mini|Marienkirche in Wildentierbach Die Marienkirche ist eine evangelische Kirche in Wildentierbach, einem Stadtteil von Niederstetten im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Verbundkirchengemeinde Wildentierbach gehörte bis Ende 2024 zum bisherigen Kirchenbezirk Weikersheim und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Weikersheim im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Geschichte und Baubeschreibung Bereits im 13. Jahrhundert sind die Herren von Hohenlohe-Brauneck als Besitzer des Dorfes Wildentierbach genannt. Im 15. Jahrhundert kam es zu Rothenburg ob der Tauber. Die romanische Kirche wurde im 14. Jahrhundert als Wehrkirche erbaut, deren erhöht gelegene Anlage noch im befestigten Friedhof mit Torturm fast vollständig erhalten ist. Sie besteht aus einem Langhaus und einem querrechteckigen Kirchturm im Osten, dem mächtigen Chorturm eines älteren Vorgängerbaus, der mit einem Zeltdach bedeckt wurde. Auf einer Dachgaube des Kirchturms befindet sich das Zifferblatt der Turmuhr. Auch der Sakristeianbau mit frühgotischem Kreuzgewölbe stammt wohl bereits aus dem 15. Jahrhundert. 1682 wurde das Kirchenschiff asymmetrisch nach Norden erweitert und dabei die Mauern erhöht, um eine zweite Empore einbauen zu können. Sie erhielt Tageslicht durch die ovalen Okuli unter dem Dachtrauf.
Bereits im Jahre 1524 wurde hier in der Kirche evangelisch gepredigt. Endgültig wurde die Reformation 1542 von der freien Reichsstadt Rothenburg eingeführt.
Ausstattung Wandgemälde: Von den gotischen Wandmalereien sind im Schiff noch Reste erhalten: an der Südwand ein gotischer Christophorus, in dessen „Leib“ später eine mit Laubwerk ausgemalte Sakramentsnische gehauen wurde. Das Christkind sitzt auf der linken Schulter des Heiligen. Ebenfalls auf der Südwand sind die Reste zweier Heiliger mit Nimbus zu sehen. Von einer Christusdarstellung ist nur noch der Kreuznimbus übrig geblieben. An der Nordwand des Schiffes sind in der Laibung eines kleinen gotischen Fensters, ebenfalls mit Heiligenschein, zwei Heilige wiedergegeben. Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg’s von der ottonischen Zeit bis zur Renaissance, von Dipl.-Ing. Klaus Klünder und Christa Regina Klünder
Madonnenfigur: Aus gotischer Zeit stammt die Statuette einer Mondsichelmadonna an der Nordseite der Chorbogenlaibung. Maria mit Jesuskind steht nach einer Vision des Johannes auf einem Halbmond, mit Gesicht, mit Sternen gekrönt und mit der Sonne bekleidet (Offb ).
Altar, Taufstein und Kanzel: Die Prinzipalien entstanden zwischen 1700 und 1730. Ihre verschnörkelte Schnitzarbeit ist im Stil des lebensfreudigen „Hohenhoher Bauernbarock“ mit Blattgold überzogen. Das Altarbild zeigt den Gekreuzigten, darunter befindet sich ein kleines Abendmahlsgemälde. Unter dem vom Osterlamm im Strahlenkranz bekrönten Schalldeckel ist der wuchtige Kanzelkorb mit den geschnitzten Figuren der vier Evangelisten und ihren Evangelistensymbolen verziert. Der Taufstein von 1726 mit Trägerfigur hat eine Abdeckung mit einer Kleinplastik der Taufe Jesu am Jordan durch Johannes den Täufer. Dasselbe Motiv findet sich auch auf dem Deckengemälde.
Epitaphe: Außen an und bei der Kirche befinden sich mehrere Epitaphe. Zudem ist die Kirche vom Friedhof umgeben.
Orgel: In den Barock-Orgelprospekt auf der geschwungenen Chorempore wurde ein Orgelwerk der Firma Aug. Laukhuff eingebaut.
Literatur
Ulrich Bernecker, Regine Burdinski: Unsere Kirchen – Ein Führer zu den Gotteshäusern des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim. (Hersg.) Evangelisches Dekanat Weikersheim 2003, S. 135–137
Einzelnachweise
Weblinks
Die Verbundkirchengemeinde Wildentierbach auf der Website des Kirchenbezirks Hohenlohe Die Wehrkirche auf Burgenwelt.de
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