis zum 12. Februar 1906 Kommandeur des II. Bataillons in Cosel. Anschließend wirkte Sontag als Kommandeur der Kriegsschule in Potsdam und stieg am 21. März 1908 zum Oberstleutnant sowie am 20. März 1911 zum Oberst auf. Am 21. April 1911 ernannte man ihn zum Kommandeur des in Gera und Rudolstadt stationierten 7. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 96. In dieser Eigenschaft erhielt er im April 1913 die Erlaubnis zur Annahme des Ehrenkreuzes von Schwarzburg und des Reußischen Ehrenkreuzes I. Klasse sowie im Juni des Jahres des Komturkreuzes II. Klasse des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens. Anlässlich des Ordensfestes wurde er im Januar 1914 mit dem Kronen-Orden II. Klasse ausgezeichnet. Kurz darauf erfolgte am 22. März 1914 unter Beförderung zum Generalmajor seine Versetzung nach Frankfurt (Oder) als Kommandeur der 10. Infanterie-Brigade.Militär-Wochenblatt. Nr. 41/42 vom 22. März 1914, S. 826.
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs machte seine Brigade im Verbund mit der 5. Infanterie-Division mobil, marschierte zunächst in das neutrale Belgien ein und nahm in der Folge an den Kämpfen bei Mons sowie in Frankreich bei Le Cateau, an der Marne und der Aisne teil. Von 25. Januar bis zum 19. März 1915 war Sontag mit der Führung der Bayerischen 6. Landwehr-Division beauftragt, die in Stellungskämpfen im Oberelsaß lag und sich vom 19. Februar bis zum 20. März 1915 an der Schlacht bei Munster beteiligte. Der bayerische König Ludwig III. verlieh ihm daraufhin am 2. Mai 1915 seinen Militärverdienstorden 2. Klasse mit Schwertern.Bayerisches Kriegsministerium (Hrsg.): Verordnungs-Blatt. Beilage 3 zu Nr. 27 vom 11. Mai 1915, S. 910. Am 20. März 1915 erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur der neu aufgestellten 111. Infanterie-Division. In dieser Eigenschaft beteiligte er sich an den Kämpfen in Flandern, im Artois sowie an der Somme und wurde für sein Wirken mit dem Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern ausgezeichnet. Nachdem er das Kommando am 20. April 1917 abgegeben hatte, wurde Sontag zu den Offizieren von der Armee versetzt und zur Wahrnehmung der Geschäfte des Kommandanten der Festung Straßburg kommandiert. Unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant wurde er am 21. August 1917 in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt.Militär-Wochenblatt. Nr. 27 vom 1. September 1917, S. 715.
Literatur Paul Haehling von Lanzenauer: Offizier-Stammliste des 5. Badischen Infanterie-Regiments Nr. 113 und seines Stamm-Bataillons des Großherzoglich Badischen 3. Füsilier-Bataillons. Mittler & Sohn, Berlin 1904, S. 178–179. Militär-Wochenblatt. Nr. 17 vom 4. November 1928, 113. Jahrgang, Mittler & Sohn, Berlin 1928, S. 680. [Otto] Söding: Offizier-Stammliste des Königlich Preußischen 7. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 96. Mittler & Sohn, Berlin 1912, S. 235–236.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalleutnant (Königreich Preußen) Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (II. Klasse) Kategorie:Träger des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens (Komtur II. Klasse) Kategorie:Träger des Ehrenkreuzes von Schwarzburg Kategorie:Träger des Reußischen Ehrenkreuzes Kategorie:Infanterist (Preußen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1858 Kategorie:Gestorben 1931 Kategorie:Mann