Die Landungsflottillen waren deutsche Flottillen der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg.
1. Landungsflottille
Flottillengeschichte Die 1. Landungsflottille wurde am 26. Februar 1942 in Varna aufgestellt. Die Flottille hatte den Einsatz in Nachschubtransporten u. a. in den Geleitzügen „Kleiner Bär“ und „Hagen“ (1 bis 91, im Juni 1943 gemeinsam mit der 3. und 5. Landungsflottille) sowie in Minenunternehmungen im Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer von Varna, Konstanza, Kertsch und Sewastopol aus. Ab Oktober 1942 agierte auch die neu aufgestellte 3. Landungsflottille im gleichen Einsatzraum. Die 1. Landungsflottille kam von der Einrichtung Ende Juli 1942 bis zur Auflösung des Einsatzstabes im September des gleichen Jahres zum neu eingerichteten Marineeinsatzstab Krim. Von Januar 1943 bis Oktober 1943 bestand ein Landungseinsatzstab Kertsch, worunter die 1., 3., 5. (1) (Aufstellung im April 1943) und 7. Landungsflottille (Aufstellung im Juli 1943) unterstellt wurden. Im November 1943 wurde die 5. Landungsflottille (1) aufgelöst und einige Boote kamen von dort zur Flottille.
Bei der Räumung des Schwarzen Meeres wurde die 1. Landungsflottille, wie auch die 3. Landungsflottille und 7. Landungsflottille, im August 1944 aufgelöst, wobei die Boote der Flottille gesprengt wurden.
Boote der Flottille +Zugänge Marinefährprähme (F)1. Februar 19421. April 19421. Juli/1. August 19421. Oktober/1. November 19421. Januar/1. Februar/15. März 19431. Juli/24. Juli 194320. Oktober/1. November 194315. Januar 1944F 121F 143F 331F 176F 323F 170F 582F 568F 122F 144F 334F 372F 301F 559F 569F 125F 145F 329F 475F 302F 558F 126F 335F 470F 476F 304F 560F 127F 337F 473F 305F 594F 128F 338F 474F 367F 306F 382Von der aufgelösten 5. Landungsflottille (1).F 130F 340F 322F 368F 307F 394F 132F 341F 369F 316F 395F 133F 445F 134F 328F 585F 447F 135F 309F 521F 136F 371F 137F 571F 138F 139
Wohnschiff Evdoxia Stabsboot Lygurkos Führungsboot SW 1/Rostock
Flottillenchef Oberleutnant zur See/Kapitänleutnant d. R. Max Giele: von der Einrichtung bis zur Auflösung
2. Landungsflottille
Flottillengeschichte Die 2. Landungsflottille wurde im Oktober 1941 aufgestellt. Einsatzgebiet war der Seeweg von Sizilien bis nach Afrika. Die Unterstellung war unter dem Deutschen Seetransportchef Italien. Im Dezember 1941 wurde der Flottillenchef Scheck verwundet und musste die Position aufgeben. 1942 wurden Transporteinsätze vor Nordafrika durch die Flottille ausgeführt und im darauffolgenden Jahr Transport- und Rückführungseinsätze vor Südwestitalien.
Nach der Aufstellung der 2. Landungs-Division wurde die 2. Landungsflottille ab Juli 1943, wie auch die 4., kurzzeitig die 6. (1) und die 10. Landungsflottille, dieser Division unterstellt. Im Januar 1944 wurde die 2. Landungsdivision aufgelöst und die Unterstellung wechselte gemeinsam mit der 4. Landungsflottille zur 7. Sicherungs-Division.
Im September 1944 wurde die 2. Landungsflottille in die 4. Landungsflottille überführt.
Flottillenchefs Kapitänleutnant z. V. Fritz Scheck: von der Aufstellung bis Dezember 1941, vorher Chef der Maasflottille Korvettenkapitän/Fregattenkapitän Franz Flesche: von Dezember 1941 bis April 1943 Fregattenkapitän d. R. Gustav von Liebenstein: April/Mai 1943, anschließend Kommandeur der 2. Landungs-Division Korvettenkapitän d. R. Karl Wehrmann: von Mai 1943 bis zur Juni 1944, ab Februar 1944 zeitgleich Erster Admiralstabsoffizier der 7. Sicherungs-Division Kapitänleutnant Alfred Zahel: von Juni 1944 bis zur Auflösung, vormals Chef der 8. Landungsflottille (1) und anschließend Chef der 4. Landungsflottille
3. Landungsflottille
Flottillengeschichte Die 3. Landungsflottille wurde im Oktober 1942 in Berdjansk aufgestellt. Einsatzgebiet war, wie auch bei der 1. Landungsflottille, im Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer von Feodosia, Konstanza, Kertsch und Sewastopol aus. Konkreter war die 3. Landungsflottille für Nachschubtransporte, Blockadeunternehmungen und Räumtransporte eingesetzt.
Gemeinsam mit der 1. wurde die 3. Landungsflottille mit der Aufstellung dem Marineeinsatzstab Kertsch bis zur Auflösung des Einsatzstabes im Dezember 1942 zugeteilt. Von Januar 1943 bis Oktober 1943 bestand ein Landungseinsatzstab Kertsch, worunter erneut die 1., 3., 5. (1) (Aufstellung im April 1943) und 7. Landungsflottille (Aufstellung im Juli 1943) unterstellt wurden. Die der 5. Landungsflottille mit der Aufstellung zugeteilten Boote waren einsatzmäßig größtenteils der 3. Landungsflottille unterstellt.
Bei der Räumung des Schwarzen Meeres wurde die 3. Landungsflottille, wie auch die 1. Landungsflottille und 7. Landungsflottille, im August 1944 aufgelöst, wobei die Boote der Flottille gesprengt wurden.
Boote der Flottille +Zugänge Marinefährprähme (F)31. Oktober/15. November 194220. März/1. Mai/1. Juli 19434. September/1. September/20. Oktober 19435. Februar 1944F 127F 469F 373F 573F 570F 135F 472F 374F 574F 572F 142F 532F 162F 533F 313F 579F 168F 534F 386F 586F 306F 535F 593F 325F 536F 312F 326F 537F 314F 516F 332F 538F 315F 564F 333F 539F 326F 336F 471F 339F 325F 342
Flottillenchefs
Oberleutnant zur See Carlheinz Vorsteher: Oktober 1942, als 2. Asto des Marineeinsatzstab Krim Korvettenkapitän Gustav Strempel: von Oktober 1942 bis Januar 1944, zugleich Chef des Landungseinsatzstabes Kertsch und später Chef des Landungseinsatzstabes Polarküste wurde Korvettenkapitän Carl Mehler: von September 1943 bis November 1943 als Chef der 5. Landungsflottille mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Flottillenchef beauftragt und am 19. November 1943 schwer verwundet Kapitänleutnant Robert Alexy: von November 1943 bis Februar 1944 als Kapitänleutnant beim Stabe der Flottille mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Flottillenchef beauftragt, später einziger Chef der 4. Transportflottille Kapitänleutnant d. R. Herbert Kuppig: von Februar 1944 bis zur Auflösung, vorher Kapitänleutnant beim Stabe der 7. Landungsflottille und anschließend Chef der 3. Artillerieträgerflottille
4. Landungsflottille
Flottillengeschichte Die 4. Landungsflottille wurde im Mai 1943 in Toulon aufgestellt und hatte ihren Einsatzbereich an der italienischen Westküste von Rapallo und St. Margherita aus. Ebenso war der Einsatzraum um Sizilien und im ligurischen Meer. Nach der Aufstellung der 2. Landungs-Division wurde die 4. Landungsflottille ab Juli 1943, wie auch die 2., kurzzeitig die 6. (1) und die 10. Landungsflottille, dieser Division unterstellt. Im Januar 1944 wurde die 2. Landungsdivision aufgelöst und die Unterstellung wechselte gemeinsam mit der 2. Landungsflottille zur 7. Sicherungs-Division. Die Flottille war mit Marinefährprähme (F) ausgestattet.
Die Flottille bestand bis Kriegsende.
Flottillenchefs
Korvettenkapitän Erich Zimmermann: von der Aufstellung bis November 1944, vorher Chef der 11. Landungsflottille und anschließend Chef der 10. Landungsflottille Korvettenkapitän Alfred Zahel: von November 1944 bis zur Auflösung, vormals einziger Chef der 8. Landungsflottille (1) und vorher Chef der aufgelösten 2. Landungsflottille
5. Landungsflottille (1)
Flottillengeschichte Die 5. Landungsflottille wurde im April 1943 in Kertsch und Varna aufgestellt. Einsatzgebiet war, wie auch bei der 1. und 3. Landungsflottille, im Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer von Genitschek, Konstanza, Kertsch und Sewastopol aus. Konkreter war die 5. Landungsflottille für Nachschubtransporte (Geleitzüge „Toni“, „Orion“, „Hagen“ und „Theodor“) und Räumtransporte eingesetzt.
Gemeinsam mit der 1., 3. und 7. Landungsflottille (Aufstellung im Juli 1943) war die 5. Landungsflottille dem im Januar 1943 neu eingerichteten Landungseinsatzstab Kertsch bis zur Auflösung des Einsatzstabes im Oktober 1943 zugeteilt. Die der Flottille mit der Aufstellung zugeteilten Boote waren einsatzmäßig größtenteils der 3. Landungsflottille unterstellt. Die Flottille wurde im November 1943 aufgelöst und die Boote auf die 1. und 7. Landungsflottille aufgeteilt.
Die 5. Landungsflottille wurde später ein zweites Mal aufgestellt.
Boote der Flottille +Zugänge Marinefährprähme (F)11. Mai/1. Juni 19431. Juli 194315. August 1943F 211Einsatzmäßig der 3. Landungsflottille unterstellt.F 418F 577F 382Mit der Auflösung zur 1. Landungsflottille.F 419F 578F 394F 445F 581Mit der Auflösung zur 7. Landungsflottille.F 395F 446F 583F 496F 447F 521F 492F 493F 303F 575F 576
Flottillenchef
Korvettenkapitän Carl Mehler: von der Aufstellung bis zur Auflösung, vormals einziger Chef der 23. Landungsflottille, zusätzlich ab September 1943 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Chefs der 3. Landungsflottille beauftragt und am 19. November 1943 schwer verwundet Kapitänleutnant Hans von Blücher: von September 1943 bis zur Auflösung als Kapitänleutnant beim Stabe der Flottille in Vertretung Flottillenchef
5. Landungsflottille (2)
Flottillengeschichte Im Juli 1944 wurde die 5. Landungsflottille im Bereich Kirkenes beim Kommandant der Seeverteidigung Kirkenes in Norwegen erneut aufgestellt. Für die Aufstellung wurde die 23. Landungsflottille herangezogen und diese aufgelöst. Die Flottille war mit Marinefährprähme (F) ausgestattet. Einsatzgebiet war die Polarküste um Kirkenes, später um Trömso.
Im September 1944 wurde der Landungseinsatzstab Polarküste aufgestellt, welcher bis April 1945 bestand. Die 5. (2), 6. (2), 8. und 9. Landungsflottille wurden diesem unterstellt, wobei der Landungseinsatzstab dem Admiral der norwegischen Polarküste unterstand.
Im November 1944 wurde die 5. Landungsflottille (2) für die Evakuierung Norwegens nach Tromsö verlegt und, wie auch bereits die 8. Landungsflottille, dem Seekommandant Tromsö unterstellt.
Die Flottille bestand bis April 1945.
Flottillenchef
Kapitänleutnant Felix Molle: von der Aufstellung bis zur Auflösung, vorher Chef der 12. Landungsflottille
6. Landungsflottille (1) Die 6. Landungsflottille wurde im Juni 1943 in Toulon aufgestellt und hatte ihren Einsatzbereich an der französischen Südküste um Toulon. Einsatzraum war ebenso das ligurische und teilweise das tyrrhenische Meer. Die Flottille war mit Marinefährprähme (F) ausgestattet. Nach der Aufstellung der 2. Landungs-Division wurde die 6. Landungsflottille für Juli 1943, wie auch die 2., 4. und die 10. Landungsflottille, kurz dieser Division unterstellt. Ende des gleichen Monats wurde die 6. Landungsflottille in die Ägäis verlegt und dort zur 15. Landungsflottille. Die Fahrzeuge der Flottille gingen an die 2. und 4. Landungsflottille.
Die 6. Landungsflottille wurde später ein zweites Mal aufgestellt.
6. Landungsflottille (2)
Flottillengeschichte Im Juni 1944 wurde in Hammerfest die 6. Landungsflottille ein zweites Mal aufgestellt und dem Kommandant der Seeverteidigung Hammerfest unterstellt. Für die Aufstellung wurde die 22. Landungsflottille herangezogen und diese aufgelöst. Die Flottille war mit Marinefährprähme (F) ausgestattet. Einsatzgebiet war die Polarküste um Hammerfest, später um Harstad.
Im September 1944 wurde der Landungseinsatzstab Polarküste aufgestellt, welcher bis April 1945 bestand. Die 5. (2), 6.(2), 8. und 9. Landungsflottille wurden diesem unterstellt, wobei der Landungseinsatzstab dem Admiral der norwegischen Polarküste unterstand. Nach der Auflösung des Seekommandanten Hammerfest im Januar 1945 kam die 6. Landungsflottille (2) zum Kommandant der Seeverteidigung Harstad.
Die Flottille bestand bis Kriegsende.
Flottillenchefs Kapitänleutnant d. R. Werner Breitenstein: von der Aufstellung bis zur Februar 1945, vormals Chef der 15. Landungsflottille und anschließend Chef der 8. Landungsflottille Kapitänleutnant Wilhelm Bretthorst: von Februar 1945 bis zur Auflösung, vormals Gruppenführer und Kapitänleutnant beim Stabe der 13. Landungsflottille, Chef der 22. Landungsflottille und Chef der 8. Landungsflottille
7. Landungsflottille
Flottillengeschichte