mini|Die Frau des Wesir. Zeichnung von Edmund Dulac, 1907. Firuz und seine Frau ist eine Erzählung aus den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht. Sie wird in der Arabian Nights Encyclopedia als ANE 285 gelistet.Ulrich Marzolph, Richard van Leeuwen und Hassan Wassouf: The Arabian Nights Encyclopedia, ABC-Clio, Santa Barbara 2004, S. 183.

Handlung Einst saß ein König eines Tages auf dem Terrassen-Dach seines Palastes und trank Wein. Als er auf das gegenüberliegende Hausdach blickte, sah er eine ihm unbekannte schöne Frau. Der König fragte, wer die Schöne sei und seine Diener erwiderten, dass es die Frau seines Wesirs Firuz war. Der König war zudem trunken von Wein und begehrte die Frau. Da rief er seinen Wesir Firuz zu sich und überreichte ihm einen Brief mit der Anweisung, am nächsten Tag mit diesem in die Stadt zu gehen. Der Wesir befolgte den Befehl und in seiner Abwesenheit stahl sich der König verkleidet zu dessen Haus, um seine Ehefrau zu besuchen. Er klopfte an der Tür und die Frau öffnete und ließ ihn ein. Doch als er erklärte, dass er der König sei, drängte die Frau ihn das Haus zu verlassen, da sie seine Absichten erkannt hatte. Als sie den König fragte, ob er an der gleichen Wasserstelle trinken würde, an der sein Hund getrunken hatte, war der König beschämt und verließ das Haus, vergaß dabei aber eine seiner Sandalen.

In der Zwischenzeit hatte Firuz bemerkt, dass er den Brief zuhause vergessen hatte und kehrte zurück, wo er die Sandale des Königs vorfand, zürnte über ihn und seine Frau und schickte diese ins Haus ihres Vaters. Nun begab sich Firuz zum König und konfrontierte ihn durch eine vorsichtige Anspielung auf die vermeintliche Unzucht des Königs mit Firuz' Frau, indem er die Metapher verwendete, dass er die Spur eines Löwen in seinem Garten vorgefunden habe. Der König begriff und erwiderte daraufhin, dass kein Löwe in seinen Garten eingedrungen sei. Damit war die Angelegenheit erledigt.

Hintergrund Die Erzählung findet sich ausschließlich in der Breslauer Ausgabe von Tausendundeine Nacht, aus der sie in die Sammlungen von Richard Francis BurtonRichard Francis Burton: Arabian Nights, Band 11 (Supplemental Nights to the Stories of One Thousand and One Nights with Notes, Band 1), 1900, S. 125–127. und Joseph-Charles MardrusJoseph-Charles Mardrus: The Book of the Thousand Nights and One Night, 1989, 4 Bände, Band 4, S. 227–230. aufgenommen wurde.

Die Geschichte ist eine andere Fassung der Tausendundeine Nacht-Geschichte Der König und die tugendhafte Frau (ANE 138);Enno Littmann: Die Erzählungen aus den tausendundein Nächten, Insel Verlag, Frankfurt 1968 (Erstausgabe 1922–1928), 6 Bände (Kalkutta-II-Edition), Band 3, S. 539–541. in Hundertundeine Nacht gibt es die Variation Die Löwenspur (HEN 16).Claudia Ott: 101 Nacht, Manesse Verlag, Zürich 2012, S. 148.

Ausgaben

Richard Francis Burton: Arabian Nights, Band 11 (Supplemental Nights to the Stories of One Thousand and One Nights with Notes, Band 1), 1900, S. 125–127. Joseph-Charles Mardrus: The Book of the Thousand Nights and One Night, 1989, 4 Bände, Band 4, S. 227–230.

Siehe auch

Tausendundeine Nacht – Liste der Geschichten

Einzelnachweise

Kategorie:Geschichte aus Tausendundeine Nacht Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Arabisch) Kategorie:Märchen