Karl Friedrich Horn (* 9. Januar 1772 in Weimar; † 9. Februar 1852 ebendaTodesanzeige in Weimarische Zeitung vom 11. Februar 1852, S. 123.) war ein deutscher evangelischer Theologe und Pädagoge. Er war Verfasser von pädagogischen Schriften und von Predigten. Er wurde als „der bedeutendste Geistliche“ im nachklassischen Weimar bezeichnet.Adelheid von Schorn: „Das nachklassische Weimar“, Band 1, 1911, S. 207.

Leben Horn war der Sohn eines Hofbediensteten am Weimarer Hof. Seit 1798 war er Lehrer in Weimar und ab 1801 Direktor des Weimarer Lehrerseminars und Stiftsprediger. Er unterrichtete die Kinder der Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar. Zusammen mit Johannes Daniel Falk gründete Horn 1813 die „Gesellschaft der Freunde in der Not“. Die Gesellschaft unterstützte zunächst Menschen, die unter den Folgen der Napoleonischen Kriege zu leiden hatten, und konzentrierte sich dann vor allem auf die Ausbildung eltern- oder mittelloser Jugendlicher.Gerhard Heufert: Johannes Daniel Falk: Satiriker, Diplomat und Sozialpädagoge, WtV, Weimar 2008, S. 90 f. ISBN 978-3-939964-15-5 Seit 1816 gehörte er dem Weimarer Oberkonsistorium an. Dort erhielt er u. a. 1819 die Goldene Verdienstmedaille.

1819 weilte Horn zu Studienzwecken in der Schweiz. Er besuchte auf dem Weg in die Schweiz diverse Einrichtungen, in denen nach Methoden der sogenannten Bell-Lancaster-Schulen unterrichtet wurde. Ziel der Reise war Pestalozzis Schule in Yverdon, Zweck der Reise, sich über neue Methoden der Didaktik und insbesondere der Didaktik des Mathematikunterrichts zu informieren, um diese eventuell in Weimar einzuführen.Lucas Boser: La réception plurielle de la «méthode Pestalozzi» dans l’enseignement du calcul au début du xixe siècle en Suisse et à Weimar, in: Révue germanique internationale, Nr. 23, 2016, Randnummer 24 Nach seiner Rückkehr förderte er Lehrer und das Volksschulwesen und insbesondere das Lehrerseminar. Im Jahre 1824 wurde er von Universität Jena mit einer Ehrenpromotion zum D. theol. gewürdigt.Friedrich-Schiller-Universität Jena, Universitätsarchiv, Bestandssignatur: J Theologische Fakultät, Promotionsakten 1842-1847 Archivalien-Signatur: 69 Am 14. Juni 1848 ernannte ihn die Stadt Weimar zum Ehrenbürger.Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger der Stadt Weimar, weimar.de, abgerufen am 16. April 2024 Die Ehrung erfolgte zum Anlass seines 50-jährigen Dienstjubiläums. Aus diesem Anlass errichtete Horn eine Stiftung für Volksschullehrer.Regierungsblatt für Sachsen-Weimar-Eisenach. Weimar 1848, S. 290.

Im Jahre 1850 hielt er die Einweihungsrede für das Herder-Denkmal.

Horns Grab befindet sich auf dem Historischen Friedhof in Weimar.Art: Horn, Carl Friedrich, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 216.Hannelore Henze, Doris-Annette Schmidt: Der historische Friedhof zu Weimar. RhinoVerlag, Ilmenau 2011, S. 54. ISBN 978-3-939399-08-7 Horns Grabplatte wurde auf Privatinitiative restauriert.Jens Lehnert: Hilfe für einen „Freund in der Not“ Thüringer Allgemeine, 18. September 2022, abgerufen am 16. April 2024 Sein Nachlass wird im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar aufbewahrt. „... dem Volk und den Musen treu“. Johann Daniel Falk in Weimar Klassik Stiftung Weimar, abgerufen am 16. April 2023

Veröffentlichungen Handbuch für Landschullehrer zur Beförderung eines zweckmäßigen Gebrauchs des Herderschen KatechismusTitelangaben nach GV 1700–1910, Bd. 64. Holt-Hör. 1982, , S. 309 1. Auflage 3 Teile. Hoffmann, Weimar 1. Theil. 1810, , , , Nachweise in OCLC teilweise nicht korrekt. 2. Theil. 1811, , , . 3. Theil. 1814, , . 2. Auflage. Hoffmann, Weimar 1. Teil. 2. umgearbeitet und vermehrte Ausgabe. 1826, , . 2. Teil, 2. umgearbeitet Ausgabe. 1829, . 3. Auflage. Böhme, Leipzig 1. Teil. 3. Auflage. 1837, , . 2. Teil. 3. Auflage. 1837, , . Handbuch für Landschullehrer zur Beförderung eines zweckmäßigen Gebrauchs des Lutherischen KatechismusBibliografische Angaben in: Jahrbuch der theologischen Literatur, von E. Zimmermann, 1826, Rezension in: Allgemeine Schulzeitung, 7. Jg. 1830, 1. Abt., . 2. Auflage. Hoffmann, Weimar 1. Teil. 2. umgearbeitet und vermehrte Ausgabe. 1826, , . 2. Teil. 2. umgearbeitet und vermehrte Ausgabe. 1829, , . 3. Auflage. Böhme, Leipzig 1. Teil. 3. Auflage. 1837, , . 2. Teil. 3. Auflage. 1837, , . Huldigungspredigt nach dem Regierungsantritt des Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn Karl Friedrich, Großherzog zu Sachsen-Weimar-Eisenach etc. am 11ten Sonntag nach Trinitatis 1828 in der Stadtkirche zu Weimar gehalten. Hoffmann, Weimar 1828 . Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel. In: Protestantische Kanzelberedsamkeit. 2. Band, Frankfurt am Main 1831, S. 1–16, .

Handschriften Predigten des Stiftspredigers und Obercons: Rathes Dr. Horn : Weimar d. 1. Juni 1840. Gesammelt [und handschriftlich überliefert] von Charlotte Martin. Weimar 1840.

Literatur B. Hain: Karl Friedrich Horn, Doktor d. Theol., großh. sächs. geheimer Kirchenrath und Stiftsprediger zu Weimar, geb. d. 9. Jan. 1777, gest. d. 9. Febr. 1852. In: Kirchen- und Schul-Blatt. 1852, , S. 68–72 (Digitalisat) Fritz-Peter Hager, Daniel Tröhler: Studien zur Pestalozzi-Rezeption im Deutschland des frühen 19. Jahrhunderts (= Neue Pestalozzi-Studien. 3). Haupt, Bern, 1995, ISBN 3-258-05297-2. Lucas Boser: La réception plurielle de la «méthode Pestalozzi» dans l’enseignement du calcul au début du xixe siècle en Suisse et à Weimar. In: La pédagogie allemande dans l'espace francophone, appropriations et résistances (= Révue germanique internationale. Nr. 23, 2016, ). CNRS éditions, Paris 2016, ISBN 978-2-271-08811-6, S. 51–63, .

Weblinks Indexeintrag für Karl Friedrich Horn in der Datenbank der Deutschen Biographie Der vergessene Weimarer Ehrenbürger Karl Friedrich Horn Thüringer Allgemeine, 9. Januar 2022

Einzelnachweise

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