miniatur|300px|Grundriss

Die Burg Windeck ist eine Ruine in Windeck im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Die Burgruine liegt auf dem Schlossberg oberhalb von Altwindeck. Die Höhenburg wurde als „castrum novum in windeke“ bereits 1174 erstmals urkundlich erwähnt, doch gilt es unter Archäologen als wahrscheinlich, dass sie älter ist, da Graf Heinrich Raspe III. sie um 1170 nach einer Zerstörung wieder neu aufbaute.Manfred Hiebl. In: Geneologie-Mittelalter. Burg Neu Windeck mini|Burg Windeck, Luftaufnahme

Geschichte miniatur|Heinrich der Zweite von Brabant miniatur|Bergfried der Burg Windeck im Mai 2007 miniatur|Plateau Burg Windeck im Mai 2007 miniatur|Sicht auf den Innenhof, 2006 miniatur|Panorama der Burgruine

Landgrafen von Thüringen Für das 12. Jahrhundert sind zwei Burgen auf dem Burgberg bekannt. Alt-Windeck (nicht zu verwechseln mit der Ortschaft Altwindeck, früher Windeck), eine Turmburg auf dem Sporn des Burgbergs, und Neu-Windeck, die heute als Burg Windeck bekannt ist. Beide befanden sich 1174, bei der ersten urkundlichen Erwähnung, im Besitz der Landgrafen von Thüringen. Das castrum novum wurde von Heinrich Raspe III., dem Bruder des thüringischen Landgrafen Ludwig III. und dessen Statthalter in Niederhessen, als Lehen an Graf Engelbert I. von Berg gegeben. Diese Vergabe des Lehens an die Grafen von Berg wurde von Kaiser Friedrich I. urkundlich bestätigt.Lacomblet, Theodor Joseph. In: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Köln, Urkunde 448. 1840, Band 1, 779 bis 1200, S. 314.

Herzöge von Westfalen Zwischen 1185 und 1188 verkaufte Landgraf Ludwig III. seinen westfälischen Allodialbesitz, dabei auch Alt- und Neuwindeck, für 3.700 Mark an den Kölner Erzbischof und Herzog von Westfalen, Philipp von Heinsberg. Nach Zahlung des Restkaufbetrages wurde 1197 der Besitz feierlich mit Entgegennahme neuer Treueeide übergeben. Vertragspartner waren inzwischen der neue Kölner Erzbischof Adolf I. und Graf Dietrich von Landsberg, der die Tochter und Erbin Ludwigs III. geheiratet hatte.

Landgrafen von Hessen 1247 belehnte Herzog Heinrich von Brabant, für seinen kurz zuvor zum Landgrafen von Hessen ausgerufenen dreijährigen Sohn Heinrich handelnd,Nach dem Tod des letzten Ludowinger Landgrafen von Thüringen, Heinrich Raspe, beanspruchten Herzog Heinrich und seine zweite Frau, Sophie von Brabant, die Landgrafschaft Thüringen für ihren 1244 geborenen Sohn Heinrich, der 1247 von seiner Mutter auf der Mader Heide und in Marburg zum Landgrafen von Hessen ausgerufen wurde. Graf Adolf IV. von Berg mit Burg Windeck. Bald darauf erhielt dieser in einem Vergleich Windeck, Bensberg und auch die Hälfte der Einkünfte der Grafschaft Berg. Später kaufte Graf Adolf auch Alt-Windeck. Als Gräfin Mechthild von Sayn 1250 Burg Windeck an den Kölner Erzstift verkaufte, versagte Adolf von Berg seine Zustimmung, bot aber seinerseits 1267 die Höfe Musbach und Merten als Entschädigung an, was vom Kölner Erzstift angenommen wurde. Diese fielen dann statt der vorgesehenen Burg Windeck als Lehen an Gerhard von Wildenburg, einen Vasallen der Sayner.

Ansprüche der Herren von Elberfeld wurden in einem Vergleich geregelt. Sie verzichteten auf die Schlüsselgewalt von Burg Windeck und erhielten dafür ein Burglehen in Windeck und ein Haus in Neu-Windeck.

Herzöge von Berg Grafen von Berg In einer Urkunde von 1247 zur Aufteilung der Grafschaft Berg wird die Burg Windeck angeführt. In dem Vergleich zwischen der Mutter Irmgard von Berg und ihrem Sohn Graf Adolf IV. von Berg gehörte die Burg Neuwindeck neben der Burg Bensberg zum Besitzanteil von Adolf IV.Lacomblet, Theodor Joseph: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 312. Band 2, 1846, S. 162.

Ritter von Holstein 1388 war ein Ritter mit Namen Wilhelm Staël von Holstein der dortige Amtmann. Sein Geschlecht saß auf der Burg Holstein bei Nümbrecht, und an ihn waren Burg, Land und Leute verpfändet worden. Er musste die Burg instand setzen und acht bewaffnete Männer unterhalten. Die Amtmänner waren zuerst Ritter, später Dienstadel und Vertreter der Landesherren.

Grafen von Kleve und von der Mark 1397 wurde die Burg nach der verlorenen Schlacht von Kleverhamm durch Herzog Wilhelm II. von Berg an die Grafen Adolf von Kleve und Dietrich von der Mark bis zur Hinterlegung des Lösegeldes verpfändet, aber bereits 1398 vom Grafen Adolf von Berg, dem Sohn Wilhelms, wieder besetzt, nachdem Dietrich von der Mark in einer Fehde mit ihm bei Elberfeld gefallen war.

Herzöge von Berg Adolf VII., war seit 1408 Herzog von Berg und seit 1423 auch Herzog von Jülich und vereinigte damit beide Herrschaftsbereiche zum Herzogtum Jülich-Berg.

Landgrafen von Hessen 1433 schloss Herzog Adolf mit Landgraf Ludwig von Hessen ein Bündnis und übergab dafür die Burgen Denklingen, Neuenberg bei Lindlar und Windeck.

Grafen zu Nesselrode Adolf von Jülich und Berg verpfändete aus Geldnot aufgrund vieler Fehden 1435 auch Burg und Herrlichkeit Windeck an Wilhelm von Nesselrode d. J. (seinen Amtmann seit 1431) für 10.000 Gulden. Als solcher war Wilhelm dazu verpflichtet, die Burganlage instand zu halten. Allein zwischen 1443 und 1445 gab er dazu 5530 oberländische Gulden aus. Weitere kostspielige Ausbesserungen durch die Familie von Nesselrode folgten bis 1515. Nachfolger waren 1474 bis 1510 der jüngste Sohn Bertram von Nesselrode, dessen Neffe Heinrich von Nesselrode (1510–1513), dessen minderjähriger Sohn Wilhelm von Nesselrode in Teilunion mit dem Bruder Mauritius von Nesselrode (1515–1528).

Johann von Seelbach Von 1542 bis 1549 amtierte Johann von Seelbach zu Crottdorf. Er bezog ein Amtgeld von 100 fl., 300 Zentnern Hafer und dem Zehnten. Dafür musste er einen Kaplan, einen Kellner, einen Bäcker, einen Koch, einen Landboten, Pförtner und vier Wächter einstellen.

Johann von Nesselrode Der Sohn von Wilhelm war Amtmann bis 1561. In dieser Zeit kamen Dattenfeld und Much zum Amt Windeck.

Johann von Lützenrode Als Johann von Nesselrode verstarb und keine mündigen Nachfahren hinterließ, wurde Johann von Lützenrath zu Vorst zum Amtmann auf Windeck bestellt (1561 bis 1586).

Wienand von Leerath Als dessen Nachfolger, Wienand von Lyradt zu Hunstorf, ebenfalls 1586 starb, gelangte das Amt Windeck wieder an die Herren von Nesselrode.

Grafen zu Nesselrode Wienand von Leerath amtierte von 1586 bis 1589 als Amtmann. Er war vielleicht der Vormund von Wilhelm von Nesselrode, dessen Daten unklar sind. Er war Amtmann von Windeck und auch Blankenberg seit 1582 oder 1586 und starb 1599 oder 1608.

Um diese Zeit waren erneut größere Instandsetzungen an den Gebäuden in Windeck erforderlich, die nach dem Gutachten von Johann II. von Pasqualini, einem Enkel des bekannten Baumeisters Alessandro Pasqualini, 1602 und 1609 ausgeführt wurden.

Nachfolger von Wilhelm war Bertram von Nesselrode. Dieser wurde 1610 im Rahmen des Jülich-Klevischen Erbfolgestreit abgesetzt. Er starb 1618.

Pfalz-Neuburg / Kurbrandenburg miniatur|Rudolf der Zweite

Als 1609 der letzte Herzog von Jülich-Kleve-Berg starb, wurde eine Doppelherrschaft der Erbberechtigten vereinbart. Kaiser Rudolf II. belehnte dagegen das kurfürstliche Haus Sachsen mit dem Herzogtum Berg. Es kam auch zu Kampfhandlungen zwischen Prinz Moritz von Oranien und kaiserlichen Truppen unter Johann von Reuschenberg zu Overbach bei der Feste Jülich, aber nicht im Amt Windeck.

Heinrich Quadt von Isengarten 1610 wurde für den katholischen Bertram der Lutheraner Heinrich Quadt von Isengarten Amtmann. Er war beteiligt am Truchsessischen Krieg und, als Söldnerführer, an Kämpfen in Frankreich. Er war auch kaiserlicher Obrist in der Reichsarmee und besetzte Windeck 1609 oder 1610 mit Landschützen und Söldnern.

1613 wurde Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm katholisch, Kurfürst Johann Sigismund calvinistisch. Beide verlangten Alleineigentum. Mit den Parteien niederländische Generalstaaten und Frankreich gegen katholische Liga, Spanien und das Kaiserreich wurde erneut die Gefahr eines europaweiten Krieges beschworen, aber bereits 1614 im Vertrag von Xanten vorläufig gebannt. 1615 griffen Landschützen aus Blankenberg und Windeck unter Unterstützung von Söldnern vergeblich Siegburg an, welches noch spanisch besetzt war.

Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm versuchte 1615, Heinrich Quadt ohne Einwilligung des brandenburgischen Kurfürsten abzusetzen. Dieser blieb Amtmann bis 1617, trat aber 1615 in den Dienst des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg. 1617 starb er hochverschuldet.

Kurbrandenburg 1618 begann der Dreißigjährige Krieg in Böhmen. Bis 1622 war Windeck von kurbrandenburgischen Truppen besetzt, zeitweise unter Oberstleutnant Stephan Gans Edler Herr zu Putlitz. Ab 1622 war Windeck von Truppen der Generalstaaten besetzt, denn 1621 ging der als Waffenstillstand zwanzig Jahre ausgesetzte niederländische Freiheitskrieg gegen Spanien weiter. Mit dem Vergleich von Düsseldorf 1624 wurden die Gebiete geteilt, Windeck kam zu Kurbrandenburg. Nach weiteren Kampfhandlungen kam es zum Vertrag von Kleve.

Pfalz-Neuburg Pfalzgräfisch-spanische Truppen unter Heinrich von dem Bergh berannten 1622 zusammen mit kaiserlichen Truppen unter Heinrich Herzog von Aremberg erfolgreich die Pfaffenmütze und eroberten Jülich. Anschließend fiel Anfang 1623 Windeck an die Herzöge von Jülich und Berg aus der Linie Pfalz-Neuburg.

Friedrich Wilhelm von der Lippe Friedrich Wilhelm von der Lippe genannt Hoen zum Broich und zu Wilberhoven war Amtmann seit 1581. Er war außerdem Drost zu Hoerdt und Leunen und auch Lutheraner. Er wurde nach der Eroberung der Burg 1622 abgesetzt.

Walram Scheiffarth von Merode zu Allner Walram Scheiffarth von Merode war 1622 bis zu seinem Tod 1625 Amtsverwalter. Auf Windeck sollten 1625 50 Mann unter Capitän Heeß stationiert werden, dazu kam es aber nicht. Nach dem spanischen Rückzug zogen 30 kaiserliche Kompanien des Kaisers zur Unterstützung gegen die Niederlande, zogen sich aber dann ins Bergische zurück und bereiteten der Bevölkerung viel Verdruss.

Grafen von Nesselrode Adolf von Nesselrode 1625 trat Adolf von Nesselrode zu Ehreshoven, der selbst in kurtrierischen Diensten stand, sein Amt an.

Wilhelm von Hillesheim Wilhelm von Hillesheim blieb trotz schwerer Zeiten bis 1637 Amtmann.

1630 zogen zwei kaiserliche Kompanien durch das Amt Windeck und plünderten die Bevölkerung aus. Dies war auch das Jahr, in dem Schweden in den Krieg eingriff. 1631 wurden die bergischen Ämter aufgefordert, acht Kompanien für den bestellten schwedischen Oberst Ludwig Heinrich Graf zu Nassau-Dillenburg zu stellen. 1632 begannen Scharmützel zwischen hiesigen Landschützen und kleinen umherziehenden Truppenteilen der Schweden.

Schweden Die Schweden zogen ins Süddeutsche, aber 11.000 Mann unter Generalleutnant Wolf Heinrich von Baudissin zogen zum Rhein. Vom 27. bis 31. Oktober wurde Siegburg eingenommen, am 30. Oktober Windeck und gleichzeitig innerhalb zweier Tage Blankenberg. Daneben wurden auch Bensberg und Brück genommen. Alle Güter wurden ausgeraubt, Männer und Frauen ermordet, nackt unter Schlägen vertrieben und vieles mehr.

Schwedische Kommandeure Leutnant Johan Babtista, Hauptmann Kleynaw, dessen Leutnant Quest, Hauptman Heinrich Wilhelm Gürtzgen, der Welsche Capitein Du Lac, Drost ein Leutnant, und der hier verstorbene Haubtmann Ley, wiederum Gürtzgen, dann Capitein Leutnant Gerhardt Steuber auß die Mittel Irsen im Leuscheit (Leuscheid) und Capitein Hans Vargell.

Die kaiserlichen Truppen unter Philipp Graf von Mansfeld zogen 1633 nach Köln ein, sie hausten noch schlimmer als die schwedischen.