Aichau ist ein Gemeindeteil der Stadt Feuchtwangen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Aichau liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Dentlein am Forst, teils auf dem Gemeindegebiet von Feuchtwangen und Wieseth. Sie hat eine Fläche von 11,399 km² und ist in 1460 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7807,75 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Ammonschönbronn, Beckenmühle, Jakobsmühle, Leichsenhof (zum Teil), Lölldorf, Löschenmühle, Oberahorn, Schlötzenmühle und Unterahorn.
Lage Das Dorf liegt etwa sieben Kilometer östlich von Feuchtwangen inmitten von Feldern und Wiesen. Im Südwesten fließt der südlich des benachbarten Ortes Birkach entspringende Tenscherbach, ein Quellfluss der Wieseth, vorbei. Im Nordwesten liegen das Butzenfeld und die Waldgebiete Viehweide und Gräbenwindner Holz. Im Osten grenzt das Rudfeld an. Die Kreisstraße AN 52 führt nach Unterahorn (1,3 km südwestlich) bzw. nach Böckau (1,9 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße AN 37 bei Gräbenwinden (1,5 km nördlich).
Geschichte Aichau lag im Fraischbezirk des Ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Verwalteramt Forndorf inne, das auch alleiniger Grundherr über alle Anwesen war (3 Höfe, 6 Güter). Außerdem gab es noch ein Gemeindehirtenhaus (Stand: 1732).Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Aichau (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). An diesen Verhältnissen änderte sich bis zum Alten Reiches nichts.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 34. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.
1806 kam Aichau an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Aichau dem Steuerdistrikt Gräbenwinden zugeordnet. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Aichau. Zu dieser gehörten Ammonschönbronn, Beckenmühle, Böckau, Jakobsmühle, Leichsenhof, Lölldorf, Löschenmühle, Oberahorn, Schlötzenmühle und Unterahorn. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht FeuchtwangenEinige Mühlen sind dort nicht aufgelistet. und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Feuchtwangen zugeordnet (1919 in Finanzamt Feuchtwangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Aichau zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und von 1943 bis 1973 zum Finanzamt Dinkelsbühl, seit 1973 zum Finanzamt Ansbach. In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Feuchtwangen zuständig (1879 in Amtsgericht Feuchtwangen umbenannt), seit 1973 ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 12,727 km².
Am 1. April 1971 kam der Ort Thürnhofen dazu, der Hauptort der damit aufgelösten gleichnamigen Gemeinde. Am 31. Dezember 1971 wurde im Rahmen der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Aichau aufgelöst: Leichsenhof wurde nach Dentlein am Forst eingemeindet, Aichau, Jakobsmühle, Löschenmühle, Ober- und Unterahorn nach Feuchtwangen, Böckau kamen zu Herrieden und Ammonschönbronn, Beckenmühle, Lölldorf und Schlötzenmühle zu Wieseth.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Aichau Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 489 444 468 461 488 499 522 493 500 537 552 547 545 556 549 570 579 562 505 712 659 606 504 710HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 87 82 97 99 101 100 99 99 106 Quelle Für die Gemeinde Aichau zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Ammonschönbronn (S. 5), Beckenmühle (S. 8), Böckau (S. 11), Jakobsmühle (S. 44), Leichsenhof (S. 53), Lölldorf (S. 55), Löschenmühle (S. 55), Oberahorn (S. 65), Schlözenmühle (S. 81) und Unterahorn (S. 93). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis 1953 hatte die Gemeinde 438 Einwohner. Für Dentlein (S. 168), Herrieden (S. 170), Wieseth (S. 172).
Ort Aichau Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 57 56 64 63 68 54 72 85 55 66 62Häuser 10 9 12 12 12 13 12 14 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Wenzeslaus (Wieseth) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Jakobus der Ältere (Elbersroth) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Feuchtwangen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach