Natascha Gentz ( geb. Vittinghoff; * 1966) ist eine deutsche Sinologin. Seit 2006 ist sie Professorin für Sinologie an der University of Edinburgh. Sie war Gründungsdirektorin des Confucius Institute for Scotland in der Universität Edinburgh und bis 2021 in dieser Position. 2014 wurde sie in die Royal Society of Edinburgh aufgenommen.
Ausbildung Natascha Gentz erwarb ihren Master (1994) und Doktor (1998) an der Universität Heidelberg. Sie unternahm Studienaufenthalte an der Fudan-Universität, Shanghai (1988–1990, DAAD), Renmin Universität, Beijing (1995–1996, DAAD), Universität Tokio (Monbusho) und der Universität Hongkong (1996, 1997, DAAD). Sie forschte an der Universität Göttingen (1998–2000) in einem Forschungsprojekt der Volkswagenstiftung mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (2000–2002), während sie zusätzlich als Dozentin an den China-Instituten in Heidelberg und Göttingen unterrichtete.
Karriere 2002 wurde sie Juniorprofessorin an die Universität Frankfurt berufen. 2006 ging sie als ordentliche Professorin an die Universität Edinburgh.
Sie befasst sich mit der modernen chinesischen Literatur, Theater, Medien und der Begriffsgeschichte aus einer historischen, politischen und transkulturellen Perspektive. Ihr liegt die Einbindung der breiten Öffentlichkeit und der lokalen Gemeinschaft sehr am Herzen. So organisierte sie von 2006 bis 2021 als Direktorin des China International Office (CI) zahlreiche internationale Konferenzen, Vorträge und Workshops sowie vielfältige kulturelle Veranstaltungen mit Chinabezug – von preisgekrönten Theateraufführungen weiblicher Wanderarbeiterinnen aus Beijing oder unabhängigen Dokumentarfilmern im Rahmen des NGO Fringe Festivals bis hin zu Veranstaltungen mit bekannten chinesischen Schriftstellern, Regisseuren, Schauspielern und Filmemachern bei Internationalen Festivals in Edinburgh. Von 2007 bis 2010 leitete sie den Fachbereich Asienwissenschaften, war seit 2008 Dekanin des China International Office und wurde 2015 stellvertretende Leiterin (China). Von 2012 bis 2013 war Natascha Gentz als wissenschaftliche Mitarbeiterin am International Consortium for Research in the Humanities (IKGF) in Erlangen tätig. Sie war Mitglied des Area Studies Panel für REF 2014 und REF 2021. 2016 war sie Gastwissenschaftlerin an der Chengchi-Nationaluniversität in Taipeh und 2017 an der Chinesischen Universität Hongkong. Sie ist Mitglied in zahlreichen Vorständen lokaler und internationaler Organisationen.
Werk Sie hat Monographie zum zeitgenössischen chinesischen politischen Drama und der Geschichte des modernen chinesischen Journalismus im transkulturellen Kontext sowie Werke zum Wissenstransfer im späten Qing-China und zur Bildung kultureller Identitäten durch moderne Medien verfasst. Außerdem schrieb sie zur Transkulturalität im späten kaiserlichen China und modernen China und übersetzte Text des Nobelpreisträgers Gao Xingjian. Sie ist mit Christopher Rosenmeier Herausgeberin des Journal of Modern Chinese Literature and Culture der University of Edinburgh Press un Mitherausgeberin der East Asian Studies Series der University of Edinburgh Press mit David Wang Der-wei (Harvard University) und Michael Zachmann (Freie Universität Berlin). Außerdem ist sie Mitglied der Herausgeberteams von International Communication of Chinese Culture (2014– ), Journal of the British Association for Chinese Studies (BACS, 2011– ), The China Quarterly (2010–2020) und Zhongguo xueshu (中國學術, 2004–2010)
2006–2013: Chinese Encyclopedias. D5 Cluster of Excellence „Asia and Europe in a Global Context: Shifting Asymmetries in Cultural Flows“, Heidelberg University. 2004–2013: Akteure der kulturellen Globalisierung, 1860–1930. (Actors of cultural globalisation), Berlin, Wissenschaftskolleg (DFG). 2002–2003: The Birth of Tragedy in China Global Negotiations of a Local Genre. (DFG). 1999–2000: Chinese Technical Terms - Western Knowledge and Lexical Change in Late Imperial China. (VW Foundation) 1996–1998: Transformation of European Expansion. The Chinese Language Press in Shanghai (DFG).
Persönliches Sie ist die Tochter des kölner Sinologen Helmolt Vittinghoff.
Einzelnachweise
Weblinks sino.uni-heidelberg.de ikgf.fau.de Natascha Gentz Edinburgh University. research.ed.ac.uk.
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