Der FOUR-Score ist eine klinische Bewertungsskala, die zur medizinischem Einschätzung von Patienten mit Bewusstseinsstörungen verwendet werden kann. Sie wurde von Eelco Wijdicks und Kollegen in der neurologischen Intensivmedizin an der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, entwickelt. FOUR ist in diesem Zusammenhang ein Akronym für .

Der FOUR-Score bildet auf einer Skala von 0 bis 16 Punkten das Ausmaß einer Bewusstseinsstörung ab mit niedrigeren Werten für eine schlechtere Bewusstseinslage. Es werden vier Bereiche der neurologischen Funktion bewertet: Augenreaktionen, motorische Reaktionen, Hirnstammreflexe und Atemmuster.

Ein Ziel bei der Entwicklung des FOUR-Score bestand darin, eine klinische Bewertungsskala für die Beurteilung von Bewusstseinsstörungen zu schaffen, die bei Patienten mit oder ohne endotracheale Intubation verwendet werden kann. Die wichtigste klinische Bewertungsskala in diesem Bereich war in der Vergangenheit die Glasgow Coma Scale (GCS). Sie enthält als eine Komponente die Bewertung verbaler Reaktionen, die bei intubierten Patienten nicht erhoben werden kann.

Der FOUR-Score wurde im Vergleich zur Glasgow Coma Scale in verschiedenen klinischen Kontexten validiert, u. a. bei der Beurteilung durch Ärzte und Intensivpflegekräfte auf neurologischen und allgemeinen Intensivstationen und bei der Beurteilung von Patienten in der Notaufnahme. Ein Vergleich der Inter-Observer-Reliabilität des FOUR-Scores und des GCS zeigte einen kleinen, aber statistisch signifikanten Vorteil des FOUR-Score. Insgesamt hat der FOUR-Score bessere biostatistische Eigenschaften als die Glasgow Coma Scale in Bezug auf Sensitivität, Spezifität, Genauigkeit und positiven Vorhersagewert.

+FOUR - Full Outline of UnResponsivenessPunkteAugenbewegungMotorikHirnstammreflexeAtmung4Augen offen, Blickfolge, Blinzeln auf KommandoGeste nach Aufforderung (Daumen hoch, Faust, Peace-Zeichen)Pupillen- und Cornealreflex vorhandenNormales Atemmuster3Augen offen, folgt aber nicht mit dem BlickGezielte AbwehrbewegungEine Pupille weit und lichtstarrCheyne-Stokes-Atmung2Augenöffnen auf laute AnspracheBeugereaktion auf SchmerzreizPupillen- oder Cornealreflex fehltIrreguläre Atmung1Augenöffnen auf SchmerzreizStreckreaktion auf SchmerzreizPupillen- und Cornealreflex fehlenIntubiert, mit Spontanatmung0Kein Augenöffnen auch auf SchmerzreizKeine Reaktion auf Schmerzreiz oder anhaltende MyoklonienPupillen-, Corneal- und Hustenreflex fehlenIntubiert, keine Spontanatmung

Einzelnachweise

Kategorie:Scoring-System Kategorie:Diagnostisches Verfahren in der Neurologie Kategorie:Diagnostisches Verfahren in der Intensivmedizin